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Frauen sind am Zug

Frauen in der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr sind noch immer in der Min­der­zahl, auch in Bad Rap­penau. In der Gesamt­stadt gehören 18 Frauen der aktiven Wehr an. Mit einem Frau­en­an­teil von 6,7 Pro­zent liegt die Kur­stadt etwa im Bun­des­durch­schnitt (sieben Pro­zent). Bei den Jugend­wehren stehen zehn Mädchen 90 Jungs gegenüber. Dabei steht ihnen die Tür zu Jugend­wehr und Ein­satz­ab­tei­lung offen.

Gleich­be­rech­ti­gung

Jugend­wartin Monika Mayer aus Fürfeld, ihre Stell­ver­tre­terin Jasmin Abel aus Grom­bach und wei­tere Frauen aus den Wehren aller Stadt­teile und der Kern­stadt wissen, dass Frauen in der Feu­er­wehr genau das gleiche tun wie ihre männli­chen Kol­legen. Frauen seien zu schwach und ähnliche Argu­mente lassen sie nicht gelten. Gleich­be­rech­ti­gung also. Das war nicht immer so. Monika Mayer, die in Heins­heim auf­wuchs, erin­nert sich: "Mit zwölf Jahren waren wir zehn Mädels, die zur Feu­er­wehr wollten. Doch es ging nicht. Der Kom­man­dant sagte aber: Macht eine Unter­schrif­ten­ak­tion und gebt sie dem Bürger­meister." Das hatte Erfolg, eine Mädchen­gruppe wurde gegründet. Heute rekru­tieren die aktiven Wehren Frauen meist aus der Jugend­wehr, in die manche Mädchen über Fami­li­en­mit­glieder hin­ein­wachsen.

Fami­li­en­bande

So wie Alicia Senius aus Fürfeld. "Mein Bruder war schon dabei, irgend­wann hat er mir einen Flyer gegeben." Sie ging zu einer Übung und blieb. Jasmin Abel inter­es­sierte anfangs vor allem Technik und Equip­ment. Die Grom­ba­cherin Selina Grzy­bowski wollte zunächst neue Leute treffen. Heute hat sie "ein gutes Gefühl dabei, etwas Wich­tiges und Nützli­ches" zu tun. Und auch Carolin Klum­bach aus Bon­feld gefällt, dass man bei der Feu­er­wehr Hilfe leisten kann. Ange­lika Lange und Andrea Baz aus Wol­len­berg waren gleich Feuer und Flamme, als vor einem Jahr­zehnt im kleinen Teilort eine Frau­en­mann­schaft gegründet wurde.

Zur Tages­zeit fehlten bei Alarm die Männer, bis die Rap­pen­auer im abge­le­genen Dorf ankamen, dau­erte es. Die Lösung: Frauen, die im Ort selbst oder Teil­zeit arbei­teten, und Haus­frauen. "Auf einen Schlag waren wir zu zehnt", erzählt Lange. "Ich habe manchmal meine Kinder mit zur Aus­bil­dung genommen, es ging ja nicht anders, und gestört hat das nicht." Sie wollte schon als kleines Mädchen zur Feu­er­wehr, so wie ihr Vater. Die Aus­bil­dung durch­liefen die Frauen noch allein, bei Einsätzen arbeiten sie mit den Männern zusammen, ganz ohne Unter­schiede. Frauen sollten sich ruhig trauen, bei der Wehr aktiv zu sein, meinen alle. Das ein­zige Aus­schluss­kri­te­rium, das Annki Lau­mann einfällt: "Man sollte weder eine Zimt­zicke noch eine Mimose sein."

Frauen als selbst­verständli­cher Teil des Ein­satz­zuges: In Bad Rap­penau ist der Anteil weib­li­cher Wehr­leute zwar noch gering. Die Damen in Uni­form sind aber begeis­tert vom Ehrenamt und rühren die Wer­be­trommel.

Foto: Gabriele Schneider