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Teamgeist macht stark

Bad Wimpfenvon Claudia Kostner, HSt

Man muss immer schauen, dass man als Team arbeitet", betont Martin Ram­s­perger. Ideal sei ein Trupp, der sich gegen­seitig ergänzt. "Ein­zelkämpfer sollte es bei uns keine mehr geben." Das gilt in der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Bad Wimpfen bei Einsätzen offenbar ebenso wie bei der Übergabe des Kom­man­danten-Amtes: Im Jahr ihres 150-jährigen Bestehens steht Ram­s­perger zwar bei allen Fei­er­lich­keiten vorne dran, sein Vorgänger Rein­hold Korb aber ist der Chef­or­ga­ni­sator.

Auch in anderer Hin­sicht war die Kom­man­danten-Wahl Ende 2009 kein harter Schnitt nach einer drei­ein­halb Jahr­zehnte währenden Ära Korb. 15 Jahre lang hatte ihm der Nach­folger bereits als Stell­ver­treter zur Seite gestanden.

Die meiste Zeit seines Lebens enga­giert sich Martin Ram­s­perger schon für die Wimp­fener Flo­ri­ansjünger. Mit gerade mal neun Jahren kam er Ende 1970 nach dem Umzug von Wüstenrot in die Kin­der­feu­er­wehr der Stau­fer­stadt und war später Jugend­feu­er­wehr­wart. "Ich habe die Führungs­schiene von unten her ange­fangen", blickt er zurück. Eines ver­misst der "Voll­blut­feu­er­wehr­mann" jedoch in seiner Posi­tion an der Spitze von der­zeit 68 Aktiven: "Die Action bei Einsätzen und Übungen. Als Kom­man­dant steht man nur noch daneben und gibt Anwei­sungen."

Die Ver­ant­wor­tung ist groß: In der Feu­er­wehr bürgt der Chef für Sach­werte und für Men­schen­leben. "Ich muss dafür sorgen, dass meine Männer und Frauen wieder gesund heim­kommen", erklärt Ram­s­perger. Des­halb herr­sche zwar eine gewisse Demo­kratie in der Truppe. Aber manchmal müsse er doch von seiner Befehls­ge­walt Gebrauch machen: "Ich hafte dafür, also ent­scheide ich auch." Dabei ist er eigent­lich ein durch und durch demo­kra­ti­scher Mensch: Als Spre­cher der CDU/FWV-Frak­tion, für die er seit elf Jahren im Gemein­derat der Stadt Bad Wimpfen sitzt.

Das Gespür für Men­schen muss ein Kom­man­dant eben­falls mit­bringen, denn in der Wehr gibt es viele Arbeits­ge­biete. "Manche sind den Umgang mit Leuten gewohnt, andere den mit Maschinen. Ich muss her­aus­finden, wer wofür am besten geeignet ist." Bei einem Ein­satz − sei es tech­ni­sche Hil­fe­leis­tung, ein Unfall oder ein Feuer − "muss man seine Männer und Frauen dorthin stellen, wo sie passen", sagt Ram­s­perger.

Bad Wimpfen mit seiner ver­win­kelten Alt­stadt und den vielen Fach­werkhäusern ist für die Feu­er­wehr eine beson­dere Her­aus­for­de­rung. Des­halb ist sie für einen Ort mit 7000 Ein­woh­nern ungewöhnlich gut aus­ge­stattet, etwa mit Dreh­leiter und zwei Löschfahr­zeugen. Auch bei Ver­an­stal­tungen wie Weih­nachts- oder Zunft­markt sind die Flo­ri­ansjünger gefor­dert, auf den Brand­schutz zu achten.

Martin Ram­s­perger tut das nicht nur in seiner Funk­tion als Kom­man­dant, son­dern auch beruf­lich: Als Bezirks-Schorn­stein­feger sorgt der 49-Jährige tagsüber dafür, "dass mein Hobby nicht aus­artet und ich nachts ruhig schlafen kann". Drei bis vier Mal habe es in der Alt­stadt in den letzten zehn Jahren gebrannt, bis auf das Feuer im Hotel Sonne Ende 2003 aber waren es eher klei­nere Vorfälle.

Die Aus­bil­dung zum Feu­er­wehr­mann sei härter geworden. "Mitt­ler­weile ist alles hoch­tech­ni­siert, jeder erwartet viel von einem." Trotzdem fehlt es den Wimp­fe­nern nicht an Nach­wuchs, dank Kinder- und Jugend­feu­er­wehr mit ins­ge­samt 27 Mit­glie­dern. Auch das gehört zu den Auf­gaben eines Kom­man­danten: "Man muss gucken, dass man die Per­so­nalstärke hält und die Leute bei Laune hält. Das ist der Vor­teil, wenn man ein gut bestelltes Feld über­nimmt. Man muss es eigent­lich nur noch pflegen."