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Kälteperiode hält Feuerwehr auf Trapp

Heilbronnvon Jürgen Vogt

Neben dem All­tags­geschäft halten der­zeit Mel­dungen über auf­ge­platzte Was­ser­lei­tungen und fest­ge­fro­rene Schwäne die Feu­er­wehr Heil­bronn auf Trapp. Die eisige Kälte trägt dazu bei, dass rei­hen­weise mit Wasser gefüllte Lei­tungen ein­frieren und regel­recht auf­ge­sprengt werden. Süßwasser gefriert bekannt­lich bei Tem­pe­ra­turen um die 0 Grad Cel­sius. Während fast alle Stoffe beim Abkühlen stetig schrumpfen, verhält sich Wasser anders. Bis zu einer Tem­pe­ratur von 4 Grad Cel­sius ver­rin­gert sich sein Volumen eben­falls. Bei einer wei­teren Abkühlung nimmt der Raum­in­halt jedoch wieder zu. Auf­grund dieser soge­nannten Anomalie des Was­sers, kann es zu einer Aus­deh­nung bis zu 10% kommen, was das Aus für die meisten ein­ge­fro­renen Was­ser­lei­tungen bedeutet. Teil­weise tritt das Wasser sofort aus den geplatzten Lei­tungen aus. Meis­tens aber kommen die Schäden erst bei Tau­wetter zum Vor­schein und die Folgen können kost­spie­lige Was­serschäden sein. Seit Beginn der Kälte­welle musste die Feu­er­wehr Heil­bronn bereits 20 Mal zu frost­be­dingten Was­serschäden ausrücken. Diese Zahl wird sich sicher­lich mit stei­genden Tem­pe­ra­turen eben­falls noch nach oben bewegen.

Grundstücks­ei­gentümer sollten mit Beginn der kalten Jah­res­zeit unbe­dingt vor­beu­gende Maßnahmen zum Schutz der Was­ser­lei­tungen treffen. Grundsätzlich wird emp­fohlen, alle Lei­tungen, welche im Winter nicht benötigt werden, abzu­stellen und zu ent­leeren. Beson­deres Augen­merk ist auch auf die Was­serzähler zu richten. Frostgefährdete Was­serzähler, Lei­tungen und Behälter können mit ent­spre­chendem Iso­lier­ma­te­rial, Lappen oder aber auch mit Rohr­be­gleit­hei­zungen vor dem Ein- und Auf­frieren geschützt werden. Unge­heizte Kel­lerräume oder auch unbe­wohnte Neu­bauten geraten gerne in Ver­ges­sen­heit. Gerade hier müssen Türen, Öffnungen und Fenster gegen die Kälte sorgfältig abge­dichtet werden.

Zuge­fro­rene Flüsse und Seen bewegen der­zeit auch viele Bürger dazu, fest­ge­fro­rene Schwäne der Feu­er­wehr zu melden. In der Regel frieren die Tiere aber nicht fest, son­dern sitzen nur auch auf dem Eis ganz still, um Energie zu sparen. Gerade des­halb sind hier ver­meint­liche Ret­tungs­einsätze fehl am Platze. Viel wich­tiger ist es die Tiere nicht auf­zu­scheu­chen, da sie hier­durch unnötig zusätzliche Kraft­re­serven ver­brau­chen.

Auch bei großer Kälte muss man sich keine Sorgen machen, den Was­servögel frieren selbst bei tiefen Tem­pe­ra­turen nicht. Durch dicke Daunen gut geschützt trotzen sie der Kälte. Ein gut gefet­tetes Feder­kleid sorgt außerdem dafür, dass das kalte Wasser abperlt und so erst gar nicht an den Körper gelangen kann.

Enten und Schwäne bekommen auch keine kalten Füße im Wasser, denn diese haben sie von Natur aus schon. Das stört die Tiere aber über­haupt nicht, da sich die Natur hier einen genialen Trick aus­ge­dacht hat. Über eine Art Wärme­tau­scher gelangt nur kaltes Blut in die Füße, so dass diese kalt bleiben und hier­durch keine wert­volle Energie aus dem Körper ver­loren geht.

Des­halb hier noch­mals der Hin­weis: Gut gemeint ist eher schädlich, den die Tiere brau­chen ihre Ruhe und wollen nicht gestört werden. Nur bei opti­maler Ein­tei­lung der Ener­gie­res­sourcen, sind auch strenge Winter mit knappen Nah­rungs­mit­teln kein Pro­blem.