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Spätes Nein des Kreisbrandmeisters

Eppingenvon Thomas Senger, HSt

Ärger bei der Feu­er­wehr: Das Land­ratsamt lehnt eine Wie­der­wahl des Eppinger Kom­man­danten Man­fred Staub ab. Die Haupt­ver­samm­lung vom 13. März wurde kurz­fristig ver­tagt. Am 14. Mai soll nun Rein­hard Frank gewählt werden.

Seit 25 Jahren ist Man­fred Staub Stadt­kom­man­dant, also der Chef aller Feu­er­wehr­ab­tei­lungen. „Es gibt doch über­haupt keinen 'Stadt­kom­man­danten'“, ver­weist Kreis­brand­meister Hans-Wil­helm Hans­mann auf das Feu­er­wehr­ge­setz von Baden-Württem­berg. Doch das ist nur ein kleines Feu­er­chen im Ver­gleich zu dem Brand­satz, der zur Absage der Jah­res­ver­samm­lung der Eppinger Gesamt­wehr führte.

Denn Man­fred Staub dürfe gar nicht die Feu­er­wehr leiten, ver­weist Hans­mann auf Para­graph 8, Absatz 6: „Feu­er­wehr­kom­man­dant, Abtei­lungs­kom­man­danten, ihre Stell­ver­treter und die Unterführer dürfen nur bestellt werden, wenn sie die für ihr Amt erfor­der­li­chen persönli­chen und fach­li­chen Vor­aus­set­zungen erfüllen“, steht da geschrieben. Und dies sei bei Man­fred Staub nunmal nicht gegeben.

Staub - er ist Leiter des Ord­nungs­amts der großen Kreis­stadt Eppingen - räumt ein, dass er die erfor­der­li­chen Grup­penführer- und Zugführer­lehrgänge nicht vor­weisen kann. Doch sei dies unter Hans­manns Vorgänger Anton Peco­roni kein Pro­blem gewesen. Denn in Eppingen verfährt man nach Art einer Dop­pel­spitze: Staub ist der Mann fürs Orga­ni­sa­to­ri­sche. Die Einsätze vor Ort hin­gegen leitet sein Stell­ver­treter Rein­hard Frank, Abtei­lungs­kom­man­dant der Kern­stadt­wehr. Ein Modell, das jenem im Nachbar-Bun­des­land Bayern durchaus ähnlich sei, betont Staub.

Bereits im Dezember hatte sich der Eppinger Feu­er­wehr­aus­schuss ein­stimmig für eine wei­tere fünfjährige Amts­zeit von Man­fred Staub aus­ge­spro­chen. „Anschließend hätte sich das Pro­blem sowieso bio­lo­gisch gelöst“, sagt dieser. Denn dann wäre er 65 und würde ohnehin in die Alters­wehr ver­ab­schiedet. Die Eppinger mutmaßen, Hans­mann nutze die anste­hende Wie­der­wahl als letzte Gele­gen­heit, eine Retour­kut­sche zu fahren. Schließlich gehöre Staub zu jenen aus dem Kreis der Badi­schen Wehren, die in der Ver­gan­gen­heit deut­liche Kritik am Führungs­stil des Kreis­brand­meis­ters geäußert hatten. Ihm gehe es einzig um die recht­li­chen Grund­lagen, ent­gegnet Hans­mann: „Zu Per­so­na­lien äußere ich mich nicht.“

Im Februar wurden die Ein­la­dungen zur Haupt­ver­samm­lung am 13. März ver­schickt, so Staub. In seiner schrift­li­chen Ant­wort habe Hans­mann wie­der­holt, was er bereits im Januar 2003, nach dem Explo­si­ons­unglück in Adels­hofen, ihm gegenüber geäußert habe: Eppingen müsse das Feu­er­wehr­ge­setz beachten.

Ein anschließender Termin der Eppinger Ver­wal­tungs­spitze bei Landrat Klaus Czer­nuska habe diesen nicht zum Aner­kennen des Status quo bewegen können. Letzt­lich eine Ohr­feige für Oberbürger­meister Erich Pretz und den Gemein­derat. Denn Staubs Wahl durch die Feu­er­wehr war stets im Gemein­derat gebil­ligt worden.

Nur noch drei, vier Jahre wei­ter­ma­chen wie bisher, dann könne Staubs zweiter Stell­ver­treter, Martin Kuh­mann, das Amt des Stadt­kom­man­danten über­nehmen, so die Eppinger Linie. Da sie nicht zu halten war, muss umdis­po­niert werden. Ein­stimmig hat der Feu­er­wehr­aus­schuss beschlossen: Rein­hard Frank (59) soll neuer „Stadt­kom­man­dant“ werden. In fünf Jahren soll Martin Kuh­mann die erfor­der­li­chen Vor­aus­set­zungen erfüllen, um seine Nach­folge anzu­treten. Der Streit schwelt weiter: Hans­mann wurde für den 14. Mai aus­ge­laden.

Foto: Rein­hard Frank soll Feu­er­wehr­kom­man­dant werden. (Foto: Senger)