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Kistenstapeln und Feuerlöschen erfreuten das Publikum

Bad Rappenauvon Christine Weller HSt

„26 Kisten sind's.“ Die Stimme Ralf Schnei­ders schallte weit über den Platz. Span­nung bei allen Zuschauern, als der acht Jahre alte Simon Klum­bach weit oben auf seinem wacke­ligen Podest nach der 27. Kiste angelte. Das wage­mu­tige Spiel war Bestand­teil des Bon­felder Feu­er­wehr­festes rund um den 125. Geburtstag.

Der Bier­kis­ten­turm schwankte. Doch Simon schaffte es noch, den 27. Behälter unter seinen Po zu schieben, bevor der lockere Aufbau zusam­men­brach. Leicht pen­delnd hing der Junge nun am Seil der Absturz­si­che­rung, die die Bad Rap­pen­auer Flo­ri­ansjünger als Demons­tra­ti­ons­ob­jekt zum Fest ihrer Nach­barn mit­ge­bracht hatten. Als Simons Füße den Boden erreichten, wusste er noch nicht, dass ihm Sie­ges­lor­beer winkte.

An dem hei­teren, infor­ma­tiven Wett­be­werb machten 35 Kinder, ein Drittel davon Mädchen, mit. „Dass es mein Sohn war, der gewonnen hat, ist reiner Zufall“, sagte der Kom­man­dant Axel Klum­bach später bescheiden - aber stolz. Der Chef der Bon­felder Feu­er­wehr schaute sich zufrieden auf dem Gelände vor der Bis­land­halle um. Ganze Fami­lien saßen bei strah­lendem Son­nen­schein gemütlich an Tischen und Bänken, genossen das kuli­na­ri­sche Angebot und ließen sich über die Arbeit ihrer Wehr infor­mieren.

Begonnen hatte der Tag mit einem sehr gut besuchten ökume­ni­schen Got­tes­dienst. Danach, so Klum­bach, gab es für 170 Männer befreun­deter Feu­er­wehren ein Weißwurstfrühstück. Sehr gut sei von der Bevölke­rung das tra­di­tio­nelle warme Mit­tag­essen ange­nommen worden, so Klum­bach. Auch jetzt, am Nach­mittag, kamen immer neue Besu­cher.

Wer beim Bier­kis­ten­sta­peln zuge­schaut hatte, bewun­derte anschließend viel­leicht die lus­tigen Fell­ka­me­raden am Stand der Teddybär-Freunde. „Wir haben schon lange einen Teddy für kleine Unfall­opfer im Ret­tungs­wagen“, ver­riet Axel Klum­bach. Jetzt sei die Bestückung mit den drol­ligen Tröstern auch für alle anderen Bad Rap­pen­auer Feu­er­wehr­fahr­zeuge im Gespräch.

Den Bon­felder Michael Hauber zog es dorthin, wo Timo Hof­mann dem Publikum erklärte, wie ein Hand­feuerlöscher funk­tio­niert - und wie man ihn richtig hand­habt. „Man muss schließlich wissen, wie man sich zu Hause selbst helfen kann“, meinte Hauber - und machte auf Anhieb alles richtig.

Hinter der Bis­land­halle war­tete ein rotglänzender, chrom­blit­zender Fahr­zeug­park. Hier zeigten die Flo­ri­ansjünger, mit wel­cher Hilfe die Land­kreisbevölke­rung auch im Kata­stro­phen­fall rechnen kann. Große Beach­tung fand zum Bei­spiel der kom­plette Löschzug, Bau­jahr 1951, den die Bad Fried­richs­haller mit­ge­bracht hatte oder der hoch­mo­derne Ein­satz­leit­wagen aus Neckar­sulm. Gleich zweimal musste Timo Hof­mann an diesem Tag den Fahr­zeug­park erklären.

Foto: Timo Hoff­mann zeigte, wie man einen Feuerlöscher richtig hand­habt. Bei ihrem Geburts­tags­fest gab die Bon­felder Feu­er­wehr Ein­blick in ihre Arbeit. (Foto: Chris­tine Weller)