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Jahreshauptübung im Kindergarten Hauptstraße

Nordheimvon Marcel Karger, Feuerwehr Nordheim

Jedes Jahr findet eine soge­nannte Jah­res­hauptübung statt, bei der die Kame­raden der Feu­er­wehr Nord­heim einen Ein­satz an Gebäuden mit beson­deren Her­aus­for­de­rungen trai­nieren.

In diesem Jahr wurde der Kin­der­garten Haupt­straße gewählt, der durch seine „Hang­lage“, die alte Gebäudestruktur mit erhöhter Brand­last sowie die Anzahl der betrof­fenen Per­sonen einiges an Her­aus­for­de­rungen bietet. Während die Gebäude­seite an der Haupt­straße mit der Lauf­fener Dreh­leiter ohne Pro­bleme für eine Per­so­nen­ret­tung erreichbar ist, bietet die Seite von der Kel­ter­straße keine der­ar­tige Ret­tungsmöglich­keit. Da das Gebäude von bau­li­cher Seite über keinen zweiten Ret­tungsweg verfügt, ist dieser mit trag­baren Lei­tern der Feu­er­wehr zu ver­wirk­li­chen. Gerade bei diesen ist es eigent­lich unmöglich eine ganze Kin­der­gar­ten­gruppe schnell genug aus dem Gebäude zu bekommen. In den ver­gan­genen Jahren wurde des­halb zusammen mit der Gemein­de­ver­wal­tung ein Kon­zept erar­beitet, in dessem Rahmen eine eigent­lich für Ver­kehrsunfälle gedachte Ret­tungs­platt­form beschafft wurde. Mit dieser ist es nun möglich, inner­halb kürzester Zeit einen „Zwi­schen­stock“ vor einem Fenster auf­zu­bauen und die Kinder über die Platt­form ins Freie zu heben. Die Anwen­dung wurde im ver­gan­genen Jahr an diversen Übungs­abenden geübt und opti­miert. Während der Hauptübung, bei dem in einem Raum im Ein­gangs­be­reich eine Nebel­ma­schine als Brand­quelle depo­niert wurde, konnte dieses Vor­gehen erfolg­reich in die Praxis umge­setzt werden. Inner­halb fünf Minuten nach Ankunft der Feu­er­wehr am Ein­satzort waren die Kinder mit Hilfe der Platt­form samt Betreuerin aus dem vom „Feuer“ ein­ge­schlos­senen Ober­ge­schoss gerettet. Die Kom­plexität von Einsätzen an sol­chen Gebäuden mit vielen betrof­fenen Per­sonen zeigt sich auch daran das par­allel an drei ver­schie­denen Gebäude­be­rei­chen gear­beitet wurde. Neben den Gebäude­seiten Haupt­straße und Kel­ter­straße war dies der Ein­gangs­be­reich, in dem par­allel zu den Ret­tungs­ar­beiten unter Atem­schutz die Brandbekämpfung ein­ge­leitet wurde.

Direkt von der Übungs­stelle mussten die Kame­raden im Anschluss zu einem Real­ein­satz an die Umge­hungs­straße ausrücken. Über den dor­tigen Ver­kehrs­un­fall wurde bereits an dieser Stelle berichtet.

Bericht des Kin­der­gar­tens:

Feu­er­wehr­ein­satz - alles „nur“ Übung

Ta-Tü, Ta-Ta, die Feu­er­wehr ist da - so hieß es am ver­gan­genen Freitag bei uns im Kin­der­garten.

Zu diesem beson­deren Feu­er­wehr­ein­satz haben wir unsere „Großen" ein­ge­laden, am Nach­mittag in den Kin­der­garten zu kommen. Ziel war es, einen mögli­chen Brand­fall so echt als möglich zu insze­nieren. Um kurz nach 15:45 Uhr ging es los: die Nebel­ma­schine wurde ange­schaltet und inner­halb weniger Minuten stand das gesamte Trep­pen­haus im Dunst und der Fluchtweg über die Treppe bzw. durch den Flur war den Kin­dern und Erzie­he­rinnen so zusagen abge­schnitten. Die Kinder im unteren Grup­pen­raum sind dann durch eines der Fenster gestiegen.

Im Ober­ge­schoss war das etwas schwie­riger. Hier musste auf die Feu­er­wehr gewartet werden. In der Küche konnten die Kinder und ihre Erzie­herin eben­falls durch ein Fenster „gerettet" werden. Hierzu musste aber zunächst ein spe­zi­elles Gerüst auf­ge­stellt werden. Im oberen Grup­pen­raum war es dann noch einmal kom­pli­zierter. Die drei Kinder und die zwei Erzie­he­rinnen, die sich dort befanden mussten auf die Feu­er­wehr Lauffen warten, die mit einer 30 Meter hohen Dreh­leiter kam.

Die Feu­er­wehrübung war für alle Betei­ligten eine span­nende Aktion. Viele unter­schied­liche Emo­tionen - von Span­nung über Angst bis hin zu Erleich­te­rung - wurden „ent­flammt".

Nach diesem Ein­satz fühlen sich die Erzie­he­rinnen etwas sicherer gewappnet für einen, hof­fent­lich nie ein­tre­tenden, Not­fall. Dafür bedanken wir uns bei Herrn Uzel­maier und „seinen Feu­er­wehrmännern", die uns sicher durch diese Übung gebracht haben.

Um Nach­wuchs braucht sich die Feu­er­wehr übri­gens nun auch nicht mehr zu sorgen. „Ich werde später mal Feu­er­wehr­mann" war am Montag nach der Übung in der Kin­der­gruppe zu hören.

Das Kin­der­gar­ten­team