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Wenn plötzlich das Fett explodiert

Neudenauvon Rudolf Landauer HSt

Nicht der erwar­tete Pau­sen­gong, son­dern eine laute und grelle Alarm­si­rene gab dieser Tage an der Her­bolz­heimer Grund­schule das akus­ti­sche Zei­chen zur großen Pause. Kein Wunder, dass diese Pause ganz anders als sonst ver­lief. Die Frei­wil­lige Feu­er­wehr war zur Übung angerückt.

Auch die Flucht aus einem Schul­haus will gelernt sein. In sehr kurzer Zeit gelangten die 86 Schul­kinder mit ihren Leh­rern ins Freie. Alles lief koor­di­niert und ohne Hektik ab. Lehrkräfte und die Feu­er­wehr waren zufrieden.

Die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Neu­denau war zu Gast in der Schule. In einem Akti­onstag ver­mit­telten die drei Feu­er­wehrmänner Uwe Amann, Felix Win­ter­holer, Andreas Beck und Gesamt­kom­man­dant Jörg Wagner Grund­wissen zum Thema Feu­er­wehr und und Umgang mit brenn­baren und gefährli­chen Stoffen. „Wir machen das sehr gerne, vor allem mit diesen Kin­dern, die sind nämlich sehr inter­es­siert und auch empfänglich für unsere Hin­weise“, lobte Kom­man­dant Wagner die Her­bolz­heimer Kinder.

In einem Klas­sen­zimmer führte Feu­er­wehr­mann Andreas Beck den Kin­dern beein­dru­ckende Expe­ri­mente vor und bereitet die Kinder auf ein beson­deres Ereignis in der großen Pause vor. Dass ein Papier­be­cher auch dann nicht brennt, wenn er auf einer Flamme steht, das erfuhren die Kinder von ihm. Aller­dings muss er dafür mit Wasser gefüllt sein. Ver­kocht das Wasser, dann fängt der Becher zu brennen an.

Kurz­fristig erschraken die Kinder aller­dings, als Beck im ver­dun­kelten Klas­sen­zimmer eine ungefährliche aber beein­dru­ckende Staub­ex­plo­sion mit einem Esslöffel Blüten­staub und drei kleinen Kerz­chen in einem Holzhäuschen erzeugte. Die Frage ob er das wie­der­holen soll, hätte sich der Feu­er­wehr­mann sparen können. Das „Ja“ war ein­deutig.

„Ihr wisst sicher alle, wie Pommes Frites her­ge­stellt werden. Kennt ihr aber auch die Gefahren im Umgang mit heißem Fett?“, regte Beck die Neu­gier der Kinder an. Auf der Grünfläche beim Pau­senhof hatten die Blauröcke eine Vor­rich­tung auf­ge­baut, die einem Gar­ten­grill ähnlich sah. Mit einem Gas­brenner erhitzte Andreas Beck einen halben Liter Fett bis über den Sie­de­punkt hinaus. Sein Kol­lege Felix Win­ter­holer zog an einem Seil und ein kleiner Becher Wasser ergoss sich in das Fett. Die Explo­si­ons­flamme erreichte fast die Höhe des Schulgebäudes. „Mensch, war des toll“, ent­fuhr es den Zuschauern. Beck wie­der­holte das kleine Flam­men­in­ferno noch­mals mit dem glei­chen Effekt.

Schülerin Selina fand es toll, dass die Feu­er­wehr­autos so viel Wasser in ihrem Bauch haben. Kathrin stellte fest, dass die Fahr­zeuge so viele Schläuche dabei haben: „Weil nicht überall gleich eine Zapf­stelle ist“, wusste sie bereits. Esther beein­druckte den Atem­schutzträger am meisten. „Der Feu­er­wehr­mann hat aber viel an und was der noch alles mit herum tragen muss“, staunte die Viertklässlerin. Larissa hatte beim Ziel­spritzen mächtig Spaß.

Schul­leiter Ewald Kromb­holz-Stelzig freute sich über den gelungen Bei­trag der Feu­er­wehrmänner, die den Schul­kin­dern nicht nur einen span­nenden Tag gestal­teten, son­dern ihnen noch viel über Gefahren im Umgang mit gefährli­chen Stoffen bei­brachten.

Foto: Nur ein halber Liter heißes Fett und ein Schuss Wasser erzeugen eine Explo­sion, von der die Grundschüler in Her­bolz­heim beein­druckt waren. (Foto: Rudolf Land­auer)