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Fürs neue Löschfahrzeug soll nichts anbrennen

Kirchardtvon Steffan Maurhoff

Kirchardt hat „A“ gesagt und will nun möglichst auch „B“ sagen. Nach dem Bau des Feu­er­wehr­hauses muss auch ein neues - leider ziem­lich teures - Löschfahr­zeug her. Um einen Zuschuss will sich die Gemeinde schon mal bemühen, damit da nichts anbrennt.

Schon vor Jahren wurde eine Kon­zep­tion für die Feu­er­wehr(en) in Kirchardt ersonnen und nach und nach umge­setzt, zuletzt mit dem Bau des Feu­er­wehr­hauses im Hauptort und der Zusam­menführung der Abtei­lungen Ber­wangen und Kirchardt. Zwin­gend not­wendig ist nun ein größeres Tanklöschfahr­zeug, das mehr Wasser mitführen kann als es den Blauröcken bis­lang möglich ist. Zur­zeit sind 600 Liter Löschwasser für zwei Minuten da - zu wenig, wenn's brenzlig ist. Das nun ange­dachte Fahr­zeug mit der einprägsamen Bezeich­nung TLF 16/25 hat ein Tank­vo­lumen von 2 500 Litern und kostet, je nach Aus­stat­tung, zwi­schen 250 000 und 265 000 Euro. Mit rund 70 000 Euro Zuschuss kann die Gemeinde irgend­wann in den nächsten Jahren rechnen - wenn sie jetzt nichts anbrennen lässt und noch recht­zeitig einen Antrag stellt. Ver­bleibt ein Eigen­an­teil von 180 000 bis 195 000 Euro. Ein Bro­cken, den die klamme Kom­mune bes­ten­falls auf Raten schul­tern kann. Je nach Haus­halts­lage ist vor­ge­sehen, das Fahr­ge­stell 2005 zu finan­zieren und den Aufbau 2006. Eine Aus­schrei­bung soll jetzt genaue Zahlen erbringen.

Obwohl sich der Kirchardter Rat ein­stimmig für den ersten Schritt zum Kauf eines neuen Fahr­zeugs ent­schied, zeigte die Dis­kus­sion, dass man die Sache nicht auf die leichte Schulter nimmt. Jula Turban-Kümmerles Gedanken kreisten um eine Koope­ra­tionen mit dem nur vier Kilo­meter ent­fernten Itt­lingen, wo die Feu­er­wehr genau so ein Fahr­zeug kaufen will wie nun auch die Kirchardter. Doch Bürger­meister Rudi Kübler musste sie enttäuschen: Die vor­ge­schrie­benen Hilfs­fristen, inner­halb derer die Wehr im Ernst­fall am Ein­satzort sein muss, könnten von Itt­lingen aus nie­mals ein­ge­halten werden. Für Gerd Wolf war dagegen allein schon die Sicher­heit der Wehr­leute, die im Ernst­fall ihr Leben wagen, Argu­ment genug, das größere Löschfahr­zeug anzu­schaffen. Helmut Herr­mann gestand, sich von einer anderen Mei­nung zu seiner jet­zigen Hal­tung durch­ge­rungen zu haben: „Wenn es um Leben und Tod geht, kann ich nicht nicht mit einem schönen Feu­er­wehr­haus löschen, son­dern brauche auch das rich­tige Gerät dazu.“

Grünes Licht für ein modernes Hin­weis­schild vor dem Feu­er­wehr­haus gab der Gemein­derat auch. Das Schild bekommt einen so mas­siven Sockel, dass er auch für einen so genannten Zug­punkt taugt, den die Wehr zum Üben braucht. Kosten: knapp 8 500 Euro.

Beim Thema Kas­sen­lage beglückte Kämmerer Her­bert Kleiner den Rat zwar mit einem der­zei­tigen Gewer­be­steu­er­plus von 372 000 Euro, ver­deut­lichte aber, dass solche Zahlen mit­unter die Lebens­dauer einer Ein­tags­fliege haben. „Ver­gan­gene Woche hätte ich Ihnen noch von 100 000 Euro mehr erzählt.“ Und: „Das Jahr ist noch nicht um.“

Foto:Nachdem das neue Kirchardter Feu­er­wehr­haus fertig ist, soll nun ein Tanklöschfahr­zeugmit 2 500 Litern Was­ser­vorrat her. So sieht es die Feu­er­wehr­kon­zep­tion der Gemeinde vor. (Foto: Steffan Maurhoff)