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Ein Freudentag für Kirchardt

Kirchardtvon Steffan Maurhoff HSt

Gleich drei Gründe zur Freude hatte Kirchardt am Frei­tag­abend: die Gründung einer eigenen Jugend­feu­er­wehr, die offi­zi­elle Zusam­menführung der bis­he­rigen Abtei­lungs­wehren und die Ein­wei­hung des Feu­er­wehr­hauses, die auf abseh­bare Zeit letzte größere Inves­ti­tion der Gemeinde.

Dass am Freitag kurz vor der offi­zi­ellen Ein­wei­hung des mar­kanten Gebäudes am Kirchardter Orts­ein­gang von Rich­tung Ber­wangen 17 Jungen und Mädchen die Jugend­feu­er­wehr gründeten, freute Landrat Klaus Czer­nuska und Kreis­brand­meister Hans-Wil­helm Hans­mann ganz beson­ders. Weist die Karte dieser Jugend­or­ga­ni­sa­tionen nun doch nur noch zwei weiße Fle­cken auf: Eber­stadt und Clee­bronn.

Die Ereig­nisse vom Grund­satz­be­schluss zur Neu­kon­zep­tion der Kirchardter Wehr und zum Neubau im Sep­tember 2000 bis heute schil­derte Bürger­meister Rudi Kübler. Die Neu­kon­zep­tion - also die Zusam­menführung der bis­he­rigen Abtei­lungen - stieß in Kirchardt im Gegen­satz zu manch' anderer Wehr im Land­kreis auf offene Ohren. Nicht zuletzt not­ge­drungen, denn die Unter­brin­gung der Abtei­lungen war nir­gendwo mehr zeitgemäß. Als Kon­se­quenz suchte man einen Standort für ein neues Feu­er­wehr­haus und fand den opti­malen am Kirchardter Orts­rand.

Der Bau selbst lief, wie Archi­tekt Gerd Krumm­lauf berich­tete, rei­bungslos und unfall­frei. Aber nicht in finan­zi­eller Hin­sicht. Rech­nete die Kom­mune zunächst mit 2,5 Mil­lionen Mark Gesamt­kosten, kamen bei genauerer Betrach­tung samt Neben­kosten und Außenan­lagen 1,8 Mil­lionen Euro heraus. Doch die Aus­schrei­bung der Gewerke brachte so erfreu­liche Zahlen, dass das Pro­jekt schließlich bei 1,5 Mil­lionen Euro lan­dete.
Paradox ist nur, dass aus­ge­rechnet die Ein­spa­rungen eine schlechte Nach­richt sind. Denn wegen der gerin­geren Bau­summe fallen auch die ent­spre­chenden Zuschüsse geringer aus - so dass jetzt der eigent­lich gewünschte Übungs­turm vor dem Gebäude gekippt ist. Ohne Zuschuss sei der Turm „momentan nicht rea­li­sierbar“, bedau­erte der Bürger­meister, der den Neubau als archi­tek­to­nisch gelun­genen Zweckbau und „ganz gewiss keinen Luxus“ bezeich­nete. Mit letz­terem reagierte er auf Stimmen im Ort, die den Bau kri­ti­sieren, nicht zuletzt wegen inzwi­schen ange­ho­bener Grund­steuern in der Kom­mune. Der Rat­haus­chef unter­strich jedoch die Not­wen­dig­keit einer ein­satzfähigen Feu­er­wehr, und die gebe es eben nicht zum Null­tarif.

Dass die Zeit des Neu­baus keine ein­fache war, man glaubte es Kom­man­dant Ger­hard Bentz aufs Wort. Über die Neu­kon­zep­tion der Wehr - von ihm ursprünglich als Bürokratie emp­funden - sei er mitt­ler­weile heil­froh. Und beim Bau selbst sei die Wehr stets ein­be­zogen worden: „Es waren Ter­mine ohne Ende“, sagte der Kom­man­dant, der das Amt am 1. Juli an Markus Bucher abgibt.

MdL Ingo Rust, der auch im Namen von Fried­linde Gurr-Hirsch sprach, ver­glich die Wehr mit einem Airbag: Gut, einen zu haben. Aber besser, ihn nie zu brau­chen.