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Verheerendes Unwetter versetzt Neudenau in Ausnahmezustand

Einsatz der Feuerwehren Neudenau, Beilstein, Obersulm und UntereisesheimHochwasser am von Uwe Amann, Feuerwehr Neudenau

Nach den beiden ver­hee­renden Unwet­tern 2008 wurde die Stadt Neu­denau mit allen Orts­teilen am 30. Mai 2016 wieder in den Aus­nah­me­zu­stand ver­setzt. Tief „Elvira“ sorgte dafür, dass es in der Umge­bung teil­weise über 100 Liter pro Qua­drat­meder Nie­der­schlag gab. Den zahl­rei­chen Klingen in den Stadt­teilen war diese Menge in der kurzen Zeit zu viel. Es kam zu großen Über­flu­tungen, vor allem um den näheren Bereich der Klingen.

Alar­miert wurde die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Neu­denau um 01.02 Uhr zu diversen Unwet­ter­einsätzen. Die Leit­stelle Heil­bronn befand sich hier bereits im Unwet­ter­modul, Mel­dungen zu Einsätzen gingen nur noch per Fax oder in drin­genden Fällen per Funk/Telefon an das Führungs­haus Neu­denau.

In der Summe mussten inner­halb der nächsten 18 Stunden über 100 (!) Einsätze abge­ar­beitet werden.

So wurden viele Keller aus­ge­pumpt, aber auch Straßen, Hof­ein­fahrten und Gebäude von Schlamm­massen befreit. Meh­rere Per­sonen mussten aus ihren Fahr­zeugen befreit werden, da sie sich auf über­flu­teten Straßen zu weit nach vorne trauten und dann von den Was­ser­massen über­rascht und in ihren Fahr­zeugen ein­ge­schlossen wurden.

Eine größere Ein­satz­stelle lag in der Sig­linger Straße in Neu­denau, wo im unteren Bereich ein Damm, der eigent­lich vor Hoch­wasser schützen soll, das Abfließen der Was­ser­massen ver­hin­derte. So staute sich die Flut in zwei Wohnhäuser zurück. Außerdem war (wieder einmal) der Ein­kaufs­markt direkt von Schlamm- und Was­ser­massen beauf­schlagt, in immenser Art und Weise!

Auch die Kutte war wieder einmal stark betroffen, „Im Hof­garten“, „Kut­tenweg“ und „Gar­ten­straße“ waren kom­plett vom Schlamm bedeckt.

Ein wei­terer Schwer­punkt lag im Bereich der Züttlinger Straße in Sig­lingen, wo zunächst meh­rere Per­sonen in ihren Häusern ein­ge­schlossen waren und teil­weise durch nach­drin­gendes Wasser gefährdet waren. Im Laufe des Tages kamen hier noch ein umgestürzter Heizöltank sowie ein auf­ge­schwemmter Flüssig­gas­tank in die Quere, war zu „Priorität-1-Einsätzen“ führte. Der Krisen- und Führungs­stab in Heil­bronn war hierüber immer aktuell infor­miert und unterstützte bei der Dis­po­nie­rung von Ein­satzkräften.

In Her­bolz­heim waren die Bereiche „Neu­de­nauer Straße“, „Brun­nen­steige“ und „Bereich Heri­botstraße“ Schwer­punkte. Hier unterstützten auch tatkräftig Feu­er­wehrkräfte aus Unter­ei­sesheim und Ober­sulm.

In Kreßbach war die gesamte Orts­durch­fahrt über­flutet, weiter sorgte ein Erd­rutsch in Rich­tung Ernstein für ein Ver­kehrs­chaos. Die Feu­er­wehr Beil­stein unterstützte an dieser Stelle.

Der Böcklingsee, der meh­rere Mil­lionen Liter Wasser führt, drohte über­zu­laufen bzw. war hier die Lage teil­weise dra­ma­tisch, da der Über­lauf zu bre­chen drohte. Wäre dies geschehen, hätte sich eine Flut den Weg durch den Wald ins Scheff­lenztal gebahnt und hätte dort für wei­tere, schlimme Beeinträchti­gungen gesorgt. Daher wurden hier durch den Fach­be­rater THW zwei THW-Fach­verbände aus Lud­wigs­burg und Wetzlar (!) zum Abpumpen ange­for­dert. Diese arbei­teten etwa sechs Stunden an dieser Ein­satz­stelle.

Die L526, das „Bachsträßle“ war durch umgestürzte Bäume und Erd­rut­sche kom­plett unpas­sierbar und wurde im Laufe des Tages zunächst durch die Feu­er­wehr, später durch die Straßenmeis­terei gesperrt.

Durch diese Summe an Ein­satz­stellen war Neu­denau zeit­weise in alle Rich­tungen von der Außenwelt abge­schnitten. Daher war es auch für Kräfte, die zur Über­land­hilfe her­an­eilten, teil­weise nur mit größten Umwegen und auf Feld­wegen möglich, ins Stadt­ge­biet zu gelangen.

Alle Einsätze wurden im Feu­er­wehr­haus Neu­denau dis­po­niert, wo die inzwi­schen eta­blierte Struktur des „Führungs­hauses“ gut funk­tio­nierte. Zusätzlich musste ein zusätzli­cher Feu­er­wehr­ein­satz (Not­fall-Türöffnung) und zwei Helfer-vor-Ort-Einsätze für die Feu­er­wehrkräfte von hier aus dis­po­niert. Auch die Ver­pfle­gung aller Ein­satzkräfte im Stadt­ge­biet wurde durch die ehren­amt­li­chen Feu­er­wehrkräfte orga­ni­siert und gemeis­tert.

Im Ein­satz waren etwa 120 Kräfte der Frei­wil­ligen Feu­er­wehren Neu­denau, Unter­ei­sesheim, Beil­stein, Ober­sulm sowie 25 Mit­glieder der THW-Orts­verbände sowie der Bauhof der Stadt Neu­denau.