QR-Code zur Seite

Unter den Flammen

Neudenauvon Adrian Hoffmann, HSt

In der Sauna sitzen ist nichts gegen den Auf­ent­halt im EnBW-Brand­con­tainer. Wenn erstmal die Flammen auf­lo­dern, läuft einem zwangsläufig der Schweiß über die Stirn, selbst unter der Atem­schutz­maske. Martin John, 24, und Chris­tian Knotz, 26, beide von der Abtei­lung Sig­lingen, sind gerade dran − und arbeiten sich pro­fes­sio­nell voran. Zum Schluss haben sie ihre Arbeit feh­ler­frei erle­digt.

Pra­xisnah

Mit dieser Übung soll das tak­ti­sche Vor­gehen der Feu­er­wehr­leute ver­bes­sert werden. Uwe Amann von der Feu­er­wehr Neu­denau hat alles orga­ni­siert, der EnBW-Brand­con­tainer steht dieses Jahr für ein paar Tage beim Sport­platz in Her­bolz­heim. Amann schätzt die Ein­rich­tung sehr, auch seine Feu­er­wehr­kol­legen sind begeis­tert. "Man kann ein­fach pra­xisnah üben", sagt Kom­man­dant Jörg Wagner.

Der Löschdampf ist von weitem zu sehen, aus den Öffnungen am Brand­con­tainer ziehen immer größer wer­dende Schwaden hinaus. Alle Atem­schutzträger der Gesamt­feu­er­wehr konnten hier die ver­gan­gene Woche üben und eine soge­nannte Heißaus­bil­dung mit echtem Feuer durch­laufen.

Simu­la­tion

Flo­rian Mayer, 24, steht draußen am Con­tainer vor einer Schalt­zen­trale. Hier kann er seinen Kol­legen im Innern im wahrsten Sinne des Wortes Feuer unterm Hin­tern machen. Auch Schreie und Lärm werden mit­tels MP3-Player ein­ge­spielt − damit alles so echt wie möglich ist. "Aber das hörst du gar nicht", sagt Uwe Amann über den Ablauf der Aus­bil­dung. Man sei zu sehr darauf kon­zen­triert, das Feuer zu löschen. Hierbei ist es auch wichtig, nicht zu viel Wasser ein­zu­setzen − im Ernst­fall müssen die Feu­er­wehr­leute ver­su­chen, einen Was­ser­schaden zu ver­meiden.

Im Con­tainer der EnBW lässt sich sowohl ein Zim­mer­brand als auch ein Kel­ler­brand simu­lieren. Die Tür ist heiß wie eine Herd­platte. Drinnen kann es mal eben zwi­schen 300 und 600 Grad heiß werden. Das ist auch ganz gut für die Feu­er­wehr­leute, ein Gefühl für die Hitze zu bekommen − wie nah können sie an ein Feuer ran, ab wann wird es kri­tisch. Manch Feu­er­wehr­mann ist derart begeis­tert über den Brand­con­tainer, dass er die Übungen meh­rere Mal durchläuft. Übung macht den Meister. "Es hat richtig gut geklappt", sagt Martin John im Anschluss.

Die Erfah­rungen mit dem EnBW-Brand­con­tainer sind für Orga­ni­sator Uwe Amann sehr positiv. "Wir wollen das auf jeden Fall wieder machen." In der Theorie habe man solche Sze­na­rien schon oft durch­ge­spielt, aber so sei das etwas ganz anderes.

Bild: Oben ein soge­nannter Flas­hover, unten die Feu­er­wehrmänner: Martin John und Chris­tian Knotz proben für den Ernst­fall. (Foto: Adrian Hoff­mann)