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Feuerwehrchef mit Leib und Seele

Neckarsulmvon Ute Plückthun, HSt

Jetzt ist es offi­ziell: Mit einer Feier, der langjährige Weg­be­gleiter und zahl­reiche Ver­treter befreun­deter Wehren bei­wohnten, wurde Her­mann Jochim in den Ruhe­stand ver­ab­schiedet. 43 Jahre lang war der eins­tige Mit­begründer der Jugend­feu­er­wehr aktiver Feu­er­wehr­mann, 23 Jahre davon als haupt­amt­li­cher Kom­man­dant über 158 Feu­er­wehr­leute in den Wehren von Neckar­sulm, Ober­ei­sesheim, Amor­bach und Dahen­feld.

Team­geist Gewohnt bescheiden und dem Team­geist ver­pflichtet zeigte sich der 60-Jährige bei der Ver­ab­schie­dung: Sein Lob erhielt die "her­vor­ra­gende Mann­schaft, die immer hinter mir gestanden hat", während er sich selbst als "nur der Initiator und Ideen­geber" bezeich­nete. Er bedankte sich bei den Kame­raden für die gelun­gene "Gemein­schafts­leis­tung", ebenso bei den drei Oberbürger­meis­tern Klotz, Blust und Scholz, die "immer ein offenes Ohr für die Belange der Feu­er­wehr" gehabt hätten. Als "Her­zens­an­ge­le­gen­heiten" strich er die Jugend­ar­beit und die Feu­er­wehr­part­ner­schaft mit Car­maux hervor. Neckar­sulms Oberbürger­meister Joa­chim Scholz zeigte sich beein­druckt von annähernd 8000 Einsätzen in 43 Jahren. Dass der Fami­li­en­vater "Extrem­be­las­tungen körper­li­cher und psy­chi­scher Art" auf sich genommen habe und bei allen Anfor­de­rungen ruhig, besonnen, über­schauend und zugleich respekt­voll im Umgang mit seiner Mann­schaft gewesen sei, mache ihn zu einer "her­aus­ra­genden Persönlich­keit". Zudem habe er die Feu­er­wehr seinem Nach­folger Wolf­gang Rauh in einem her­vor­ra­genden Aus­bil­dungs­zu­stand überg­eben. Scholz über­reichte Jochim die Ehren­kom­man­dantur. An ein Ende der Ein­satz­be­reit­schaft mochte er jedoch nicht glauben, auch wenn jetzt die Familie im Vor­der­grund stehe: "Wer ihn kennt, weiß, dass er nach wie vor ausrücken wird, wenn"s hupt."

"Beruf: Feu­er­wehr, Hobbys: Feu­er­wehr": Auch Dr. Bern­hard Lasotta lobte Jochim für seinen "hun­dert­pro­zen­tigen Ein­satz" und für seine Sozi­al­kom­pe­tenz im Führen und Aus­bilden von Men­schen, wobei er in allen Lagen Ver­trauen und Kom­pe­tenz aus­ge­strahlt habe.

Errun­gen­schaften Rein­hold Gall, Vor­sit­zender des Kreis­feu­er­wehr­ver­bands, hob die Errun­gen­schaften Jochims hervor: Mit der Einführung von Geschick­lich­keits­trai­ning und des Sys­tems von Wech­sel­la­der­fahr­zeugen sowie einer "Vor­rei­ter­rolle im Bereich der Aus­bil­dung" habe er neben seiner mensch­li­chen Persönlich­keit "Spuren im Kreis und im Land hin­ter­lassen".

"Blau­licht ver­bindet": Für die "vielfältige Unterstützung" bedankte sich Bern­hard Mai, Leiter des Neckar­sulmer Poli­zei­re­viers. Nach­folger Rauh sagte: Dank Jochim "haben wir keine Nach­wuchs­sorgen, unser Alters­durch­schnitt beträgt 32 Jahre". Als langjähriger Weg­be­gleiter wusste er ein pas­sendes Abschieds­ge­schenk für den "lei­den­schaft­li­chen Koch", der unter anderem stell­ver­tre­tender Kreis­brand­meister bleibt: ein scharfes Damast­messer, Koch­zu­taten und Ver­bands­kasten gleich dazu.

Bild: Der frühere Kom­man­dant Her­mann Jochim (re.) wurde von Oberbürger­meister Joa­chim Scholz ver­ab­schiedet und zum Ehren­kom­man­danten ernannt. (Foto: Plückthun)