QR-Code zur Seite

Wehren bekämpfen Hand in Hand das "Feuer"

Obersulmvon Gustav Döttling, HSt

Das Übungs­sze­nario in Ober­sulm: Aus dem geschlos­senen Scheu­nentor qillt Rauch, in der Maschi­nen­halle liegt ein umgestürzter VW-Polo, auf den wie­derum ein land­wirt­schaft­li­cher Anhänger gestürzt ist.

Mit Blau­licht steht der Ein­satz­leit­wagen der Ober­sulmer Feu­er­wehr an der Hof­ein­fahrt des land­wirt­schaft­li­chen Anwe­sens beim „Kriegshölzle“ zwi­schen Eschenau und Bretz­feld-Scheppach. Die beiden Kom­man­danten der Feu­er­wehr Ober­sulm, Reiner Frisch und Peter Schüll, alar­mieren um 19.50 Uhr über Funk die Frei­wil­ligen Feu­er­wehren von Ober­sulm und Bretz­feld. Kurz darauf treffen mit Blau­licht und Mar­tins­horn die ersten Feu­er­wehr­fahr­zeuge aus Eschenau und Bretz­feld ein.

Die Männer springen aus den Wagen. Die Abschnitts­leiter infor­mieren sich bei den beiden Kom­man­danten über die Lage am Unglücksort. „Scheu­nen­brand, eine Person im Gebäude ver­misst“, lautet die knappe Ansage von Peter Schüll. Schnell sind die Auf­gaben ver­teilt. Das Fahr­zeug aus Eschenau fährt an den Bach und baut eine Was­ser­ver­sor­gung auf, die Männer aus Bretz­feld fahren in den Hof, ein Atem­schutz­trupp öffnet die Scheune und sucht nach dem Ver­missten. Während­dessen rollen die anderen Männer die Schläuche aus und stellen die Was­ser­ver­sor­gung mit dem Eschen­auer Fahr­zeug her.

Immer mehr Ein­satz­fahr­zeuge treffen ein. Acht Ober­sulmer Feu­er­wehr­autos, vier Bretz­felder Ein­satz­wagen, zwei Trak­toren mit Was­serfässern und 75 Mann sind am Ende am Kriegshölzle ver­sam­melt. In vier Abschnitte haben die Kom­man­danten das große Übungsgelände ein­ge­teilt. Jedem neu ein­tref­fenden Löschtrupp wird seine Auf­gabe mit knappen Kom­mandos zuge­wiesen. Im ersten Abschnitt wird der Scheu­nen­brand bekämpft und der „Ver­letzte“ ver­sorgt.

Im zweiten Abschnitt geht es um den Objekt­schutz. Meh­rere Löschtrupps errichten mit ihren Spritzen „Rie­gel­stel­lungen“, um die angren­zenden Häuser vor einem Überg­reifen der Flammen zu schützen. Im dritten Abschnitt üben zwei Gruppen aus Bretz­feld und Ober­sulm eine Tech­ni­sche Hil­fe­leis­tung. Im VW-Polo ist eine „Person“ ein­ge­klemmt. Mit Ret­tungs­schere und Hebe­kissen rücken die Männer dem Unglücks­fahr­zeug zu Leibe. Der Polo wird mit Stützen gegen Umfallen gesi­chert, dann stemmt ein Hebe­kissen den Anhänger in die Höhe.

Eine externe Was­ser­ver­sor­gung bauen die Männer in Abschnitt vier auf. Mit einem Tanklöschfahr­zeug und zwei Trak­toren mit Tankanhängern wird Wasser vom vier Kilo­meter ent­fernten Eschenau geholt und in zwei Falt­tanks gepumpt, die als Löschwas­ser­puffer dienen.

Auf­merk­same Beob­achter der ein­zelnen Übungen sind der Hohen­loher Kreis­brand­meister Günther Uhl­mann aus Öhringen und der Ver­bands­vor­sit­zende des Hohen­loher Kreis­feu­er­wehr­ver­bandes Wolf­gang Brosig.

Foto:Um umlie­gende Gebäude mit einer Was­ser­wand zu schützen, bringen die Männer der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr eine Leiter in Stel­lung. (Foto: Gustav Döttling)