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Reaktion auf Brandstifter: Feuerwehr berät über Kümmerer für junge Aktive

Stadt- und Landkreis Heilbronnvon Carsten Friese, HSt

Nach den Fest­nahmen von zwei jungen Feu­er­wehrmännern als mutmaßliche Brand­stifter in diesem Sommer wird in den Frei­wil­ligen Feu­er­wehren über neue Wege dis­ku­tiert. Gerade beim Wechsel von der Jugend- in die aktive Feu­er­wehr sind neue Struk­turen im Gespräch. Man über­lege, jungen Aktiven einen Mentor an die Hand zu geben, „einen erfah­re­neren Feu­er­wehr­mann, der sich um einen Jungen kümmert“, sagte Kreis­feu­er­wehr­ver­bands­vor­sit­zender Rein­hold Gall am Freitag. Es soll eine Ver­trau­ens­person sein, an die sich die Nach­wuchs­kraft jeder­zeit wenden kann und die auch „die Sprache der Jugend spricht“. Viel­leicht könne man nega­tive Ten­denzen so früher erkennen.

Miss­trauen ver­meiden

Dass die Überprüfung derer, die zu den Wehren kommen, zu oberflächlich sei, weist Gall zurück. „Wir können nicht jedem mit Miss­trauen begegnen, sonst kommt nie­mand mehr.“ Wer Vor­strafen habe, „wird nicht genommen“. Zwar wird von Anwärtern kein poli­zei­li­ches Führungs­zeugnis ver­langt. Doch im Dorf kenne man die Men­schen; einen guten Leu­mund müsse ein Anwärter haben. In sel­tenen Fällen habe man auch schon die Über­nahme von Nach­wuchskräften abge­lehnt, wenn sie in der Jugend­wehr durch feh­lenden Team­willen oder Verstöße gegen Wei­sungen auf­ge­fallen seien.

Beim Wechsel in die aktive Wehr will man die Jungen künftig noch inten­siver auf Pflichten, recht­liche Grund­lagen und die Kon­se­quenzen von Zünde­leien hin­weisen. Ins­ge­samt seien es aber immer Ein­zelfälle. Gall: „Wir wollen kein Klima des Miss­trauens in den Feu­er­wehren.“

Stol­per­steine

In der Berufs­feu­er­wehr ist für Heil­bronns Kom­man­dant Eber­hard Jochim die Gefahr deut­lich geringer, dass Feu­er­wehrkräfte zündeln. „Im Haupt­beruf haben sie genug Einsätze.“ Aus­schließen könne man es nie. Bei den Frei­wil­ligen Feu­er­wehren sieht Jochim es kri­tisch, Hürden für die Auf­nahme zu erhöhen. Die Bewer­ber­zahlen sta­gnieren. „Wenn sie ehren­amt­li­chem Enga­ge­ment da wei­tere Stol­per­steine in den Weg legen, wird es schwierig, noch genug Per­sonal für eine leis­tungsfähige Frei­wil­lige Feu­er­wehr zu bekommen.“

In der Bad Fried­richs­haller Wehr ist man schon einen Schritt weiter. Nachdem im Mai ein 21-Jähriger nach einer Brand­serie ver­haftet worden war, wurde ein neues System eingeführt. Ältere Paten aus der Wehr kümmern sich inzwi­schen um vier neue Nach­wuchskräfte, wie Kom­man­dant Kurt Semen erläutert. Als Ansprech­partner, Vor­bild und Ver­trau­ens­person. Die ersten Eindrücke sind für Semen positiv.