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Kommandant mit klaren Zielen

Bad Rappenauvon Ulrike Plapp-Schirmer, HSt

Er hat eine Her­aus­for­de­rung gesucht. Und er hat sie gefunden. Felix Mann ist seit 1. April Stadt­kom­man­dant der Bad Rap­pen­auer Feu­er­wehren. Seitdem ist sein Arbeitstag länger, sind die Auf­gaben vielfältiger als vorher, als er bei der Berufs­feu­er­wehr in Heil­bronn gear­beitet hat. Denn unabhängig davon, ob er Fei­er­abend hat oder nicht: Geht der Alarm los, ist er dabei. "Wenn ich an den Bag­gersee will, muss ich mich mit meinem Stell­ver­treter Thomas Wachno abspre­chen", erzählt Felix Mann. Doch als Klage ist das nicht gemeint.

Ver­ant­wor­tung

Er würde es jeder Zeit wieder tun, sagt er über seine haupt­amt­liche Stelle. Felix Mann begann seine eigene Feu­er­wehr­lauf­bahn bei der Jugend in Fürfeld und lernte sein Hand­werk von der Pieke auf. Seiner Ver­ant­wor­tung für die 240 aktiven Feu­er­wehr­leute in Bad Rap­penau und den Teil­orten, für die Gerätschaften, die im Ein­satz funk­tio­nieren müssen, für die Men­schen, die hier wohnen, ist er sich immer bewusst.

Die Auf­gaben, die die Feu­er­wehr in Bad Rap­penau leisten muss, sind viel­schichtig: Die Stadt hat sich in den zurücklie­genden Jahren gewan­delt. Neue Wohn- und Gewer­be­ge­biete sind dazu­ge­kommen, neue Firmen haben sich ange­sie­delt, neue Pfle­ge­heime wurden gebaut. Die Kur­ein­rich­tungen und die Auto­bahn A 6 stellten beson­dere Her­aus­for­de­rungen dar, betont Mann. Da müsse sich die Feu­er­wehr mit­ent­wi­ckeln. "Bad Rap­penau hat fast 21 000 Ein­wohner und eine Fläche von 75 Qua­drat­ki­lo­me­tern: Das ist riesig."

Dass die Kur­stadt seit April einen haupt­amt­li­chen Kom­man­danten hat, meint der 24-Jährige, "war höchste Zeit". Denn vieles lasse sich ehren­amt­lich nicht mehr bewältigen. Felix Mann arbeitet zur Zeit bis tief in die Nacht. Er arbeitet sich ein. Arbeitet an einem Feu­er­wehrs­be­darfs­plan und an Über­le­gungen zu einem soge­nannten Was­serförde­rungszug, bestehend aus zwei Abtei­lungen und einem Wagen mit 1000 Metern Schlauch. Brennt einer der zahl­rei­chen Aus­sied­lerhöfe auf der Gemar­kung, der Wagen­ba­cher Hof oder Häuser in Wol­len­berg, muss die Feu­er­wehr immer noch das Wasser dorthin bringen. "Nein", sagt Felix Mann, "zur Feu­er­wehr geht man nicht, weil man Spaß am Dreh­lei­ter­fahren hat." Zur Feu­er­wehr gehe man, weil man Gutes tun wolle, weil man wisse, dass man seine Frei­zeit sinn­voll ein­setze und weil die Kame­rad­schaft stimme.

Wahr­neh­mung

Dass die Wehren und ihre Mit­glieder in der Öffent­lich­keit respekt­voll wahr­ge­nommen werden, ist Felix Mann wichtig. Des­halb war die Öffent­lich­keits­ar­beit auch das, was er als erstes anging: Der stell­ver­tre­tende Kom­man­dant Axel Klum­bach kümmert sich darum. Vieles gelte es auf­zu­ar­beiten.

Wie bei seinem Vorgänger, dem ehren­amt­li­chen Kom­man­danten Wil­helm Bödinger, fällt auch die regelmäßige War­tung der 700 Gerätschaften, Fahr­zeuge, Atem­schutz­masken und Schläuche in Manns Ver­ant­wor­tungs­be­reich. Genau hier sieht er Bedarf für eine wei­tere haupt­amt­liche Stelle. Bis­lang würden sämtliche Gerätschaften zur Prüfung weg­ge­geben. Gerade, weil die Feu­er­wehr so eine kos­ten­in­ten­sive Ausrüstung habe und externe Prüfungen teuer wären, würde sich ein Gerätewart lohnen, meint Mann: "Hier muss sich mit­tel­fristig etwas tun." Schließlich sei die Feu­er­wehr eine Pflicht­auf­gabe der Stadt.

Foto: HSt