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Dachstockbrand beschäftigt Feuerwehr über 3 Tage hinweg

Einsatz der Feuerwehren Leingarten, Heilbronn und Lauffen a.N.Dachstockbrand am von Rouven Leibbrand, Feuerwehr Leingarten

Ver­mut­lich durch einen tech­ni­schen Defekt kam es in einem Ein­fa­mi­li­en­haus im Orts­teil Schluch­tern zu einem Kabel­brand im Dach­boden. Nachdem der Rauch von den Bewoh­nern bemerkt wurde, verständigten sie sofort die Feu­er­wehr.

Kurz nach 14 Uhr traf, vier Minuten nach Alarm, der Kom­man­do­wagen mit dem Ein­satz­leiter am Ein­satzort an. Im Bereich des Dachständers wurde eine Rauch­ent­wick­lung fest­ge­stellt. Das Dach war kom­plett iso­liert, sodass eine Brandbekämpfung von Innen sich äußerst schwierig gestal­tete. Somit wurde die Dreh­leiter der Feu­er­wehr Lauffen verständigt, die im Außenbe­reich die Ziegel abde­cken sollte. Zeit­gleich wurde der Strom­ver­sorger verständigt, der die Frei­lei­tung zum Schutz der Ein­satzkräfte abschal­tete und somit auch meh­rere angren­zende Häuser stromlos machte.

Zur Unterstützung wurde die Berufs­feu­er­wehr Heil­bronn eben­falls mit der Dreh­leiter alar­miert, damit an beiden Dach­seiten par­allel gear­beitet werden konnte. Gesi­chert durch Höhen­ret­tungs­ge­schirr, ent­fernten die Ein­satzkräfte die Ziegel und die Iso­lie­rung über den kom­pletten First­be­reich und löschten die Glut­nester ab. Nach Ende der Tätig­keiten wurde ein ortsansässiger Zim­mer­mann zur Abdich­tung des Daches hin­zu­ge­rufen und bei seiner Tätig­keit mit beiden Dreh­lei­tern unterstützt.

Die Bewohner des Hauses konnten selbstständig für eine Unter­kunft sorgen, da das Haus unbe­wohnbar wurde. Gegen 19 Uhr konnten die Feu­er­wehren die Ein­satz­stelle nach und nach ver­lassen und ihre Ein­satz­be­reit­schaft wieder her­stellen. Bis um 0 Uhr in der Nacht ver­blieb ein Fahr­zeug der Feu­er­wehr Lein­garten an der Ein­satz­stelle und kon­trol­lierte in regelmäßigen Abständen das Dach auf Glut­nester.

Im Ein­satz waren neben der Feu­er­wehr Lein­garten die Feu­er­wehren aus Lauffen und Heil­bronn mit 45 Ein­satzkräften und 14 Fahr­zeuge. Bürger­meister Stein­brenner war eben­falls an der Ein­satz­stelle und unterstützte die Ein­satz­lei­tung der Feu­er­wehr. Der Bauhof Lein­garten rich­tete eine örtliche Umlei­tung ein. Laut Polizei ent­stand ein geschätzter Sach­schaden von rund 40.000 Euro.

Am Mitt­woch­morgen wurde die Feu­er­wehr Lein­garten um 3:02 Uhr alar­miert, da ein Zei­tungs­austräger Rauch aus dem Dach­stuhl des Brand­hauses gesehen hatte. Beim Ein­treffen des Ein­satz­lei­ters, vier Minuten nach Alarm, stand der kom­plette Dach­stuhl bereits in Voll­brand. Durch die meh­rere Meter hohen Flammen wurde der Dachständer im Mit­lei­den­schaft gezogen, wodurch die Frei­lei­tungen her­unter stürzten und Kurz­schlüsse ver­ur­sachten, was ein Strom­aus­fall zur Folge hatte. Umge­hend wurde wieder die Dreh­leiter der Feu­er­wehr Lauffen zur Unterstützung ange­for­dert.

Der Angriffs­trupp des Tanklöschfahr­zeuges begab sich unter Atem­schutz in den Innen­an­griff, ver­hin­derte eine Brand­aus­brei­tung in die dar­unter lie­genden Stock­werke und schützte die ins Dach­ge­schoss führende Holz­treppe, sodass diese begehbar blieb. Da der Dach­stuhl zu diesem Zeit­punkt bereits nicht mehr zu retten war, wurde mit mas­sivem Ein­satz von Strahl­rohren und dem Was­ser­werfer der Dreh­leiter begonnen, die Flammen abzulöschen. Sobald es die Wärme­ent­wick­lung zu lies, wurden Trupps unter Atem­schutz zur Brandbekämpfung in das Gebäude geschickt. Durch die ver­bauten Holz­fa­serdämmplatten hatte sich der Brand im kom­pletten Dach­be­reich aus­ge­breitet und zog auch die Sty­ro­por­fas­sa­dendämmung in Mit­lei­den­schaft.

Die Ein­satz­lei­tung ent­schloss sich, das kom­plette Dach abzu­de­cken und die Faser­platten zu ent­fernen, da ihre was­ser­ab­wei­sende Eigen­schaften das vollständige Ablöschen unmöglich machte. Auch die Fas­sade wurde an auffälligen Stellen aufgesägt und großflächig ent­fernt. Um den enormen Bedarf an Atem­schutzgeräten zu decken, wurde der Abrollbehälter Atem­schutz der Feu­er­wehr Heil­bronn mit aus­rei­chend Ersatzgeräten ange­for­dert. Über die Dreh­leiter wurden die First­be­reiche und der Ort­gang straßenseitig abgesägt und im Anschluss die Dach­ziegel abge­baut. Im Inneren gingen die Ein­satzkräfte Trupp um Trupp vor und demon­tierten die Dämmung. Immer wieder wurde Glut­nester, ein­ge­schlossen in den Faser­platten, ent­deckt und mussten abgelöscht werden. Ein Sta­tiker unter­suchte die Dach­kon­struk­tion und die Bal­ken­de­cken auf ihre Sta­bilität. Ein Zim­mer­mann sicherte die Gie­belwände mit einer Holz­kon­struk­tion. Um ein Sturz in Rich­tung Straße zu ver­hin­dern wurde ein Siche­rungsgerüst bei einer Fach­firma beauf­tragt.

Gegen 19 Uhr, nach 16 Stunden Ein­satz, waren die Dämmplatten großteils ent­fernt und die Löschmaßnahmen ein­ge­stellt. Eine Brand­wache war bis um 7 Uhr am Don­ners­tag­morgen zur Absi­che­rung vor Ort. Auf Grund der Kon­struk­tion des Daches (Holz-Sparren, Faserdämmplatte, Lat­ten­kon­struk­tion) war es nicht möglich, wei­tere Glut­nester mit Sicher­heit aus­zu­schließen. Der Ein­satz­leiter ord­nete dar­aufhin die kom­plette Ent­fer­nung des Dachgebälkes an. Mit einem auf­ge­stellten Bau­kran konnte meh­rere Sparren zeit­gleich vom Dach ent­fernt und in einen Con­tainer ver­laden werden. Bis 20 Uhr war das halbe Dach ent­fernt und alle ver­blie­benen Dämmplatten aufgesägt und kon­trol­liert. Auf Grund der Dun­kel­heit und der damit ein­her­ge­henden Gefahren wurden die Arbeiten beendet. Wie aus­dau­ernd die Glut­nester in den Faser­platten sind, zeigte sich erneut, als am Mitt­woch­abend eine Dämmplatte ent­fernt wurde, die weder mit der Wärme­bild­ka­mera, noch bei Berührung auffällig war. Es stellte sich heraus, dass sich dort ein Glut­nest gebildet hatte, das eine gemes­sene Tem­pe­ratur von 500 °C auf­wies – immerhin drei Tage nach dem Brand­aus­bruch. Nach über 50 Stunden konnte die Ein­satz­stelle endgültig ver­lassen werden.