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Feuer im Keller des Heilbronner Kohlekraftwerks

Heilbronnvon Franziska Feinäugle HSt

Ein Feuer im Keller des Heil­bronner Koh­le­kraft­werks hat Block 7 ges­tern für die kom­menden Wochen lahm gelegt. Die genaue Brand­ur­sache ist noch unklar, der Sach­schaden laut Polizei und Kraft­werks­spre­cherin bis­lang "noch nicht zu bezif­fern".

Um 5.55 Uhr schlagen ein EnBW-Wach­mann und die Feu­er­mel­de­an­lage fast zeit­gleich Alarm: Im Unter­ge­schoss des Kes­sel­hauses, fünfein­halb Meter unter der Erde, ist ein Brand aus­ge­bro­chen. Durch ein Leck in einer Hydrauliköllei­tung in der Koh­len­mahl­an­lage sind im Lauf der Nacht rund 500 Liter Öl in die Kel­lerräume geflossen. Warum sich das Öl entzündet hat, weiß man noch nicht. Mit Atem­schutzgeräten und Wärme­bild­ka­mera arbeitet sich die 58 Mann stark angerückte Heil­bronner Feu­er­wehr unterstützt von der Werks­feu­er­wehr zum Feuer vor.

Der Rauch ist dick, man sieht nicht viel. Der Brand ist bald unter Kon­trolle, aber die Hitze hat zahl­reiche Kabel schmelzen lassen und so einen längeren Pro­duk­ti­ons­aus­fall im Block 7 erzeugt. Die Feu­er­wehr ist noch bis 14 Uhr vor Ort, um glühenden, zusam­men­ge­klumpten Koh­len­staub zu besei­tigen.

Die Spe­ku­la­tionen über die Scha­denshöhe vari­ierten ges­tern zwi­schen "um die 100 000 Euro" und "sie­ben­stel­lige Summe". Wann Block 7 wieder ans Netz gehen kann, darüber konnte der Heil­bronner Kraft­werks­leiter Rolf Seeger ges­tern Nach­mittag noch "keine defi­ni­tive Aus­sage" machen: "Das wird bestimmt ein paar Wochen dauern." Die beiden anderen aktiven Kraft­werksblöcke 5 und 6 würden "bestimmt einen Teil der aus­fal­lenden Last über­nehmen", seien aber von der Größe her "nicht in der Lage, alles zu ersetzen". Wie groß kon­kret die Strom­mengen sind, die in den kom­menden Wochen im Block 7 nicht pro­du­ziert werden können, darüber hält man sich von Kraft­werks­seite bedeckt.

Die pro­du­zierten Strom­mengen vari­ieren von Tag zu Tag, die Kraft­werks-Ein­satz­pla­nung erfolgt über die Gesell­schaft für Strom­handel in Karls­ruhe. Auf diesem Weg wird auch Ersatz für die weg­fal­lenden Strom­mengen besorgt. Egg­stein: "Die Gesell­schaft setzt andere Kraft­werke aus unserem Kraft­werks­park ein oder beschafft gege­be­nen­falls am Markt Strom." Auf den Koh­le­trans­port per Güter­mo­tor­schiff soll der mehrwöchige Aus­fall laut Kraft­werke-Spre­cherin keinen Ein­fluss haben: "Wir haben vor Ort genug Kapazität: Die Kohle, die nach Heil­bronn unter­wegs ist, wird ganz normal abge­laden und ein­ge­la­gert."

Siehe auch Ein­satz­be­richt der Feu­er­wehr Heil­bronn

Fotos: In der Koh­len­mahl­an­lage: Ein­satz mit Atem­schutz. (Fotos: Feu­er­wehr)Fünfein­halb Meter unter der Erde brach ges­tern Morgen das Feuer im Heil­bronner Kraft­werk aus. Warum, weiß man noch nicht.Die Heil­bronner Feu­er­wehr war mit 58 Mann am Brandort und wurde von der EnBW-Betriebs­feu­er­wehr unterstützt.