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Kuh greift Polizei an, Wehr sägt Handschellen auf

von Carsten Friese HSt

Hart­ge­sot­tenen Ver­bre­chern und win­digen Gau­nern hin­ter­her­zu­jagen, ist für die Unterländer Polizei der alltägliche Job. Doch nicht selten stehen sie vor einem Ein­satz, der in der Form in keinem Lehr­buch steht. Ein Jah­resrückblick auf kuriose Fälle, wie sie auch die Feu­er­wehr erlebte.

Fall1: Kuh greift Beamte an: Einer angriffs­lus­tigen Kuh sahen sich Poli­zisten im Oktober in Fins­terrot gegenüber. Der Besitzer hatte die Polizei alar­miert, da die seit Wochen auffällige Kuh von der Weide geflüchtet war. Als die Beamten ein­trafen, machte die Kuh „deut­liche Anstalten“, die Uni­for­mierten auf die Hörner zu nehmen. Von einem Schuss getroffen, flüchtete das Tier. Polizei, Jagdpächter, und Förster nahmen die Ver­fol­gung auf, sogar ein Poli­zei­hub­schrauber kam zum Ein­satz. Bei Ein­bruch der Dun­kel­heit musste die Suche an dem Tag abge­bro­chen werden.

Fall 2: Wach­hund gestohlen: Auf ein ungewöhnli­ches Objekt der Begierde hatten es Ein­bre­cher im Heil­bronner Lau­erweg abge­sehen. Im Oktober drangen sie in ein Fir­mengelände ein und nahmen Wach­hund „Blacky“ mit. Sonst wurde nichts gestohlen. Der Rüde „ist sehr zutrau­lich“, teilte die Polizei beim Fahn­dungs­aufruf mit.

Fall 3: Ein­ge­fro­rener Schwan: Wie rettet man einen Schwan aus dem Eis? Fest­ge­froren war das Tier im Dezember im Weins­berger Biotop „Zie­ge­lei­park“. Die Feu­er­wehr rückte mit einem Schlauch­boot an. Als das Boot laut­stark mit Press­luft gefüllt wurde, schwante dem Schwan wohl, er könnte als Sonn­tags­braten enden. Er fing so stark zu flat­tern an, dass der ihn umhüllende Eis­panzer brach. Die Wehr konnte wieder abrücken.

Fall 4: Schlan­gen­alarm am See: Helle Auf­re­gung im Mai am Elsenzer Badesee: Eine etwa zwei Meter grüne Schlange hatte eine Frau am See­kiosk ent­deckt. Die Kunde von einer „grünen Mamba“ machte schnell die Runde. Polizei und Feu­er­wehr suchten das See­ufer ab. Sie fanden einen Teil Schlan­gen­haut. Ein Experte gab Ent­war­nung. Die Haut stammte von einer ungif­tigen grünen Baum­py­thon, die sich nur von Feder­vieh und Mäusen ernährt. Der Besitzer der exo­ti­schen Schlange hat sich nie gemeldet.

Fall 5: Schwein in Wasch­halle: Ein Schwein, das auf der A 81 auf dem Weg zum Schlachthof aus einem Anhänger geflohen war, musste die Heil­bronner Feu­er­wehr im Januar in ihre Obhut nehmen. In einer Box ver­brachte es die Nacht in der Feu­er­wehr-Wasch­halle, ehe am nächsten Tag der Besitzer einen zweiten Ver­such star­tete.

Fall 6: Selbst ver­haftet: In Beglei­tung der Polizei kamen zwei Jugend­liche im November zur Heil­bronner Feu­er­wache. Ihr Pro­blem: Sie hatten mit Hand­schellen Scha­ber­nack getrieben. Der eine kam aus den Schließen nicht mehr heraus, und Schlüssel gab's offenbar auch keine. Ein Feu­er­wehr­mit­ar­beiter sägte den Pech­vogel wieder frei. Ganz vor­sichtig natürlich, damit er am Ende nicht noch eine Schramme abbe­kommt.

Fall 7: Igel als Ein­bre­cher? Verdächtige laute Geräusche, ver­mut­lich die eines Ein­bre­chers, ver­nahm ein Heil­bronner in einer August­nacht in seinem Garten. Er alar­mierte die Polizei. Am Tatort wurden die Beamten schnell fündig. Ein Igelpärchen hatte sich beim Lie­bes­spiel nicht um die Nacht­ruhe der Nach­barn geschert.

Fall 8: Ende eines Spiels mit Hand­schellen: Einen Jugend­li­chen durfte die Heil­bronner Feu­er­wehr nach einem Miss­ge­schick freisägen. (Fotos: Feu­er­wehr/Polizei) Ein Schwein auf Abwegen: Für eine Nacht durfte die Heil­bronner Feu­er­wehr das Bors­ten­tier beher­bergen. Es war aus einem Anhänger ausgebüxt - auf dem Weg zum Schlachter.

Fotos: Feu­er­wehr Heil­bronn
Ein Schwein auf Abwegen: Für eine Nacht durfte die Heil­bronner Feu­er­wehr das Bors­ten­tier beher­bergen. Es war aus einem Anhänger ausgebüxt - auf dem Weg zum Schlachter.

Ende eines Spiels mit Hand­schellen: Einen Jugend­li­chen durfte die Heil­bronner Feu­er­wehr nach einem Miss­ge­schick freisägen.

Fotos: Feu­er­wehr/Polizei