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Feuerwehr-Kasse bleibt unangetastet

von Oliver Färber HSt

Gespannt hatte die Feu­er­wehr­spitze Baden-Württem­bergs auf die Rede von Innen­mi­nister Heri­bert Rech gewartet. Bei der Feu­er­wehr-Lan­des­ver­samm­lung in Wal­den­burg verkündete er: Das Geld aus der Feu­er­schutz­steuer soll 2005/2006 bei den Flo­ri­ansjüngern bleiben.

Rund 400 Dele­gierten aus dem ganzen Land und wei­tere rund 100 Gästen aus Politik, Wirt­schaft und aus anderen Hilfs­or­ga­ni­sa­tionen waren bei der Ver­samm­lung des Lan­des­feu­er­wehr­ver­bands dabei. Frank Knödler, der bei der Ver­an­stal­tung erneut zum Präsidenten der Ver­ei­ni­gung gewählt wurde, betonte, wie wichtig die tra­di­tio­nellen Werte in unserer Zeit seien. „Rücksicht, Tole­ranz, Pflich­terfüllung und Soli­darität sind ele­men­tare Vor­aus­set­zungen“, stellte er fest. Rund 180 000 Feu­er­wehr­angehörige im Land seien diesen Werten treu, müssten aller­dings quan­ti­tativ wie auch qua­li­tativ trotz sin­kender Per­so­nalstärke immer mehr leisten.

Kopf­zer­bre­chen berei­teten auch die Finanzen. Er for­derte im nächsten Haus­halt eine Zweck­bin­dung der Feu­er­schutz­steuer zugunsten der Zuschüsse für die Flo­ri­ansjünger. Ein wei­teres Anliegen war ihm die Moder­ni­sie­rung des Feu­er­wehr­erho­lungs­heims - ein Acht-Mil­lionen-Pro­jekt, für das er auf Lan­des­zuschüsse hofft. Dem Bun­des­feu­er­wehr­ver­band erteilte er aus baden-württem­ber­gi­scher Sicht eine Absage, die Beiträge zu erhöhen.

Die Dele­gierten ver­ab­schie­deten auf der Ver­samm­lung eine Reso­lu­tion. Sie for­dert die Politik dazu auf, Rauch­melder auch in Pri­vat­haus­halten in der Lan­des­bau­ord­nung vor­zu­schreiben. Knödler warb für die Aktion „Fit For Fire Fighting“, die Ein­satzkräfte Spaß an der Bewe­gung machen solle.

Als Fest­redner hatte der Ver­band Rein­hold Würth gewonnen. Der Unter­nehmer hatte sich dem Thema „Mut zur Über­nahme von Ver­ant­wor­tung“ gewidmet. Mehr­mals erhielt er Applaus und Zustim­mung für seine Worte. „Mensch­liche Bezie­hungen leiden unter den Zwängen der Com­pu­ter­technik“, stellte Würth fest. Statt mit­ein­ander zu reden, mülle man sich gegen­seitig mit E-Mails zu. „Wir lassen uns durch die Infor­matik ein Kor­sett anlegen“, meinte er. Für seine großen Ver­dienst um die Flo­ri­ansjünger erhielt der Hohen­loher die gol­dene Ehren­nadel des Deut­schen Feu­er­wehr­ver­bands. Der aus­ge­schie­dene Innen­mi­nister Thomas Schäuble nahm mit dem deut­schen Feu­er­wehr-Ehren­kreuz in Gold eine beson­dere Aus­zeich­nung in Emp­fang.

Dass Mittel aus der Feu­er­schutz­steuer im Dop­pel­haus­halt 2005/2006 unein­ge­schränkt den Feu­er­wehren zu Gute kommen, ver­sprach der neue Innen­mi­nister Heri­bert Rech. „Wir konnten damit die Feu­er­wehren vor Ein­schnitten bewahren“, erklärte er. Bei der stei­genden Ent­wick­lung der Feu­er­schutz­steuer sehe er die Möglich­keit, die Reno­vie­rung des Feu­er­wehr­erho­lungs­heims zu fördern. Trotzdem solle man auch bei den Flo­ri­ansjüngern sparen. „Feu­er­wehren und Kom­munen sind inno­vativ. Reformansätze sollte man sich des­halb nicht von außen dik­tieren lassen“, so Rech. Er sicherte bei allem Themen Gesprächs­be­reit­schaft zu.