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Orkantief "Emma" erfordert Großeinsatz

Einsatz der Feuerwehr NeudenauWasserschaden am von Uwe Amann, FF Neudenau

Auch über dem nördli­chen Land­kreis wütete das Orkan­tief "Emma".

Nachdem, laut Wet­ter­dienst, gegen 08.15 Uhr mehr als 60 Liter pro Qua­drat­meter und Stunde nie­der­gingen, wurde die Abtei­lung Neu­denau um 08.39 Uhr per FME alar­miert. Ursächli­cher Alar­mie­rungs­grund war "über­flu­tete Straße" an der Tank­stelle bzw. Sig­linger Straße.

Noch vor dem Ausrücken des TLF wurde über Handy mit­ge­teilt, dass der Bahnübergang in Sig­lingen sowie die Ver­bin­dungs­straße Neu­denau-Sig­lingen-Züttlingen kom­plett unter Wasser standen bzw. mit Schlamm-Geröll über­flutet waren. So ent­schied die Mann­schaft vor Ort, sich direkt auf­zu­teilen: TLF rückt aus zur Tank­stelle / Sig­linger Straße, der Gerätewagen (GW) sollte sich ein Bild der Lage in Sig­lingen machen. Doch bereits an der Tank­stelle in Neu­denau mussten sich beide Fahr­zeug­be­sat­zungen ument­scheiden, da ein Durch­kommen nach Sig­lingen hier nicht möglich war… ein Fluss aus Regen­wasser und Schlamm bahnte sich seinen Weg über die Fahr­bahn auf etwa 50 Metern Breite.

Da inzwi­schen per Funk wei­tere Ein­satz­orte mit­ge­teilt wurden (hauptsächlich voll­ge­lau­fene Keller und Garagen), ent­schied man sich, diese Orte zu kon­trol­lieren bzw. abzu­ar­beiten. Par­allel wurden die Abtei­lungen Her­bolz­heim und Sig­lingen nach­alar­miert. Sig­lingen sollte die Einsätze in ihrem Orts­teil abar­beiten, Her­bolz­heim zur Unterstützung nach Neu­denau fahren [das TLF fuhr zeit­gleich mit der Alar­mie­rung Her­bolz­heim deren Feu­er­wehr­haus an, um Sandsäcke mit nach Neu­denau zu nehmen]. Außerdem ent­schied man sich, die Funk­zen­trale in Neu­denau mit zwei Mann zu besetzen und auf den Funk-Aus­weich­kanal zu wech­seln, da auf­grund der vielen Feu­er­wehr­einsätzen im Land­kreis eine Kom­mu­ni­ka­tion auf dem Regel-Kanal nicht mehr möglich war.

Im Laufe der nächsten Minuten gingen per Funk und Fax viele wei­tere Mel­dungen über Unwetter-Schäden ein. Es mussten Keller aus­ge­pumpt werden, Garagen frei­ge­spritzt werden, Gully-Deckel wieder ein­ge­setzt werden, …

Die Abtei­lung Her­bolz­heim über­nahm zunächst in Allein­ar­beit die "Groß-Ein­satz­stelle" Sig­linger Straße / Lebens­mit­tel­markt, dessen Park­platz kom­plett ver­schlammt war.

Dem noch nicht genug, mel­dete die Feu­er­wehr­leit­stelle Heil­bronn um 10.56 Uhr einen Bahn­un­fall. –> siehe Extra-Bericht.

Inzwi­schen war eine groß ange­legte Rei­ni­gung der Sig­linger Straße mit allen betrof­fenen Haus­halten und Firmen ange­laufen. Der Gerätewagen kümmerte sich um das Abpumpen / Rei­nigen der Tank­stelle inklu­sive Wasch­an­lage, die Abtei­lung Her­bolz­heim war weiter vor Ort beim Lebens­mit­tel­markt, das TLF rückte dorthin zur Unterstützung, die Straßenmeis­terei besei­tigte mit einem Bagger sowie zwei Kip­pern das Geröll am Orts­ein­gang Sig­linger Straße.

Dazwi­schen wurden immer wieder wei­tere Ein­satz­orte gemeldet, die ent­weder durch den "Ein­satz­leiter vor Ort" erkundet werden mussten oder wo tatsächlich ein­ge­griffen werden musste, wie zum Bei­spiel bei einer Tanne in der Ebene, die umzustürzen drohte und daher umgesägt wurde, usw.

Bis etwa 17.00 Uhr waren alle Kräfte - die Abtei­lung Sig­lingen wurde in der Zwi­schen­zeit nach­alar­miert bzw. nach Neu­denau gerufen, um die Kräfte vor Ort zu unterstützen - in der Sig­linger Straße beschäftigt.

Ver­sorgt wurden alle Ein­satzkräfte den ganzen Tag durch belegte Brötchen oder warmen Fleischkäs - die Ver­sor­gung über­nahm das DRK Neu­denau.

Am Abend ent­schloss man sich dazu, den mobilen Hoch­was­ser­schutz in Her­bolz­heim zu instal­lieren - das über­nahmen die Besat­zungen vom GW und LF10/6 aus Her­bolz­heim. Zum Schluss musste noch­mals der Bauhof zur Rei­ni­gung eines Geh­wegs unterstützt werden.

Ins­ge­samt musste die Feu­er­wehr Neu­denau 29 unter­schied­liche Ein­satz­orte anfahren !!!

Ein­satz­ende für die Feu­er­wehr Neu­denau war gegen 21.00 Uhr, nach gut elf Stunden.

gez. Uwe Amann, FF Neu­denau