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Schwaigerner Feuerwehr für Notfälle besser gerüstet

Schwaigernvon Friedhelm Römer, HSt

Stadt Schwai­gern kauft Feu­er­wehr­fahr­zeug mit Dreh­leiter für 930.000 Euro. Bis zur Lie­fe­rung ist Geduld gefragt.

Nun bekommt auch Schwai­gern eine Dreh­leiter für die Feu­er­wehr. Nach der Aus­schrei­bung im August/Sep­tember hat der Gemein­derat in seiner jüngsten Sit­zung den Auf­trag für knapp 930.000 Euro ein­stimmig ver­geben. Die Firma Rosen­bauer aus Karls­ruhe fer­tigt und lie­fert das Fahr­zeug­ge­stell sowie die tech­ni­sche Ein­rich­tung (850.000 Euro). Die feu­er­wehr­tech­ni­sche Bela­dung über­nimmt die Firma Wil­helm Barth aus Fell­bach (78.000 Euro).

Preis­stei­ge­rungen ver­mieden
Berater Andreas Möntmann, Geschäftsführer der Möntmann Auto­mo­tive Solu­tions GmbH, wies in der Sit­zung darauf hin, dass Aus­stat­tung und Ausführung bescheiden seien und der Preis im Ver­gleich zu anderen Aus­schrei­bungen um zehn Pro­zent nied­riger sei. Das liegt daran, dass Schwai­gern gemeinsam mit Bra­cken­heim und Rott­weil bestellt hat und die Bestel­lung zeitnah nach der Aus­schrei­bung erfolgt ist. Möntmann: „Dadurch konnten wir dro­hende Preis­stei­ge­rungen bekämpfen.“ Man habe dadurch rund 90.000 Euro gespart. Den­noch wird die Feu­er­wehr nach der Auf­trags­ver­gabe rund 40 Wochen noch auf ihr neues Fahr­zeug warten müssen.

Aner­ken­nung aus dem Gemein­derat
„Die Feu­er­wehr hat sich zurückge­halten und sich an den Not­wen­dig­keiten ori­en­tiert“, lobte CDU-Frak­ti­ons­spre­cher Bernd Sätzler die Wehr und erhielt dafür Applaus der im Zuschau­er­raum anwe­senden Flo­ri­ansjünger. „Es ist sinn­voll für Schwai­gern, und ich finde es gut, dass wir dies gemeinsam mit Bra­cken­heim und Rott­weil ange­gangen sind“, sagte Ursula Kölle (FWV).

Doch bei einer derart hohen Kauf­summe gab es auch die Frage nach Ein­sparmöglich­keiten. „Wir sehen ein, dass wir die Dreh­leiter brau­chen, trotz der Nähe zu Bra­cken­heim und Lauffen. Aber warum gab es nur ein ein­ziges Angebot und warum können wir kein Gebraucht­fahr­zeug kaufen?“, wollte Regina Jürgens (LGU) wissen. Es gebe ledig­lich sehr wenige Her­steller für Feu­er­wehr-Dreh­lei­tern. Und für ein 15 bis 20 Jahre altes Fahr­zeug sei der Auf­wand sehr hoch, es am Laufen zu halten. Wenn dann Pro­bleme auf­treten, werde schnell Kritik laut, warum man nicht gleich ein neues Fahr­zeug bestellt hätte. „Die Gebraucht­fahr­zeug­be­schaf­fung ist sinnlos, weil diese Wagen in der Regel von einer Berufs­feu­er­wehr kommen und War­tung und Instand­set­zung den Kauf­preis wieder kaputt machen“, so Möntmann. Die Dreh­leiter werde aus­schließlich ein­ge­setzt, wenn Men­schen­leben in Gefahr seien, so Andreas Möntmann. „Sie können hier viel richtig, aber auch viel falsch machen“, riet er von drin­gend Gebraucht­fahr­zeugen ab.

„Ich halte nichts von gebrauchten Fahr­zeugen“, sagte FWV-Stadtrat und Feu­er­wehr­mann Timo Decker. „Wir beschaffen die Dreh­leiter nicht für die Feu­er­wehr, son­dern für die Bevölke­rung“, erin­nerte Bürger­meis­terin Sabine Roter­mund die Stadträte daran, wer den Nutzen von der Neu­an­schaf­fung haben wird.

Bis die Dreh­leiter bei der Schwai­gerner Feu­er­wehr ein­trifft, wird es noch bis zu Beginn des Jahres 2024 dauern. „Wo stellen wir es übergangs­weise hin, solange das neue Feu­er­wehr­haus noch nicht fertig ist?“, wollte CDU-Co-Frak­ti­ons­chef Rüdiger Heiche wissen. „Dafür werden wir eine Lösung finden“, zeigte sich Bürger­meis­terin Roter­mund zuver­sicht­lich.

Die Stadt Schwai­gern hatte die Beschaf­fung des Feu­er­wehr-Fahr­zeugs mit Dreh­leiter bereits für 2022 vor­ge­sehen. Daher waren die ange­setzten Beschaf­fungs­kosten von 850.000 Euro bereits im Nach­trags­haus­halt 2022 als Ver­pflich­tungsermächti­gung ein­ge­stellt. Der Gemein­derat geneh­migte nun die Aus­gabe der über die Ver­pflich­tungsermächti­gung hin­aus­ge­henden Mittel in Höhe von 77.000 Euro für den Haus­halt 2023/24.