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Feuer bei einer Großfamilie und in Möckmühls Altstadt

Möckmühlvon Petra Halamoda HSt

In der Alt­stadt Möckmühls schlugen die Flammen aus dem Dach eines Fach­werk­hauses. Ernst­haft ver­letzt wurde bei den Bränden nie­mand.

Die Fenster in der Dop­pel­haushälfte des 200 Jahre alten Bau­erngehöfts in Stein am Kocher sind geplatzt, ver­kohltes Kin­der­spiel­zeug liegt herum. Laut Ermitt­lungen der Polizei hatte die Schwester ihren sie­benjährigen Bruder ent­deckt, als er von Flammen umgeben auf seinem Bett saß. Mit Verstärkung der Mutter weckte sie den schla­fenden Vater, die Familie ret­tete sich ins Freie. „Wir hatten das Feuer schnell unter Kon­trolle“, erzählt Kom­man­dant Rudolf Schuster.

Sowohl der Vater, der eine Rauch­ver­gif­tung erlitten hatte, als auch der Sohn, der zusätzlich Brand­ver­let­zungen davon­trug, mussten nur eine Nacht im Kran­ken­haus bleiben. „Das beru­higt mich sehr“, sagt die Mutter, die mit den anderen Kin­dern vorläufig Unter­schlupf bei Ver­wandten gefunden hatte.

„In Stein gab es eine Welle der Hilfs­be­reit­schaft“, berichtet Neu­en­stadts Bürger­meister Nor­bert Heuser. „Die Men­schen spen­deten Bett­zeug und Matratzen.“ Schnell hat die Stadt nun eine Übergangs­woh­nung für die Familie gefunden. An dem Bau­erngehöft, das in den nächsten zwei Wochen abge­rissen werden sollte, ent­stand Schaden von 25 000 Euro.

Nur wenige Stunden nach dem Feuer in Stein schlugen um 17 Uhr die Flammen aus dem Dach eines Fach­werk­hauses in der Möckmühler Alt­stadt in den Nacht­himmel. Eine heikle Situa­tion für die Flo­ri­ansjünger: Das Gebäude in der Markt­straße 8, in dem sich eine Buch­hand­lung und eine leer ste­hende Woh­nung befinden, ist ein­ge­bettet zwi­schen Bäcker und Schreib­wa­ren­geschäft. An der Rückseite grenzt direkt ein wei­teres Gebäude an.

„Es gab einen Knall, bald darauf Sire­nen­ge­heul - und irgend­wann sind die Dach­ziegel vom Nach­bar­haus explo­diert“, schil­dert Bäcker Alfred Weber die Situa­tion und blickt von seinem Balkon aus auf den verrußten Dach­stuhl nebenan. Wenn er eine Hand aus­streckt, kann er fast das schwarze Holz­ge­rippe berühren. Ein Geruch wie von Geräuchertem liegt in der Luft. Von diesem Balkon-Logen­platz aus bekämpften die Feu­er­wehr­leute unter anderem den Brand.

Im Erd­ge­schoss ver­suchte Buchhändlerin Elke Menzel am Samstag zu retten, was zu retten war. „So viele Leute haben mir geholfen, die Bücher raus­zu­schleppen“, sagt sie und muss sich schnäuzen. „Das war wirk­lich toll.“ 130 000 Euro beträgt der Schaden an dem Fach­werk­haus, die Brand­ur­sache ist bis­lang unklar. „Dass wir die kom­plette Mann­schaft mit 43 Mann ein­setzen konnten, war ein Glücks­fall“, sagt Kom­man­dant Uwe Thoma. „Wir hatten abends Weih­nachts­feier - des­halb waren zufällig alle Kame­raden in Möckmühl.“

Foto: Hell lodern die Flammen in der Möckmühler Markt­straße: Der Wehr gelang es zu ver­hin­dern, dass das Feuer auf angren­zende Gebäude überg­riff. (Foto: Hei­de­lind Andritsch)

siehe auch Ein­satz­be­richte der Feu­er­wehren Möckmühl und Neu­en­stadt