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Laudatio auf Hermann Jochim

Neckarsulmvon Robert Hassis, Medienteam KFV Heilbronn

43 Jahre im Dienst der Feu­er­wehr Neckar­sulm, davon 36 Jahre als haupt­amt­li­cher Feu­er­wehr­mann und 23 Jahre haupt­amt­li­cher Kom­man­dant der Stadt Neckar­sulm. Am 1. Juli ging Her­mann Jochim in die Frei­stel­lungs­phase der Alters­teil­zeit und übergab sein Amt in jüngere Hände, seinen langjährigen Stell­ver­treter Wolf­gang Rauh.

Im Rahmen einer Feier mit Feu­er­wehr­angehörigen und gela­denen Gästen dankte die Stadt Neckar­sulm im Feu­er­wehr­haus Her­mann Jochim für seine her­vor­ra­gende und ver­ant­wor­tungs­be­wusste Tätig­keit.

Oberbürger­meister Joa­chim Scholz würdigte in seiner ausführli­chen Ansprache und sehr persönli­chen Worten die Leis­tungen und Wertschätzung des schei­denden Kom­man­danten. Das Stadt­ober­haupt beleuch­tete mar­kante Einsätze und Sta­tionen im Leben von Her­mann Jochim. Als äußeres Zei­chen der beson­deren Aner­ken­nung der Leis­tungen Jochims ernannte er ihn zum Ehren­kom­man­dant der Stadt Neckar­sulm.

90 Minuten währten die Anspra­chen, trotzdem hatte man nie das Gefühl, dass Fakten wie­der­holt vor­ge­tragen wurden.

Der Vor­sit­zende des Kreis­feu­er­wehr­ver­bandes Heil­bronn, Reinold Gall beschränkte sich des­halb in seinen Ausführungen auf Ergänzungen zu dem bereits Gesagten.

Das Wirken des Kom­man­danten der Feu­er­wehr Neckar­sulm sei damit lange nicht beschrieben, denn seine Zei­chen hat er im ganzen Land­kreis und auf Lan­des­ebene durch seine aktive Mit­wir­kung in den Gre­mien des Kreis­feu­er­wehr- und Lan­des­feu­er­wehr­ver­bandes hin­ter­lassen. „Deine Spuren, die Du gelegt hast werden mit der Distanz zu deiner Tätig­keit erst so richtig klar bzw. noch deut­li­cher werden“, stellte Gall fest.

Vieles von dem was sich auf Ver­bands­ebene ent­wi­ckelt hat, hätte sich ohne die Unterstützung der Feu­er­wehr Neckar­sulm – dies heißt natürlich ohne Jochims Unterstützung so nicht ent­wi­ckelt wie es sich ent­wi­ckelt hat. Als jüngstes Bei­spiel führt Rein­hold Gall das Fahr­si­cher­heits­trai­ning des Ver­bandes auf. Dass Neckar­sulm unter seiner Führung in vielen Berei­chen, so z.B. in der Aus­bil­dung eine Vor­rei­ter­rolle über­nommen hat will er ausdrücklich erwähnen, weil viele bei ihm „in die Lehre“ gegangen sind, die ihr Wissen und Können heute an anderen Stand­orten ver­mit­teln.

Und richtig gut war dabei, dass anfal­lende Arbeiten und Auf­gaben ohne großes Auf­heben erle­digt wurden. Die Orga­ni­sa­tion des 60-jährigen Jubiläums des Kreis­feu­er­wehr­ver­bandes konnte quasi aus dem Stand inner­halb weniger Wochen des­halb auf die Beine gestellt werden, weil seine Unterstützung und die seiner Feu­er­wehr gegeben war und man sich auf die Zusagen und seine Zuar­beit absolut ver­lassen konnte.

Nicht nur die kurz aufgeführten Bei­spiele zeugen von den Leis­tungen die Her­mann Jochim für den Ver­band erbracht hat. Jah­re­lang war Jochim an vor­derster Front aktiver Mit­streiter des Ver­bandes und setzte sich unei­gennützig auch für deren Inter­essen und Ziele ein. Hier wurden unter seiner Mit­wir­kung Ent­schei­dungen vor­be­reitet und rea­li­siert. „Der Ver­band hat deine Leis­tungen und dein Enga­ge­ment mit der Ernen­nung zum Ehren­mit­glied, im ver­gan­genen Jahr gewürdigt“, erin­nerte Gall an die Ver­dienste Jochims.

Der zweite Bereich den der Vor­sit­zende in den Vor­der­grund stellte, ist die Führungs­persönlich­keit, für die es in der heu­tigen Kunst-Wort-Welt und bei Manage­ment­se­mi­naren sicher­lich viele schöne Begriffe gibt. Gall umschreibt sie, wie er sie immer emp­funden hat.

„Freund­schaft­liche Bestimmt­heit oder ganz ein­fach auch so wie es im Feu­er­wehr­ge­setz steht: Kame­rad­schaft­lich.“ Diesem Begriff hat er Formen gegeben: „Respekt gegenüber anderen, Ach­tung vor deren Leis­tungen, keiner der alles besser weiß son­dern einer, der einem wert­volle Unterstützung und Hilfe sein konnte und es auch war.“

Her­mann Jochim musste seine Führungs­qualitäten nicht durch lautes Auf­treten oder durch die Winkel an der Uni­form unter Beweis stellen – „allein seine mensch­liche Persönlich­keit, ergänzt durch seine fach­liche Kom­pe­tenz“, hat aus­ge­reicht um tak­ti­sche oder orga­ni­sa­to­ri­sche Maßnahmen zu ver­mit­teln.

Gall war letzt­lich davon über­zeugt, dass der schei­dende Kom­man­dant dieses Feu­er­wehr­haus schon gerner betreten als an deinem letzten Arbeits- oder am heu­tigen Tag. Er glaubt aber, dass wer gerne ins Geschäfts geht, wer bereit ist sich in seinem Beruf zu enga­gieren und dabei sich noch in einem Bereich ein­bringen kann, der einem liegt, der einem Freude macht, der geht nicht wirk­lich gerne zum letzten Mal den gewohnten Gang zur Arbeit.

Gleich­wohl hofft er, dass der heu­tige Tag für Jochim nicht nur Abschied bedeutet son­dern auch Auf­bruch zu neuen Ufern, zu neuen Sicht­weisen, viel­leicht auch zu neuen Auf­gaben. Des­halb sein kleiner Tipp an seine Frau Carola. „Ich kann ihnen ver­si­chern Feu­er­wehr­leute sind tech­nisch begabt. Her­mann gehört auf jeden Fall dazu, d.h. trauen Sie ihm ruhig zu, den Staub­sauger­beutel zu wech­seln oder auch die Wasch­ma­schine in Gang zu bringen. Seien Sie aber inso­weit gnädig, dass Sie ihm zuhause nur eine Halb­tags­beschäfti­gung zumuten, denn in der Feu­er­wehr brau­chen wir ihn schon noch ein paar Jahre.“

So bleibt der schei­dende Kom­man­dant der Feu­er­wehr Neckar­sulm ehren­amt­li­ches aktives Mit­glied – seine Tätig­keit als stell­ver­tre­tender Kreis­brand­meister wird seine unmit­tel­bare Ver­bin­dung zu den Feu­er­wehren erhalten – und den Übergang in den späteren Ruhe­stand hof­fent­lich erleich­tern.

In diesem Sinne wünschte der Vor­sit­zende Rein­hold Gall Her­mann Jochim alles erdenk­lich Gute im neuen Lebens­ab­schnitt, ver­bunden mit der Hoff­nung, persönliche und bestehende Kon­takte zum Ver­band auch zukünftig weiter zu pflegen.

Wei­tere High­lights der Ver­an­stal­tung, externe Berichte zu Aus­sagen von Oberbürger­meister Joa­chim Scholz, Dr. Bern­hard Lasota, dem Kom­man­danten Wolf­gang Rauh und Gedanken vom Ehren­kom­man­danten Her­mann Jochim werden wir auf den KFV-Seiten veröffent­li­chen.