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Eine Lkw-Karambolage folgt auf die andere

von Franziska Feinäugle HSt

Und wieder: ein Unfall. Ein Unfall mit Last­wagen, auf der A 6 zwi­schen Weins­berger Kreuz und Bad Rap­penau. Der von ges­tern reiht sich ein in eine Serie, die nicht abzureißen scheint. Woran liegt's? Eine Ursa­chen-Ana­lyse.

„Wieder schwerer Lkw-Unfall auf der A 6“, schreibt die Weins­berger Auto­bahn­po­lizei über ihre jüngste Pres­se­mit­tei­lung, und auch der Inhalt der Mel­dung scheint wie ein Echo dessen, was ver­gan­gene Woche am Diens­tag­abend, am Mitt­woch­morgen, am Don­ners­tag­morgen gemeldet worden war: Vier Lkw fahren inein­ander, ein Mann wird im Führer­haus ein­ge­klemmt und schwer ver­letzt, der Sach­schaden beträgt 80 000 Euro, das Ver­kehrs­chaos rund ums Kreuz Weins­berg sum­miert sich auf 21 Kilo­meter Stau. Diesmal - Diens­tag­morgen - pas­siert es zwi­schen Weins­berg und Neckar­sulm auf Höhe des Park­platzes Sulmtal.

Was ist da los? Ist die Neckartal-Via­dukt-Bau­stelle schuld oder der noch nicht erfolgte, auf unab­seh­bare Zeit ver­scho­bene sechs­spu­rige Ausbau der A 6? Fragen, auf die man unter­schied­liche Ant­worten bekommt. Wäre die A 6 bereits wie geplant aus­ge­baut, gäbe es sicher weniger Lkw-Unfälle, glaubt Horst Herr­mann, der als Chef des Heil­bronner Straßenbau­amts auch für die Auto­bahnen zuständig ist. „Der Stand­streifen ist eine zusätzliche Sicher­heit, und die fehlt im Moment.“ Fehlt, weil durch Ummar­kie­rungen in den Jahren 1996 und 1997 zumin­dest stre­cken­weise das geschaffen wurde, was im Ori­ginal wei­terhin auf sich warten lässt: drei Fahr­streifen pro Fahrt­rich­tung.

Dass ein Ausbau, wäre er bereits erfolgt, auch nur einen der vier jüngst pas­sierten Lkw-Unfälle ver­hin­dert hätte, daran zwei­felt Jens Brock­stedt, Chef des Weins­berger Auto­bahn­po­li­zei­re­viers. „Durch einen Ausbau wäre die Fahr­bahn breiter und über­sicht­li­cher, es gäbe brei­tere Fahr­streifen. Aber es wäre nicht gesagt, dass diese Form der Unfälle dadurch rückläufig wird.“

Weil „diese Form der Unfälle“ weniger mit dem hohen Ver­kehrs­auf­kommen - 104 000 Fahr­zeuge pas­sieren täglich auf der A 6 Neckar­sulm, fast 30 000 davon sind Lkw - zusam­menhängt als viel­mehr mit der Art, wie gefahren wird.

„Die kommen relativ dicht daher, fahren schon seit -zig Kilo­me­tern hinter einer Lade­bord­wand her und sehen gar nicht richtig, was weiter vorn pas­siert“, schil­dert Brock­stedt den klas­si­schen Blick­winkel der Lkw-Fahrer. Wenn dann im Weins­berger Kreuz die A 81 in die A 6 mündet, ver­su­chen sich die von Stutt­gart kom­menden Lkw in die neue rechte Spur einzufädeln, einer bremst ab, das Abbremsen setzt sich im Domino-Effekt nach hinten fort, und „einem reicht's nicht mehr“, for­mu­liert es Brock­stedt. Der Lkw fährt auf den Vor­der­mann, schiebt den viel­leicht noch auf ein, zwei andere: Der schwere Unfall ist pas­siert.

Die Ursa­chen: nicht ange­passte Geschwin­dig­keit, man­gelnder Abstand, Unacht­sam­keit.

Foto:Wie so oft: Stau Rich­tung Mann­heim, ein 43-jähriger Lkw-Fahrer merkt es zu spät, schiebt seinen Vor­der­mann auf zwei wei­tere Lkw auf. Sein Bei­fahrer wird schwer ver­letzt. (Foto: Rabea Sattar)