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"Wir sind schnell vor Ort, wenn ein Unfall passiert"

Stadt- und Landkreis Heilbronnvon Reto Bosch HSt

Seit etwa einem halben Jahr gelten für die Auto­bahnen im Unter­land neue Feu­er­wehr-Ein­satzpläne. Statt vier müssen nun neun Kreis-Wehren ausrücken. Bis­lang hat sich die Rege­lung laut Kreis­brand­meister Hans-Wil­helm Hans­mann bewährt.

Ein schwerer Unfall auf der Auto­bahn: Für rasche Hilfe wäre die Feu­er­wehr jener Kom­mune zuständig, auf deren Gemar­kung das Unglück geschehen ist. Doch weil nicht jede Stadt oder Gemeinde über eine Auf­fahrt und das nötige Gerät verfügt, haben sich vier Wehren die Arbeit auf den Auto­bahnen der Region geteilt: Heil­bronn, Neckar­sulm, Weins­berg und Möckmühl. Der neue Alarm­plan ver­pflichtet Bad Rap­penau, Neu­en­stadt, Ils­feld, Wid­dern und Unter­grup­pen­bach eben­falls zu Einsätzen auf den Auto­bahnen des Unter­lands. Hin­ter­grund: Die „Hin­weise zur Leis­tungsfähig­keit einer Gemein­de­feu­er­wehr“ geben vor, in wel­chen Fristen Hilfe vor Ort sein muss. Und durch die Erwei­te­rung des Helfer-Kreises sollen diese auch auf den Auto­bahnen ein­ge­halten werden.

„Es läuft gut“, urteilt Kreis­brand­meister Hans-Wil­helm Hans­mann, der die Pläne - diese beziehen auch die Nach­bar­kreise mit ein - erar­beitet hat. Er beob­achte die Einsätze genau. Pro­bleme hat Hans­mann bis jetzt nicht aus­ge­macht. Und was sagen die Auto­bahn-Novizen dazu? „Ich begrüße die Neu­ord­nung“, sagt bei­spiels­weise Wolf­gang Hagner, Kom­man­dant der Ils­felder Feu­er­wehr. „Wir sind schnell vor Ort, wenn ein Unfall pas­siert.“ Seine Aktiven üben verstärkt tech­ni­sche Hil­fe­leis­tungen, um den Anfor­de­rungen auf der Auto­bahn begegnen zu können. Hagners Kol­lege aus Neu­en­stadt, Rudolf Schuster, legt darauf Wert, dass die Aktiven beson­ders auf die Absi­che­rung der Unfall­stelle achten. Das werde beson­ders geschult. Grundsätzliche Bedenken gegen die neuen Ein­satzpläne hat auch Schuster nicht.

Durch die Neu­re­ge­lung müssen jetzt auch Feu­er­wehren auf die Auto­bahnen ausrücken, die dort bisher keine Erfah­rung gesam­melt haben. Möglichst viel Rou­tine sei natürlich wünschens­wert, sagt Dr. Anne­marie Janssen, Spre­cherin der Lei­tenden Not­arzt­gruppe. Die Ärzte würden in Zusam­men­ar­beit mit den Wehren Pro­blemfälle ana­ly­sieren und bespre­chen.

Bevor die neuen Alarmpläne in Kraft treten konnten, gab es zum Teil kon­tro­verse Dis­kus­sionen. Kri­tiker wiesen darauf hin, dass die Einsätze auf der Auto­bahn gefährli­cher und manchmal auch anspruchs­voller seien. Das sieht Kreis­brand­meister Hans­mann anders. Alle Aktiven seien gründlich aus­ge­bildet. Zu schlimmen Unfällen komme es schließlich auch auf Land­straßen. Widerstände gegen die neuen Ein­satzpläne habe es nicht mehr gegeben. Nur vor zwei Jahren, als das Regie­rungspräsidium auf eine Neu­ord­nung drängte, sei es zu emo­tio­nalen Reak­tionen gekommen. Und die Dis­kus­sion ums Geld wurde im November 2003 beendet. Damals stimmten die Kom­munen einer Ver­ein­ba­rung über eine Kos­ten­er­stat­tung bei Hil­fe­leis­tungen zu.

Foto: Um auf Auto­bahnen möglichst schnell helfen zu können, wurden die Ein­satzpläne überar­beitet. Jetzt sind neun Wehren zuständig. (Foto: Archiv)