QR-Code zur Seite

Ein zentrales Magazin für beide Wehren

Beilsteinvon Joachim Kinzinger, HSt

Ein gemein­sames Feu­er­wehr­ma­gazin für die beiden Abtei­lungen Beil­stein und Schmid­hausen sieht das neue Kon­zept zur Feu­er­wehr vor, das der Gemein­derat bei einer Gegen­stimme ver­ab­schiedet hat.

Vor vier Jahren waren noch zwei Stand­orte vor­ge­sehen: in Beil­stein und ein Neubau in Bil­lens­bach. Da der Umbau des Maga­zins in der Kern­stadt nicht möglich sei, so Bürger­meister Günter Hen­zler, reifte die Über­le­gung, beide Abtei­lungen unter einem Dach zusam­men­zu­fassen. Als künftiger Standort ist ein Gelände an der Kreis­straße 2091 auf der Kuppe zwi­schen Beil­stein und Schmid­hausen im Gespräch.

Das neue Kon­zept hatte die Feu­er­wehr in einigen Sit­zungen erar­beitet. Kom­man­dant Jürgen Brosi refe­rierte über Ausrücke­be­reiche und Anmarsch­zeiten, erklärte die Kreise, die um das geplante Magazin gezogen wurden. Im Nah­be­reich (2,4 Kilo­meter) soll die Feu­er­wehr in fünf Minuten am Ein­satzort sein. Im 4,2-Kilo­meter-Radius sind maximal zehn Minuten bis zum Brandort vor­ge­sehen. Außerhalb des großen Kreises liegen bei einem zen­tralen Magazin Kai­sers­bach, Etz­lens­wenden, Far­ners­berg und Stocks­berg. Des­halb sollen bei einem Alarm die Nach­bar­wehren aus Neu­lau­tern oder Pre­vorst für Stocks­berg, die Unter­hein­rieter Kame­raden für Far­ners­berg und die Obers­ten­felder Flo­ri­ansjünger für die untere und obere Ölmühle alar­miert werden.

Mehr­mals wies Kreis­brand­meister Hans-Wil­helm Hans­mann darauf hin, im Feu­er­wehr­ge­setz Baden-Württem­berg seien keine klaren Vor­gaben bis zum Ein­treffen am Brandort fixiert. In den „Leis­tungs­hin­weisen“ für die Gemein­de­feu­er­wehr seien maximal zehn Minuten vor­ge­sehen. Wegen der Tagespräsenz der Feu­er­wehr­leute sprach sich Hans­mann für ein Magazin aus. Und: „Bei einer Anmarsch­zeit von zehn Minuten sind 92,5 Pro­zent der Bürger erreichbar.“

Wirt­schaft­liche Gründe gaben laut Hen­zler für eine Zen­trale den Aus­schlag - zwei Maga­zine hätten vier Mil­lionen Euro gekostet. Beide Abtei­lungen könnten ihre Eigenständig­keit auch unter einem Dach bewahren. Im Jahr 2006 ist der Neubau vor­ge­sehen. Ein „großes Magazin“ habe viele Vor­teile, meinte auch Stadtrat Bernd Gemm­rich, der wie andere Stadträte eine lang­fris­tige Koope­ra­tion mit Obers­ten­feld emp­fahl. Für Wolf­gang Sey­bold waren nicht die Kreise, son­dern die Ein­satz­be­reit­schaft ent­schei­dend: „Die Achil­les­ferse ist die Tagespräsenz.“ Diese Kräfte würden beim Tages­ein­satz mit einem Magazin gebündelt, sah Hen­zler Vor­teile.

Als aus­ge­wogen bezeich­nete Paul Stadel das Kon­zept. Aller­dings sollte der Standort noch­mals über­dacht werden. Dass die Nach­bar­wehren auf Dauer mit­spielen, fand Rolf Büttner wichtig. Nur Man­fred Ungerer akzep­tierte die neue Lösung nicht. Er sah ein Risiko für die Bürger in Etz­lens­wenden und Kai­sers­bach. Die Wehr habe sich an die Anfahr­zeit von zehn Minuten zu halten. „Wir haben es alarmmäßig geprobt. In elf Minuten waren wir in Stocks­berg“, sagte darauf Hans Sturm, der um mehr Ver­trauen für die Wehr bat.