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Nebel und Schminke sorgen für die nötige Authentizität

Lauffen a.N.von Jens Dierolf HSt

Durch­schnitt­lich dreimal pro Jahr muss die frei­wil­lige Feu­er­wehr Lauffen zu einem größeren Brand ausrücken. Dann muss jeder Hand­griff sitzen. Und des­halb gibt es monat­liche Gruppenübungen - und die Jah­res­hauptübung.

Am ver­gan­genen Samstag simu­lierten die Flo­ri­ansjünger den Löschein­satz beson­ders rea­lis­tisch. Punkt 16 Uhr schlagen die Funk­melder Alarm. Vor dem Feu­er­wehr­haus in Lauffen gibt Ein­satz­leiter Armin Winkler den Befehl zum Ausrücken. Mit Blau­licht und Mar­tins­horn bildet der Ein­satz­leit­wagen die Vorhut und jagt zur Brandstätte. Für den nor­malen Ver­kehr hat die Polizei bereits die Straßen gesperrt.

Dichter Qualm dringt aus den Fens­tern der Firma Schunk in der Bahn­hofstraße - die Nebel­ma­schine ist im Ein­satz. Bewaffnet mit flam­men­ab­wei­senden Jacken, Schutz­helmen und Atem­masken erkundet der erste Spähtrupp die Lage. Per Funk erstattet er Mel­dung an den Ein­satz­leit­wagen. Von hier aus werden die anrückenden Löschfahr­zeuge und Ret­tungs­wagen über die Lage unter­richtet. Etwa 30 Feu­er­wehr­leute sind im Ein­satz, rollen Schläuche aus, schließen den Hydranten an und stürmen ins Gebäude.

Oberste Priorität hat die Per­so­nen­ret­tung. Mit Atem­schutz­masken können die ersten Opfer durch den Haupt­ein­gang geborgen werden, für eine dritte Person ist die Dreh­leiter nötig. Vom Balkon des Hauses kann sie auf einer Liege aus den Fängen des „Feuers“ befreit werden. Wenig später sind alle Men­schen in Sicher­heit.

Mit­glieder der Jugend­feu­er­wehr mimen die Opfer. Damit die Übung rea­lis­tisch wirkt, sind ihre Gesichter - dank Schminke - rußgeschwärzt und blut­ver­schmiert.

René Irion hat den Ein­satz vor­be­reitet. Damit die etwa 200 Zuschauer im geord­neten Durch­ein­ander nicht den Über­blick ver­lieren, kom­men­tiert er per Mikrofon das Geschehen.

Der Fahr­stuhl im Keller ist als Brand­herd aus­ge­macht. Und die Ein­satz­trupps sind wirk­lich schnell wie die Feu­er­wehr: Schon um 16.25 Uhr kann Winkler seinen Abschluss­be­richt an die Kom­man­do­stelle ablie­fern: Der Brand ist in allen Stöcken gelöscht, es befinden sich keine Per­sonen mehr im Gebäude, der Fir­men­be­sitzer ist infor­miert und befindet sich vor Ort.

Zwei Minuten später hat auch der Drucklüfter seine Arbeit geleistet und den Rauch im Gebäude wieder ent­fernt. Steffen Maile und Michael Henne führen der­weil im Ein­satz­leit­wagen Pro­to­koll. So können die Grup­penführer später den Ein­satz genau ana­ly­sieren.

Nach der Löschübung zeigt sich René Irion voll zufrieden: „Es gab nur Klei­nig­keiten zu bemängeln.“ Bei der Jah­res­hauptübung war es ihm vor allem wichtig, dass die jüngeren Feu­er­wehr­mit­glieder ein Gespür für einen größeren Ein­satz bekommen.

Von Nach­wuchs­sorgen ist die Lauf­fener Feu­er­wehr im übrigen nicht geplagt. Über 20 Mit­glieder hat die Jugend­ab­tei­lung, über 80 aktive Feu­er­wehr­leute können im Not­fall ange­piepst werden.

Ein­satz­leiter Armin Winkler freut sich über die gute Zusam­men­ar­beit mit der Firma Schunk, die für die Großübung ihre Räumlich­keiten zur Verfügung gestellt hat. Leider seien nicht alle Unter­nehmen so koope­ra­ti­ons­be­reit. „Für immer weniger Firmen ist es selbst­verständlich, dass sie ihr Per­sonal für die Einsätze frei­stellen“, erzählt Winkler.

Foto: Feu­er­wehr­leute befes­tigen eine Liege auf dem Ret­tungs­korb: Bei der Firma Schunk in der Bahn­hofstraße führte die Lauf­fener Wehr ihre Hauptübung durch. (Foto: Jens Die­rolf)