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Reicht's noch für einen Übungsturm?

Kirchardtvon Steffan Maurhoff HSt

Mit Pauken und Trom­peten ging am Samstag in Kirchardt ein beson­derer, aber wenig beach­teter Umzug von­statten. Die Feu­er­wehr­leute des Haupt­orts holten ihre Ber­wanger Kame­raden ab. Mit Sack und Pack ging's gemeinsam zum neuen Gerätehaus.

Bürger­meister Rudi Kübler nannte den kleinen Umzug mit Fahr­zeugen vom hand­ge­zo­genen Löschkarren bis zum modernen Löschauto, denen die Wehr­leute - je nach Bau­jahr - Schilder wie uralt oder vor­ges­tern, ges­tern und heute ver­passt hatten, „eine nette Geste“. Wurde damit doch zum Aus­druck gebracht, was auf dem modernsten Fahr­zeug der Kirchardter Wehr prangte: „Gemeinsam sind wir stark.“ Gemeinsam bedeutet für die Ber­wanger Abtei­lungs­wehr zugleich, dass sie in der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Kirchardt auf­geht. Wes­halb an einem Ber­wanger Fahr­zeug ein nicht ganz ernst gemeinter Trau­er­flor flat­terte. Der Ber­wanger Noch-Abtei­lungs­kom­man­dant Holger Grimm sah's „mit einem lachenden und einem wei­nenden Auge. Schließlich kriegen wir ja was Neues.“ Das alte Domizil in der Ber­wanger Schule lässt sich mit dem neuen, kaum zwei Kilo­meter ent­fernten in der Tat nicht ver­glei­chen.

Mit dem Umzug der Blauröcke am Samstag ist das neue Kirchardter Feu­er­wehrgerätehaus noch nicht offi­ziell ein­ge­weiht. Damit will sich die Gemeinde aus einem scheinbar para­doxen Grund noch bis zum 18. Juni Zeit lassen. Weil während der Bau­phase tapfer gespart wurde, kostet das neue Gerätehaus nun rund 1,6 Mil­lionen Euro statt der ursprünglich ver­an­schlagten 1,8 Mil­lionen.

Was nach einer guten Nach­richt für die finan­ziell klamme Gemeinde klingt, hat einen Pfer­defuß: Bei einer so deut­li­chen Unter­schrei­tung würde Kirchardt satte 74 000 Euro Förder­mittel aus dem Aus­gleichs­stock des Landes ver­lieren. „Des­halb über­legen wir, einen Übungs­turm, der ursprünglich aus der Pla­nung raus­ge­nommen wurde, doch noch zu bauen“, sagte Bürger­meister Rudi Kübler. In und an dem zwölf Meter hohen Turm kann mit Lei­tern oder Tragen für den Ernst­fall geprobt werden. Die Feu­er­wehr in Ober­sulm verfügt auch über einen sol­chen Turm. Ob er aber ein Kirchardter Gegenstück bekommt, hat der Gemein­derat noch nicht ent­schieden. Bürger­meister Rudi Kübler will erst sämtliche Schluss­rech­nungen für das neue Gerätehaus abwarten, um vor unlieb­samen Über­ra­schungen ganz sicher zu sein.

Ob mit oder ohne Übungs­turm - die Kirchardter Wehr hat sich für die Zukunft gerüstet. Mit dem neuen Gerätehaus, aber auch mit Per­so­nal­ent­schei­dungen. Holger Grimm als seit­he­riger Kom­man­dant der Abtei­lung Ber­wangen bleibt Grup­penführer und im Aus­schuss der Wehr. Der jet­zige Kirchardter Kom­man­dant Ger­hard Bentz gibt die Ver­ant­wor­tung für die ver­einte Wehr am 1. Juli an Markus Bucher ab. Dessen künftiger Vize kommt wieder aus Ber­wangen und heißt Rolf Regg.

Fotos:
Mit Sack und Pack zogen die Ber­wanger Blauröcke mit ihren Kirchardter Kame­raden zu Klängen der Feu­er­wehr­ka­pelle gemeinsam ins neue Gerätehaus am Orts­rand von Kirchardt um. (Fotos: Steffan Maurhoff)

Stolz präsen­tieren sich die Wehr­leute mit altem und neuem Gerät vor dem neuen Domizil. Viel­leicht reicht das Geld noch für einen Übungs­turm.