QR-Code zur Seite

Nach Lkw-Unfall: Helferfahrzeug völlig zerstört

Neudenauvon Carsten Friese, HSt

Die Ber­gung des ver­unglückten Silo­las­ters mit 27 Tonnen Gips bei Neu­denau-Her­bolz­heim hat sich auf spek­takuläre Art verzögert. Ein spe­zi­eller Saug­druck­wagen, der zunächst den pulv­rigen Gips aus dem Unfall-Laster am Steil­hang über der Jagst pumpen sollte, hat selbst Total­schaden erlitten. Das Kuriose: Der Stahlbehälter des Hel­fer­fahr­zeugs wurde beim Saug­vor­gang quasi zusam­men­ge­faltet. Zusam­men­gedrückt wie eine Plas­tik­fla­sche, aus der Luft ent­zogen wird.Von einem „extrem lauten, uner­war­teten Knall“ berichtet Neu­denaus Feu­er­wehr­kom­man­dant Jörg Wagner, der an der Unfall­stelle war. Klein­teile seien durch die Luft geflogen. „Jeder hat sich gefragt, was das war“ – bis die Feu­er­wehr­leute den total ver­formten Behälter sahen.

Wie die Polizei mit­teilt, ent­stand während des Absaug­vor­gangs ein solch großer Unter­druck im Behälter, dass sich der gesamte Aufbau zusam­menzog. Nach ersten Schätzungen der Polizei beträgt der Sach­schaden rund 500.000 Euro.Ans Absaugen der schweren Fracht im Unfall-Last­wagen war nicht mehr zu denken. Gerätselt wird über die Ursache der „Implo­sion“, wie Neu­denaus Feu­er­wehr­chef den Unfall bezeichnet. War es ein Bedien­fehler des Mit­ar­bei­ters? War ein Vaku­um­ventil, das dem Behälter Luft zuführt, zuge­froren? Ein Ersatz­fahr­zeug traf am Mitt­woch­nach­mittag an der Unfall­stelle ein, um den Absaugjob zu über­nehmen. Bis in den späten Abend werde dies dauern, hieß es. Am Don­ners­tag­morgen soll eine Spe­zi­al­firma den Gips-Laster mit zwei Kränen aus dem Steil­hang ziehen.

Straße gesperrt

Geschockt zeigte sich ein Mit­ar­beiter der Her­stel­ler­firma ges­tern in Her­bolz­heim, als er den zerstörten Saug­druckbehälter inspi­zierte. So etwas habe er in 25 Jahren „noch nie gesehen“. Auf einem Park­platz stand der Wagen im Schnee. Die Auf­schrift „Der wahr­schein­lich längste Staub­sauger der Welt“ war durch die Ver­for­mungen kaum noch zu lesen. „Der ist platt wie eine Flunder“, merkte ein Spa­ziergänger tro­cken an.

Bis der Silozug aus dem Steil­hang geborgen ist, bleibt die L 1096 zwi­schen Unter­gries­heim und Her­bolz­heim gesperrt. Am Diens­tag­morgen war der Fahrer des Last­wa­gens auf eis­glatter Straße den Hang hin­ab­gestürzt und hatte sich mit­tel­schwer ver­letzt.