QR-Code zur Seite

Von der alten Bahn auf die Harthöhe

Beilsteinvon Joachim Kinzinger, HSt

Es ist staub­tro­cken, der Boden hart. Mühevoll rammen Bau­herren, Planer, Bau­leute und Feu­er­wehr­leute die Spaten in die Erde. Einige Bro­cken fliegen durch die Luft. So begeht Beil­stein am Frei­tag­nach­mittag den Spa­ten­stich für das neue Feu­er­wehr­haus im Gebiet Hart auf der Anhöhe zwi­schen der Kern­stadt und Schmid­hausen.

"Wir freuen uns, dass es nach zehnjähriger Fin­dungs- und Pla­nungs­phase los geht", sagt Bürger­meister Günter Hen­zler. Für Beil­stein sei es ein bedeu­tender Tag. Der neue Bau ent­spreche den heu­tigen Anfor­de­rungen für die gut aus­ge­bil­dete und enga­gierte Beil­steiner Feu­er­wehr.

Ein­satz

Die beiden Abtei­lungen in Beil­stein und Schmid­hausen nehmen gerne Abschied von ihren beiden Maga­zinen. Die seien zu klein und entsprächen nicht mehr den heu­tigen Sicher­heits­be­stim­mungen, betont Feu­er­wehr­kom­man­dant Bernd Kir­cher. "Mit diesem Bau kommt nun zusammen, was zusam­mengehört", sagt er erfreut.

Viele Feu­er­wehr­leute sind vor Ort, die Parade der Feu­er­wehr­fahr­zeuge darf nicht fehlen. Spätes­tens im Sommer 2011 sind die 64 Flo­ri­ansjünger unter einem Dach. Die Ein­satz­be­din­gungen werden laut Kir­cher ent­schei­dend ver­bes­sert.

Bis zum ersten Spa­ten­stich für das 2,6-Mil­lionen-Euro-Pro­jekt war es ein stei­niger Weg seit den ersten Pla­nungen Ende der 80er Jahre. Damals war nur von einer Erwei­te­rung des Gebäudes an der alten Bahn die Rede. Die Feu­er­wehr­be­darfs­pla­nung im Jahr 2000 von Kom­man­dant Jürgen Brosi emp­fahl dann den neuen Standort für beide Abtei­lungen. Darauf hat sein Nach­folger Bernd Kir­cher auf­ge­baut und im überar­bei­teten Bedarfs­plan 2008 auf den "drin­genden Bedarf der neuen Räumlich­keiten hin­ge­wiesen".

Unzählige Debatten im Gemein­derat über Pläne, Kon­zep­tionen, Gebäude- und Dach­formen sowie Mate­ria­lien und Kos­ten­ein­spa­rungen zogen sich durch ein Jahr­zehnt. Erst Mitte Juni 2010 fiel der Bau­be­schluss. Der Gemein­derat vergab Aufträge in Höhe von 1,2 Mil­lionen Euro für den Rohbau, Zim­mer­ar­beiten und Dach­ab­de­ckung.

Mit Son­nenhut und Gum­mi­stie­feln ("wegen des Spa­ten­stichs") nimmt Archi­tekt Roland Kiderlen aus Stutt­gart die Gäste auf einen vir­tu­ellen Spa­zier­gang durchs Gelände mit. Er infor­miert über Zu- und Abfahrten, 38 Parkplätze, die Halle für fünf Fahr­zeuge als Herzstück, die Schu­lungs­ebene mit dem Blick ins Schmid­bachtal.

Mar­ken­zei­chen

Wärmegedämmter Leicht­beton ist laut Kiderlen das Mar­ken­zei­chen des Hauses mit einer Nutzfläche von 1120 Qua­drat­me­tern. Eine fili­grane Dach­kon­struk­tion aus Schicht­holz­platten und -trägern wird mit Ton­zie­geln gedeckt. Einige Fas­sa­denflächen erhalten far­bige Faser­ze­ment­platten.

Bereits am Montag rücken die Bagger zum Bau­start an, infor­miert Stadt­chef Hen­zler. Auf eine Tra­di­tion weist Kir­cher hin − im fol­genden Jahr nach dem Bau ein neues Feu­er­wehr­auto. "Diese Tra­di­tion sollten wir auch fort­setzen, zumal unser Fahr­zeug aus Schmid­hausen nun 34 Jahre alt ist",so der Kom­man­dant.

Bild: Hoch fliegen die Erd­klumpen beim staub­tro­ckenen Spa­ten­stich zum neuen Beil­steiner Feu­er­wehr­ma­gazin. (Foto: Werner Kuhnle)