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Hoher Schaden bei Wohnhausbrand im neuen Jahr

Einsatz der Feuerwehr HeilbronnZusammenfassung mehrerer Einsätze am von Feuerwehr Heilbronn; Redaktion HSt

Der letzte Tag im alten Jahr zeigte sich bei der Feu­er­wehr Heil­bronn bezüglich des Ein­satz­ge­sche­hens eher unspek­takulär. In der Ler­chen­straße musste eine Woh­nungstür geöffnet werden. Durch einen geplatzten Boiler war es zum Was­ser­schaden gekommen. Das aus­ge­tre­tene Wasser tropfte durch die Decke in einen Ein­kaufs­laden unter­halb der Woh­nung und beschädigte dort die Waren in den Regalen.

Neben zwei wei­teren Türöffnungen rückte die Dreh­leiter gegen 11.15 Uhr in die Uhland­straße aus. Eine durch­ge­ros­tete Satel­li­ten­an­tenne hing im Schnee­fang­gitter eines Wohn­hauses und drohte auf den Gehweg zu fallen. Die Besat­zung der Dreh­leiter konnte die Antenne ent­fernen und die Gefahr somit rasch besei­tigen.

Um 20.25 Uhr mel­dete ein Pas­sant der Inte­grierten Leit­stelle bren­nende Müllsäcke in der Rosen­berg­straße. Zu einem wei­teren Klein­brand kam es rund elf Minuten vor dem Jah­res­wechsel in der Bis­marck­straße. Dort war Papiermüll in Brand geraten.

Das neue Jahr hatte gerade begonnen, als die Brand­mel­de­an­lage eines Elek­trogroßhan­dels in Heil­bronn-Böckingen, um 00.07 Uhr einen Feu­er­alarm mel­dete. Die Erkun­dung ergab jedoch, dass ein Rauch­melder an der Con­tai­ner­rampe den Alarm auf­grund von abzie­hendem Feu­er­werks­qualm ausgelöst hatte.

Gegen 00.31 Uhr mel­deten Pas­santen einen Feu­er­schein zwi­schen zwei Wohnhäusern in der Fey­er­abend­straße. Sofort wurden ein Löschfahr­zeug von der Haupt­feu­er­wache sowie der mitt­ler­weile auf der Rückfahrt befind­liche Löschzug vom Mel­deralarm zum Brand­ob­jekt ent­sandt.

An der Ein­satz­stelle hatte sich das ent­lang eines Wohn­hauses auf­ge­schich­tete Brenn­holz, ver­mut­lich durch einen Feu­er­werkskörper, entzündet. Zwei Fenster im Erd­ge­schoss waren auf­grund der großen Hitze geborsten und das Feuer hatte bereits auf den Dach­stock über­ge­griffen.

Umge­hend wurde eine Rie­gel­stel­lung zum Nach­bar­haus auf­ge­baut. Wei­tere Trupps unter Atem­schutz drangen in das Wohn­haus ein und durch­suchten die teil­weise stark ver­rauchten Zimmer nach Per­sonen. Glückli­cher­weise waren die Bewohner jedoch zum Zeit­punkt nicht zuhause.

Mit meh­reren Rohren im Innen- und Außenan­griff konnten die Flammen schließlich unter Kon­trolle gebracht werden. Trotz des schnellen und mas­siven Ein­satzes der Feu­er­wehr hatte das Feuer bereits Teile des Daches sowie der Innen­ein­rich­tung im Ober­ge­schoss beschädigt. Auch die Woh­nungs­ein­rich­tung im Erd­ge­schoss wurde durch den Rauch in Mit­lei­den­schaft gezogen.

Der bei dem Brand ent­stan­dene Sach­schaden dürfte sich nach ersten Schätzungen auf eine Summe von rund 150.000,– Euro belaufen.

Während die Löschar­beiten in der Fey­er­abend­straße gegen 00.50 Uhr noch im vollen Gange waren, wurde der Inte­grierten Leit­stelle ein Brand in einem land­wirt­schaft­li­chen Anwesen in Tal­heim gemeldet.Gemäß der Alarm- und Ausrücke­ord­nung rückte ein Wech­sel­la­der­fahr­zeug mit einem Abrollbehälter Löschwasser von der Haupt­feu­er­wache zur Unterstützung der Feu­er­wehr Tal­heim aus.

Das gemel­dete Feuer stellte sich jedoch als Feu­er­werk heraus, so dass die Ein­satzkräfte ohne Tätig­keit wieder einrücken konnten.

Feu­er­wehr Heil­bronn

Nach­trag zum Brand in der Fey­er­abend­straße:

Es war wohl keine ver­irrte Sil­ves­ter­ra­kete, son­dern schwere Brand­stif­tung: Staats­an­walt­schaft und Polizei teilten am Montag mit, dass sie eine 23-Jährige in die Psych­ia­trie ein­ge­wiesen haben. Diese junge Frau hatte zuvor zuge­geben, ein Haus in der Heil­bronner Fey­er­abend­straße angezündet zu haben. Das Gebäude brannte in der Sil­ves­ter­nacht lich­terloh. Der Schaden beträgt rund 150.000 Euro. Noch am Ein­satzort war die Feu­er­wehr davon aus­ge­gangen, dass ein Sil­ves­ter­kra­cher das Feuer ent­facht hatte (wir berich­teten).

Die 23-Jährige hatte sich der Polizei als Zeugin für den Brand zur Verfügung gestellt. Zunächst gab sie an, dass sie zwei Per­sonen beim Zündeln beob­achtet habe. Doch ver­wi­ckelte sie sich in Widersprüche, so dass die Beamten miss­trau­isch wurden und Ver­dacht schöpften. Die junge Frau berich­tete über Umstände, die nur der Täter wissen konnte. Als die Poli­zisten die Frau in einer wei­teren Ver­neh­mung zur Rede stellten, räumte sie schließlich die Brand­stif­tung ein.

Warum die 23-Jährige kurz nach Mit­ter­nacht das Feuer legte, ist unklar. Alkohol soll nicht im Spiel gewesen sein, erklärt Poli­zei­spre­cher Rainer Köller. Sie wohnt zwar nicht weit weg von dem Haus in der Fey­er­abend­straße, habe sich das Gebäude aber "wahllos aus­ge­sucht".

Sie sagte der Polizei, dass sie über einen Holz­zaun klet­tern wollte, um in den Garten des Hauses zu gelangen. Da dieser Zaun aber zu hoch war, sei sie über eine nied­ri­gere Ein­gangstüre auf das Grundstück gelangt. Die Polizei sucht noch Zeugen, die die Frau in der Sil­ves­ter­nacht in der Fey­er­abend­straße oder der angren­zenden Buren­straße gesehen haben. Hin­weise nimmt die Kripo unter 07131 104-4444 ent­gegen.

Haus­ei­gentümer

Als das Feuer aus­brach, war nie­mand im Haus. Die Eigentümer verließen am Sil­ves­ter­abend gegen 23 Uhr zu Fuß das Gebäude, wie sie berichten. Sie wollten ein paar Straßen weiter bei Ver­wandten mit einem Glas Sekt aufs neue Jahr anstoßen. Etwa um 1.20 Uhr erhielten sie einen Anruf, dass ihr Haus brennt. Sie eilten zurück und waren scho­ckiert. "Wir können immer noch nicht ver­stehen, was da pas­siert ist", sagt der Haus­ei­gentümer. "Ich habe nichts mehr, außer dem, was ich auf dem Leib trage."

Ersatz

Die Ver­si­che­rung des Haus­ei­gentümers wird den Brand­schaden in jedem Fall ersetzen, beschreibt Peter Griebe von der Ver­brau­cher­zen­trale das Pro­ze­dere in sol­chen Fällen. Wird die 23-Jährige ver­ur­teilt, werde die Ver­si­che­rung ver­su­chen, sich das Geld von ihr wie­der­zu­holen.

(Artikel: Heil­bronner Stimme)