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Python lässt die Wärmekamera kalt

Eppingenvon Rudolf Landauer HSt

Eine am Elsenzer See gesich­tete Rie­sen­schlange bereitet im Ort wei­terhin Sorge. Eine Such­ak­tion am Wochen­ende mit einer spe­zi­ellen Wärme­ka­mera ver­lief ohne den erhofften Erfolg.

Der vagen Beschrei­bung einer Kiosk-Bedie­nung nach han­delt es sich um einen grünen Baum­py­thon. Ein vor­ge­fun­denes und inzwi­schen auf unerklärliche Weise wieder ver­schwun­denes Hautstück, das von einer Häutung der Schlange stammen soll, stützt diese Ver­mu­tung. Feu­er­wehrkräfte und Polizei ver­su­chen alles, um das offenbar aus­ge­setzte oder ent­flo­hene Tier ein­zu­fangen. Frei­tag­nacht setzte die Neckar­sulmer Feu­er­wehr bei einer wei­teren Suche sogar eine hoch­mo­derne Wärme­bild­ka­mera ein.

Um zu testen, ob diese High­tech-Kamera den Tierkörper auch abbilden kann, brachte der Heil­bronner Schlangen- und Rep­ti­li­en­ex­perte Adrian Gwozdz seinen 1,50 Meter langen Tiger­py­thon mit nach Elsenz. Der Neckar­sulmer Feu­er­wehr­mann Chris­tian Kohl rich­tete die Wärme­bild­ka­mera aus einigen Metern Ent­fer­nung auf die ruhig im Gras krie­chende Schlange. Das Bild auf dem Monitor zeigte glas­klar die Kon­turen des Tiers. Dabei han­delte es sich nicht um ein herkömmli­ches Video­bild, son­dern um die Wie­der­gabe der Wärme­ab­strah­lung der Schlange. Und genau darin liegen die Vor­teile dieser Technik: Die Kamera benötigt kein Licht für eine Dar­stel­lung, son­dern sie misst präzise die Tem­pe­ra­tur­un­ter­schiede.

Aber die Tech­niker der Feu­er­wehr hatten Frei­tag­nacht einiges Pech. Die Tem­pe­ra­turen fielen rapide, und es reg­nete auch. Unter diesen Umständen wurde der Ein­satz der Kamera schwierig, die eigent­lich gesuchte Schlange ließ die Wärme­ka­mera kalt. Den­noch suchten die Wehr­leute aus Neckar­sulm und der Abtei­lungs­wehr Elsenz das ganze See- und Quell­ge­biet der Elsenz und auch die Bäume bis zu den Wip­feln nach dem Reptil ab - ohne Erfolg.

Die Aktion beglei­teten auch der Elsenzer Ort­vor­steher Ger­hard Grimm und Günter Brenner von der Stadt­ver­wal­tung Eppingen. Am Samstag wurde die Suche fort­ge­setzt. Auch diese Aktion blieb erfolglos. Da Pythons die Wärme lieben, ver­mutet Adrian Gwozdz, dass das Elsenzer Exem­plar die kalte Nacht gar nicht über­lebt hat. Den­noch ist nach wie vor im Gebiet des Elsenzer Sees Vor­sicht geboten. Denn so lange nicht geklärt ist, um welche Schlan­genart es sich han­delt, ist davon aus­zu­gehen, dass es auch eine gefährliche Vari­ante sein könnte. Es soll unter den Python­arten aggres­sive und bis­sige Arten geben. Sie sind nicht giftig, ein Biss kann aber schwere Ver­let­zungen ver­ur­sa­chen. In Sorge ist man daher auch in Elsenz wegen der unmit­tel­baren Nähe des Kin­der­gar­tens. Polizei und Feu­er­wehr emp­fehlen, bei einer Ent­de­ckung der Schlange unverzüglich die Polizei oder die Feu­er­wehr zu verständigen und kei­nes­falls eigenmächtig zu han­deln.