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"Wo brennt's denn?", fragen sich erstaunte Anwohner

Leingartenvon Marc Hoffmann HSt

Während noch viele Lein­gar­tener schliefen, waren die Mit­glieder von Feu­er­wehr und Deut­schem Roten Kreuz (DRK) Lein­garten schon auf den Beinen - die Hauptübung stand an.

Ver­wun­derte Blicke ent­lang der Haupt­straße, als um 8.13 Uhr das erste Löschfahr­zeug in Rich­tung Schluch­tern fuhr, gefolgt von zwei wei­teren - wo brennt's denn? Noch größer war die Ver­wun­de­rung bei den Nach­barn der Firma Gess­mann in der Eppinger Straße, als sich diese in den Schau­platz eines größeren Ein­satzes ver­wan­delte. Die jährliche Hauptübung findet meist bei Lein­gar­tener Firmen statt, um die Betriebe besser kennen zu lernen und so bei Einsätzen vor bösen Über­ra­schungen gewappnet zu sein.

Ange­nommen wurde ein Gebäude­brand im Bereich der Schweißerei und Lackie­rerei des erst kürzlich fertig gestellten Neu­baus. Eine unbe­kannte Anzahl von Arbei­tern befinde sich noch im Gebäude, wurde der Ein­satz­lei­tung vor Ort gemeldet. Das DRK rückte mit Not­arzt, Ret­tungs­wagen und Schnell­ein­satz­gruppe an. Als die Feu­er­wehrmänner, ausgerüstet mit Atem­schutzgeräten und C-Schlauch, die Halle betraten, erlebten sie ihre erste Über­ra­schung: Das Gebäude war wirk­lich ver­raucht. Künst­li­cher Nebel imi­tierte Brand­rauch.

Doch die Aus­bil­dung der Lein­gar­tener Wehrmänner trug Früchte: Nach kurzer Zeit waren alle drei Ver­missten gerettet und dem DRK überg­eben. Dieses hatte mit Hilfe der neuen Schnell­ein­satz­gruppe Technik ein kom­plettes Behand­lungs­zelt auf dem Park­platz der Firma auf­ge­stellt, in dem die „Ver­letzten“ - Angehörige der Jugend­feu­er­wehr - behan­delt wurden.

Nach einem kon­zen­trierten Lösch­an­griff von zwei Seiten mit Was­ser­ent­nahme aus dem nahen Lein­bach war das simu­lierte Feuer gelöscht. Nun wurde von aus­lau­fenden Che­mi­ka­lien berichtet, die den Lein­bach gefährdeten. Auch mit dieser Bedro­hung wurden die Männer fertig. Die Ein­satz­lei­tung schickte ein Fahr­zeug zum Gerätehaus, um von dort eine mobile Ölsperre zu besorgen. So konnten die Männer um Roland Gräsle und Alex­ander Bur­kert kurz nach neun schließlich das Kom­mando „Feuer schwarz, alle Rohre Wasser halt“ an die Besat­zungen der drei Löschfahr­zeuge geben.

Zum Schluss wurde die Halle noch mit so genannten Druckbelüftern - über­di­men­sio­nalen Ven­ti­la­toren - ent­raucht. Kom­man­dant Andre Göbl, der sich bis dahin im Hin­ter­grund gehalten hatte, rief die Mann­schaften von Feu­er­wehr und DRK zur Manöver­kritik zusammen. Diese fiel positiv aus. Die Lein­gar­tener Hilfs­or­ga­ni­sa­tionen hatten ihre Leis­tungsfähig­keit unter Beweis gestellt, so die Beur­tei­lung. Um 9.45 Uhr, als die Fahr­zeuge mit fri­schen Schläuchen bestückt, gewa­schen und blank poliert waren, kehrte Ruhe ein bei der Lein­gar­tener Wehr.

Foto: Die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Feu­er­wehr und DRK hat laut Feu­er­wehr­chef Andre Göbl auch bei dieser Hauptübung wieder gut funk­tio­niert. Für die Ein­satzkräfte gab's zum Schluss ein Lob. (Foto: privat)