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Jugendliche retten 79-jährige Frau aus brennendem Haus

Einsatz der Feuerwehr Bad RappenauDachstockbrand am von Adrian Hoffmann, HSt

In dem Haus, da brennt es doch! Darauf sind drei Jugend­liche auf ihren Fahrrädern auf­merksam geworden, als sie am Frei­tag­abend gegen 20 Uhr die Bad Rap­pen­auer Bahn­hofstraße ent­lang fuhren. Sie rannten zum Ein­gang, klin­gelten und klopften.

Eine 79-jährige Frau im Roll­stuhl machte auf - sie hatte von alledem noch nichts bemerkt. Die Jungs packten kur­zer­hand an, führten die Frau die kleine Treppe hinab und ret­teten sie ins Freie.

Schlim­meres ver­hin­dert

So ist wahr­schein­lich Schlim­meres ver­hin­dert worden. Kurze Zeit später war bereits die Feu­er­wehr vor Ort, die von den Jugend­li­chen - Eugen Lang, Daniel Edel­mann und Alex­ander Moschaiski - alar­miert wurden. "Sie haben wirk­lich vor­bild­lich reagiert",sagt Theo Strauß vom Bad Rap­pen­auer Poli­zei­posten. "Man muss ihnen ein großes Lob aus­spre­chen."

Feu­er­wehr stand sofort bereit

Durch die frühe Alar­mie­rung hatten die rund 20 Feu­er­wehr­leute aus Bad Rap­penau und Bon­feld, die mit sechs Fahr­zeugen zum Ein­satz kamen, den Brand schnell im Griff. Die ältere Frau hatte gleich dop­pelt Glück: Weil die Feu­er­wehr­leute das 1.Mai-Fest vor­be­rei­teten, saßen sie gerade sowieso bei­sammen im Magazin.

"Wir waren alle vor Ort",sagt Kerstin Böhm. Als die Grup­penführerin wenige hun­dert Meter weiter am Brandort in der Bahn­hofs­straße ein­traf, waren bereits Flammen zu sehen und Rauch­schwaden.

Auf dem Dach gelöscht

Die Feu­er­wehr­leute löschten zuerst von außen, dann ging ein Trupp nach innen in den Dach­stuhl. Gleich­zeitig habe man von der Dreh­leiter aus gelöscht, sagt Kom­man­dant Felix Mann. Zum Glück habe es weit­ge­hend außen gebrannt, gar nicht so viel im Innen­be­reich.

Da am Dach in den letzten Tagen Sanie­rungs­ar­beiten liefen, hatten die Feu­er­wehr­leute die Möglich­keit, durch eine offene Stelle aus dem Dach her­aus­zu­steigen und den Brand­herd noch besser zu errei­chen.

Brand­ur­sache noch ungeklärt

Nach Angaben der Polizei ist die Brand­ur­sache noch ungeklärt. Brand­stif­tung könne man aber aus­schließen, ebenso einen tech­ni­schen Defekt. Der Sach­schaden wird auf rund 20.000 Euro geschätzt.

Bei den Löschar­beiten sei die über dem Dach ver­lau­fende Ober­span­nungs­lei­tung zu beachten gewesen, so Kom­man­dant Felix Mann. Man habe sie aber früh abschalten können.

79-jährige Frau: Sohn und Enkel bei der Feu­er­wehr

Die 79-jährige Bewoh­nerin fasste den Brand im eigenen Haus dem Anschein nach recht gefasst auf. Sohn und Enkel sind beide bei der Feu­er­wehr, viel­leicht auch des­halb. "Ich bin gerade von der Abend­messe in der katho­li­schen Kirche zurückge­kommen",sagt sie. 15 Minuten etwa sei sie daheim gewesen, dann hätten die Jugend­li­chen, denen sie sehr dankbar ist, geklin­gelt.

Einer von ihnen klet­terte sogar am Baugerüst an der Haus­wand hoch, um am Fenster im ersten Stock zu klopfen. Glückli­cher­weise befand sich außer der Frau nie­mand dort. Sie konnte bereits vor 22 Uhr zurück ins Haus, ihr Wohn­be­reich im Erd­ge­schoss ist vom Feuer völlig unver­sehrt.