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Führungskräfte-Fortbildung in Bad Rappenau - Leitstelle, Ammoniak, Großschadenslagen und Gefahrstoffkonzept

Stadt- und Landkreis Heilbronnvon Volker Lang und Marc Hoffmann, KFV Medienteam

Alle zwei Jahre treffen sich die Führungskräfte der Feu­er­wehren des Land­kreises zum Fort­bil­dungs­se­minar. Zahl­reiche Themen standen beim diesjährigen Treffen in Bad Rap­penau auf der Agenda.

Den Samstag Vor­mittag füllte dabei ein The­men­block rund um die Inte­grierte Leit­stelle (ILS), die vor ziem­lich genau einem Jahr ihren Betrieb auf­ge­nommen hat. Hierzu infor­mierten der Leiter der ILS sowie zwei Leit­stel­len­dis­po­nenten die Zuhörer, unter denen sich Landrat Detlef Pie­pen­burg, Bad Rap­penaus Oberbürger­meister Blättgen, Adrian Mehler (Dezer­nent im Land­ratsamt) und Klaus Knipp (Amts­leiter Sicher­heit und Ord­nung) befanden.

Durch eine Erläute­rung der Abläufe von der Not­ruf­ab­frage bis zur Alar­mie­rung konnten sich die anwe­senden Führungskräfte ein Bild vom tägli­chen Geschehen in der Leit­stelle machen. Wichtig ist dies vor allem dann, wenn bei Einsätzen Alarm­stufen erhöht und Ein­satz­stich­worte verändert werden müssen.

Neue­rungen bei den Nor­mungen der Fahr­zeuge waren eben­falls ein Thema der Ver­an­stal­tung. Zur Ver­an­schau­li­chung waren hier ver­schie­dene Gerätewagen-Trans­port (GW-T) zu besich­tigen; unter anderem die Fahr­zeuge der Feu­er­wehren Eppingen, Möckmühl und Wid­dern. Die Eppinger Wehr war zudem mit ihrer neuen Dreh­leiter ver­treten; die Feu­er­wehr Lauffen mit dem neuen Boot.

Über die Gefahren von Ammo­niak - das bei­spiels­weise in Eis­hallen, Braue­reien, Kühläusern, Schlachthöfen und der­ge­li­chen Ver­wen­dung findet - sowie das Vor­gehen im Feu­er­wehr­ein­satz infor­mierten die Fach­be­rater-Chemie des Land­kreises, Sigrid Aßfalg und Dr. Sen­del­bach am Nach­mittag. Ein nicht zu unterschätzendes Thema, wie sich anhand eines Ein­satzes der Feu­er­wehr Reut­lingen gezeigt hat, als nach einem Ammo­nia­kaus­tritt in einer Eis­halle 77 Per­sonen ver­letzt wurden.

Pas­send dazu stellte Kreis­brand­meister Uwe Vogel im Anschluss das Kon­zept zur Bewälti­gung von Großscha­dens­lagen im Land­kreis Heil­bronn vor. Abschließend berich­tete der Kreis­brand­meister den Führungskräften über aktu­elle Neue­rungen aus dem Feu­er­wehr­wesen von Bund, Land und Kreis.

Am Sonntag gehörte der erste Block dem Kreis­feu­er­wehr­ver­band. Der Vor­sit­zende Rein­hold Gall konnte zuerst erfreu­li­ches in seiner Funk­tion als Lan­des­in­nen­mi­nister über die Unterstützung der Feu­er­wehren für die Jahre 2013 und 2014 berichten. In beiden Jahres werden jeweils 50 Mio. von der Lan­des­re­gie­rung zur Verfügung gestellt. Gall geht davon aus dass dadurch 90% der Zuschuss­anträge in diesen beiden Jahren bewil­ligt werden können.

Die Lan­des­feu­er­wehr­schule wurde pla­ne­risch auf den Weg gebracht. Für die Feu­er­wehr erfreu­lich war dabei, das rund 1 Mio. für den Erwerb Grundstücks­er­werb aus anderen Haus­haltstöpfen bestritten werden konnte. Die gesetz­li­chen Grund­lagen für den Feu­er­wehrführer­schein bis 7,5 t sind geschaffen und treten zum 1.12.2012 in Kraft. Der Kreis­feu­er­wehr­ver­band strebt dabei im Land­kreis eine möglichst ein­heit­liche Rege­lung für den Erwerb dieses Führer­scheines an. Anhand eines umfang­rei­chen Mus­ter­kof­fers stellte er die neuen Uni­formen und Tages­dienst­klei­dung vor. Er betonte aber ausdrücklich, dass es keinen Zwang zu einer sofor­tigen Umstel­lung geben wird.

Knut Stein­bauer gab letzt­mals als Kreis­ju­gend­feu­er­wehr­wart einen Rück- und Aus­blick auf die Aktivitäten der Kreis­feu­er­wehr­ju­gend. Im März stehen Neu­wahlen an, bei der Stein­bauer nicht mehr zur Wahl steht.

Im zu ende gehenden Jahr haben wie­derum 2 Lehrgänge für Jugend­grup­pen­leiter statt­ge­funden. Das Kreis­zelt­lager hat in Neckar­sulm mit über 400 Teil­neh­mern statt­ge­funden. In Öhringen wurde auf Bezirks­ebene, mit Unterstützung durch die Lan­des­feu­er­wehr­schule, ein sehr gut besuchter Info-Nach­mittag zum Thema Kin­der­feu­er­wehr durchgeführt. Auch für das kom­menden Jahr sind wieder 2 Lehrgänge für Jugend­grup­pen­leiter geplant. Die Adven­tur­etour wird in Lauffen a.N. statt­finden und in Abstatt ist für den RP Bezirk Stutt­gart ein Wer­te­se­minar geplant.

Im zweiten Block stellte Kreis­brand­meister Uwe Vogel das überar­beitet Gefahr­stoff­kon­zept des Land­kreises vor. Seit 6 Monaten exi­si­tiert ein Arbeits­kreis Gefahr­stoff, in dem die Feu­er­wehren Bad Rap­penau, Lauffen a.N., Neckar­sulm und Weins­berg sowie die Fach­be­rater ver­treten sind. Die Zuord­nung der GW-Gefahrgut und GW-Mess auf die ein­zelnen Gemeinden wurde kom­plett neu überar­beitet wobei als Grund­lage die Ein­treff­zeiten genommen wurden. Die Umset­zung bei der Alar­mie­rung soll zeitnah erfolgen. Für 2013 ist eine gemein­same Übung aller am Gefahr­stoff­kon­zept betei­ligten Ein­heiten geplant.

Ergänzend zu der Präsen­ta­tion neuer Fahr­zeuge vom Samstag wurde noch die neue Dreh­leiter der Feu­er­wehr Neu­en­stadt a.K. vor­ge­stellt.