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Richtig auf die Bremse treten - Fahrsicherheitstraining für Einsatzfahrer

Stadt- und Landkreis Heilbronnvon Marc Hoffmann, KFV-Medienteam

Zwei Tage lang bot sich den Zuschauern auf dem Park­platz der Firma Kol­ben­schmidt Pier­burg in Neckar­sulm ein unge­wohntes Bild: Feu­er­wehr­fahr­zeuge aller Gat­tungen ran­gieren, fahren, bremsen an ver­schie­denen Sta­tionen. Ein Bild wie auf dem Ver­kehrsübungs­platz – nur mit etwas größeren Fahr­zeugen.

Zahl­reiche Feu­er­wehren aus dem ganzen Land­kreis hatten vom Angebot des Fahr­si­cher­heits­trai­nings für Ein­satz­fahrer, das von der Ver­kehrs­fach­schule Mark­dorf ange­boten wird, Gebrauch gemacht und Teil­nehmer dorthin ent­sandt. Wie sinn­voll ein sol­ches Seminar ist, erklärte der Vor­sit­zende des Kreis­feu­er­wehr­ver­bands, Rein­hold Gall, in seinem Pres­se­gespräch. „Jedes Jahr werden in Baden-Württem­berg etwa 1.450 Unfälle im Feu­er­wehr­dienst gemeldet; rund 5 % davon sind Ver­kehrsunfälle. Diese Zahl ist gott­sei­dank nicht hoch, trotzdem muss sie noch geringer werden“. Beson­ders Sinn mache ein sol­ches Seminar zudem, da die wenigsten Feu­er­wehr­angehörigen auch beruf­lich Kraft­fahrer sind. „Die meisten Feu­er­wehr­angehörigen arbeiten als Hand­werker, im Büro oder in sons­tigen Jobs, bei denen sie, wenn über­haupt, kaum große Stre­cken in LKW zurücklegen“, so Gall.

Der­weil herrschte an den Sta­tionen im Hin­ter­grund schon reger Betrieb. „Los, richtig rauf auf die Bremse!“ tönt es über den Funk, mit dem die Instruk­toren der Ver­kehrs­fach­schule den Kon­takt zu den Fah­rern in den Ein­satz­fahr­zeugen halten. Rumms- mit einem Schlag tritt der Fahrer auf das Brems­pedal des Löschfahr­zeugs. Das ABS springt an, die Reifen blo­ckieren stot­ternd, radieren förmlich den künst­lich bereg­neten Asphalt tro­cken. Quiet­schend kommt das 14 Tonnen schwere Feu­er­wehr­auto vor der roten Ampel, die ein Hin­dernis simu­liert, zum Stehen. „Sehr gut, optimal gehalten – der nächste!“ wie am Fließband nehmen die Fah­re­rinnen und Fahrer mit ihren Ein­satz­fahr­zeuge am Ende des Park­platzes Anlauf und durch­fahren die ein­zelnen Sta­tionen mit den Brems-Übungen.

Dabei zeigt sich deut­li­cher denn je der Unter­schied zwi­schen älteren und modernen Fahr­zeugen. Beson­ders auf der Rutsch­bahn, die eine Straße bei Schnee und Eis simu­liert, wird dies auf dras­ti­sche Weise sichtbar. Mit 30 Km/h durchfährt der Fahrer des knapp 30 Jahre alten Tanklöschfahr­zeugs die Licht­schranke – und rutscht trotz Voll­brem­sung über das Ende der Bahn hinaus, muss sogar noch auf­passen, dass sein Fahr­zeug nicht seit­lich aus­bricht. Sein Nach­folger, ein moder­neres Fahr­zeug mit ABS, bleibt dagegen fast punkt­genau und in der Spur vor dem Hin­dernis stehen. „Nicht umsonst sagen wir, dass Fahr­zeuge mit 25 Jahren ins Museum gehören. Diese Fahr­zeuge sind heut­zu­tage ein­fach nicht mehr ver­kehrs­si­cher; sowohl für die Insassen selbst, wie auch für alle anderen Ver­kehrs­teil­nehmer“, so die ein­hel­lige Mei­nung der Instruk­toren der Ver­kehrs­fach­schule.

Etwas unspek­takulärer ging es dabei an den anderen Sta­tionen auf dem Park­platz zu. Wie in der Fahr­schule wurde das Rückwärts-Ein­parken, Wenden in drei Zügen sowie das Rückwärts­fahren mit den Feu­er­wehr­fahr­zeugen geübt . Doch nicht nur die Fahrer wurden dabei geschult, son­dern auch die jewei­ligen Bei­fahrer – diese mussten Ihre Kame­ra­dinnen und Kame­raden nämlich beim Rückwärts­fahren richtig ein­weisen.

Dem prak­ti­schen Trai­ning vor­an­ge­gangen war ein mehrstündiger Theo­rie­teil, in dem wich­tige Punkte im Zusam­men­hang mit Ein­satz­fahrten ver­mit­telt wurden.

Bilder 1 + 2: Ziel­bremsenBild 3: Rein­hold Gall bei der Pres­se­kon­fe­renzBild 4: inter­es­sierte Zuschauer: KBM Uwe Vogel, Her­mann Jochim FF Neckar­sulm, Ver­treter der Ver­kehrs­fach­schule, OB Scholz Neckar­sulm, Poli­zei­oberrat Mai, Albert Decker stv. KFV-Vor­sit­zender und Rolf Muth HSt.Bilder 5, 6 u. 7: auf der RutschflächeBilder 8 + 9: beim Inter­view mit L-TVBilder 10 + 11: "Ken­nen­lernen der Fahr­zeug­ab­mes­sungen"Bild 12: auch das THW war mit von der PartieBild 13: Abschluss­gespräch

Fotos: KFV Medi­en­team