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Verbandsversammlung des Landesfeuerwehrverbandes

Stadt- und Landkreis Heilbronnvon Medienteam KFV Heilbronn

Ehrenämter bei der Feu­er­wehr und im Bevölke­rungs­schutz fördern Sozi­al­kom­pe­tenz und Tole­ranz. Das sagte Innen­mi­nister Rein­hold Gall am Samstag, 20. Oktober 2012, bei der Ver­bands­ver­samm­lung des Lan­des­feu­er­wehr­ver­bandes in Brei­sach. Dieses Enga­ge­ment trage dazu bei, dass sich junge Men­schen in der Gesell­schaft enga­gierten und Werte lebten. Für alle Angehörigen der Feu­er­wehren gelte, sie müssten sich gegen­seitig unterstützen, die Schwächen des Anderen kom­pen­sieren und die Stärken des Ein­zelnen in der Gruppe poten­zieren.

In diesem Jahr werde das 60-jährige Jubiläum unseres Bun­des­landes gefeiert. Die Geschichte des Südwest­staats sei eine Erfolgs­ge­schichte und alle könnten stolz darauf sein. Baden-Württem­berg nehme eine Spit­zen­po­si­tion ein, und stets seien es die Men­schen gewesen, die dieses Land voran gebracht und die Her­aus­for­de­rungen gemeis­tert hätten. Das gilt nicht nur für unser Land, dies gilt auch für unsere Feu­er­wehren, sagte Innen­mi­nister Gall.

Die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung werde die Zukunft nach­haltig beein­flussen, diese Her­aus­for­de­rung müsse gemeis­tert werden. Er sei sich sicher, auch die Feu­er­wehren würden dies tun. Der Anteil und die abso­lute Zahl an Men­schen, die in einem für den Ein­satz­dienst geeig­neten Alter seien, werde signi­fi­kant abnehmen. Des­halb müsse die Feu­er­wehr ihre Angehörigen künftig aus einer zah­lenmäßig weitaus klei­neren Bevölke­rungs­gruppe gewinnen, als dies bisher der Fall gewesen sei. Der Weg­fall des Wehr­dienstes und eine veränderte Berufs­welt mit einer zuneh­menden Zahl von Berufs­pend­lern würden das Pro­blem zusätzlich verschärfen.

In Baden-Württem­berg seien die Mit­glie­der­zahlen in den Ein­satz­ab­tei­lungen seit Jahren kon­stant und des­halb Dienst­ver­pflich­tungen bisher kein Thema. Damit dies so bleibe, bedürfe es aber gemein­samer Anstren­gungen. Unser Han­deln und unsere Ent­schei­dungen müssen wir auf die qua­li­ta­tive und quan­ti­ta­tive Sicher­stel­lung des Per­so­nal­be­standes aus­richten. Dies wird unsere zen­trale Auf­gabe in den kom­menden Jahren sein, sagte Gall.

Das Innen­mi­nis­te­rium Baden-Württem­berg habe ganz aktuell die Broschüre 65 plus - Senioren aktiv in unseren Feu­er­wehren her­aus­ge­geben. Diese Initia­tive sei ein kon­kreter Bau­stein zur Sicher­stel­lung des Per­so­nal­be­standes und zum Erhalt der Leis­tungsfähig­keit der Feu­er­wehren. 65 plus ist aber noch mehr. 65 plus ist eine bei­spiel­ge­bende gesell­schafts­po­li­ti­sche Initia­tive, eine Reak­tion auf unsere immer älter wer­dende Gesell­schaft. Sie bietet den Senioren in ihrem wohl­ver­dienten Ruhe­stand eine sinn­volle, weil not­wen­dige und gleich­zeitig zufrie­den­stel­lende Betätigung, betonte der Innen­mi­nister.

Gall: Wir haben in den Alters­ab­tei­lungen Men­schen, denen das ehren­amt­liche Enga­ge­ment Selbst­verständnis ist und die auf einen breiten Erfah­rungs- und Wis­sens­schatz zurückgreifen können. Genau diese Men­schen hätten mit dem Aus­scheiden aus dem Berufs­leben plötzlich viel Zeit. Mit der Erle­di­gung not­wen­diger Auf­gaben, bei­spiels­weise Brand­schutz­aufklärung oder Gerätewar­tung, könnten die Angehörigen der Alters­ab­tei­lungen auch ohne aktives Mit­wirken im Ein­satz wei­terhin einen wert­vollen Bei­trag in den Gemein­de­feu­er­wehren leisten. Dadurch würden die Ein­satz­ab­tei­lungen ent­lastet. Wichtig ist, dass die Senioren in den Alters­ab­tei­lungen in das Leben der Gemein­de­feu­er­wehren ein­ge­bunden bleiben und eine sinn­volle Auf­gabe haben, so Innen­mi­nister Gall.

Auch das Thema Inte­gra­tion werde die Feu­er­wehr beschäftigen. Erst vor kurzem habe das Sta­tis­ti­sche Lan­desamt eine Pres­se­mit­tei­lung her­aus­ge­geben mit der Über­schrift: Jeder vierte Baden-Württem­berger hat einen Migra­ti­ons­hin­ter­grund. Nach den Ergeb­nissen des Mikro­zensus würden 2011 gut 2,8 Mil­lionen Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund in Baden-Württem­berg leben. Dies ent­spreche einem Anteil von 26,2 Pro­zent der Gesamtbevölke­rung. Dieses Poten­zial müsse stärker als bisher genutzt werden. Gelingt es uns nicht, Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund zu inte­grieren, wird sich der Bevölke­rungs­an­teil, aus dem die Feu­er­wehren Men­schen zur Mit­ar­beit gewinnen können, noch­mals deut­lich ver­rin­gern, so Gall. Er sehe hier aber nicht nur das Eigen­in­ter­esse der Feu­er­wehren im Werben um neue Mit­glieder. Gall: Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass Ehrenämter bei der Feu­er­wehr und im Bevölke­rungs­schutz auch für Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund offen stehen - ja, dass sie uns will­kommen sind.

Die Jugend­feu­er­wehr sei nach wie vor der beste Garant für eine erfolg­reiche Nach­wuchs­ge­win­nung. Viele Feu­er­wehr­frauen und -männer in den Ein­satz­ab­tei­lungen, zahl­reiche Führungskräfte würden aus den Reihen der Jugend­feu­er­wehr kommen. Von ihr pro­fi­tierten aber nicht nur die Feu­er­wehren, son­dern vor allem auch die Jugend­li­chen selbst. Neben dem Erlernen von feu­er­wehr­tech­ni­schen Grundtätig­keiten finde dort eine wert­volle Wer­te­ver­mitt­lung statt. Die Jugend­li­chen lernen Sozi­al­kom­pe­tenz und sie lernen Tole­ranz sagte Innen­mi­nister Gall.

Die Broschüre ist unter www.im.baden-wuerttemberg.de/de/Publikationen/80251.html ein­ge­stellt.

Quelle: Innen­mi­nis­te­rium Baden-Württem­berg