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Vorschriften für die Märkte verschärft

Bad Wimpfenvon Rolf Muth HSt

Bad Wimp­fens Feu­er­wehr hat ihre Kon­zep­tion für die Sicher­heit bei großen Ver­an­stal­tungen fort­ge­schrieben. Vor allem bei Tal­markt, Zunft- und Weih­nachts­markt oder auch beim Faschings­umzug, bei dem sich Tau­sende Men­schen durch die Alt­stadt­gassen oder übers Festgelände im Tal schieben, sind die Ret­tungskräfte noch mehr auf der Hut.

Der Hotel­brand der Sonne hat wieder einmal gezeigt, dass Sekunden zählen. Wenn ein sol­ches Haus in Flammen steht, so findet das Feuer genügend Nah­rung, um eine leis­tungs­starke Feu­er­wehr über mehr als 24 Stunden zu beschäftigen. Beim „Son­nen­brand“ war das Haus nicht mehr zu retten. Aber die Arbeit meh­rerer Wehren aus dem Stadt- und Land­kreis Heil­bronn hatten ein Überg­reifen auf die wei­tere his­to­ri­sche Bau­sub­stanz der Stadt ver­hin­dert.

Schon immer pochen die Feu­er­wehr­leute und ihr Chef Rein­hold Korb stur auf Sicher­heit - wie bei­spiels­weise beim Weih­nachts­markt. Das hat seinen Grund. In der Ver­gan­gen­heit kam es immer wieder vor, dass Markt­be­schi­cker ihren Stand nicht ord­nungsgemäß auf­ge­baut haben. Sper­rige Feu­er­wehr­fahr­zeuge, geschweige denn die Dreh­leiter, wären nie durch ein sol­ches Nadelöhr gekommen. Das Ord­nungsamt unter der Lei­tung von Jochen Großkopf ließ daher in sol­chen Fällen auch mal kurz vor Markteröffnung eine Hütte räumen. Das hat sich her­um­ge­spro­chen. „Das klappt jetzt“, sagt Korb.

Bürger­meister Claus Brechter und der Chef der Wimp­fener Feu­er­wehr stellten jetzt die neue Kon­zep­tion vor, die den Beschi­ckern noch mehr abver­langt. Jede Hütte muss künftig im Innern einen Sechs-Kilo-Löscher bereit­halten - eine unschätzbare Schlag­kraft, wenn's zum Brand kommt und um Sekunden geht.

Die Stadt selbst wird so genannte High-Press-Löscher begut­achten und nach erfolg­rei­chem Test anschaffen. 10 000 Euro sind dafür im Haus­halt bereit gestellt. 2500 Euro kostet ein sol­ches Gerät, das mit hohem Luft­druck dem Feuer den Atem nimmt und die Flammen quasi aus­pustet. Am 19. April werden die ersten Geräte beim Test genauer unter die Lupe genommen.

Die 70 Kilo schweren Fla­schen sollen im Ernst­fall mit einem mobilen Hand­karren durch die Gassen gezogen werden, in denen sich die Men­schen amüsieren. Rein­hold Korb denkt zunächst an min­des­tens drei Ein­heiten. Sie müssten ein begin­nendes Feuer im Hand­um­drehen gelöscht haben.

Zusätzlich hat die Feu­er­wehr einen Defi­bril­lator ange­schafft. Beson­ders Atem­schutzträger kommen bei ihren Einsätzen an die Leis­tungs­grenze. Auch das DRK muss nach Brech­ters Einschätzung ein sol­ches Gerät beschaffen, das bei Notfällen wie Herz- oder Kreis­lauf­still­stand ein­ge­setzt werden kann.

Die Brand­last in der Wimp­fener Alt­stadt ist zwei­fels­ohne sehr hoch. Trotz Sanie­rung gibt es noch etliche Häuser, die mit uralten elek­tri­schen Lei­tungen aus­ge­stattet sind. Auch die Heiz­ge­wohn­heiten sind manchmal gefährlich. Brechter hat hier in Woh­nungen auch schon offene Gas­heizer gesehen. Wo Brand­mel­de­an­lagen und Rauch­melder nach der Lan­des­bau­ord­nung nicht zwin­gend vor­ge­schrieben sind, hilft nur noch der Appell an die Ver­nunft der Ein­wohner.

Doch manchmal klemmt's schon beim Parken. Egal ob Ein­hei­mi­sche oder Gäste - immer wieder sind Flächen zuge­parkt, die nicht als Park­platz aus­ge­wiesen sind. Im Not­fall steckt hier die Feu­er­wehr fest. Damit aber, so Brechter, soll der Voll­zugs­dienst jetzt aufräumen. Drei neue Mit­ar­beiter werden ab sofort in Teil­zeit für Ord­nung in den Wimp­fener Gassen sorgen.

Foto: Der Hotel­brand in Bad Wimpfen hatte es 2003 gezeigt: Wenn ein Brand zu spät fest­ge­stellt wird oder die Feu­er­wehr durch wid­rige Umstände nicht recht­zeitig ein­trifft, dann ist ein sol­ches Haus nicht zu halten. Bei Märkten sollen kleine mobile Ein­heiten für den Blitz­ein­satz ausgerüstet werden. (Foto: Dittmar Dirks)