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"Es war ein Inferno, überall Rauch, ich hatte Angst!"

Bad Friedrichshallvon Michael Siegmann, Feuerwehr Bad Friedrichshall

So oder ähnlich, könnten die Schlag­zeilen lauten, die wir einen Tag nach einem Brand in einem Alters­heim lesen könnten.

Was war pas­siert: In einem Zimmer im ersten Ober­ge­schoß war eine unbe­auf­sich­tigte Heiz­decke in einem Bett in Brand geraten, wird der Brand­er­mittler später bekannt­geben.

Die Flammen haben schnell das ganze Zimmer in Beschlag genommen, glückli­cher­weise befand sich der Bewohner zu diesem Zeit­punkt im Gemein­schafts­raum im zweiten OG. Schnell war der kom­plette 1 Stock ver­raucht, eine Ret­tung übers Trep­pen­haus unmöglich!

Als das Pfle­ge­per­sonal den Brand bemerkt, beginnt es sofort damit, die im zweiten OG befind­li­chen Per­sonen zu beru­higen und die Zimmer der in einer Not­lage befind­li­chen Person für die Feu­er­wehr gut sichtbar mit weißen Leintüchern an den Fens­tern zu kenn­zeichnen. Unter Ihnen quäckt die Brand­mel­de­an­lage, die alten Leute werden Nervös, vielen schießen wirre Gedanken durch den Kopf, Was pas­siert hier?, Hof­fent­lich finden sie mich schnell!, Warum hilft mir keiner!.

End­lich hören Sie die Sirenen und sehen das Blau­licht, die so sehnsüchtig erwar­tete Hilfe trifft ein. Die Bewohner springen an Ihre Fenster und sehen wie der Ein­satz­leiter der Feu­er­wehr seine Erkun­dung macht und dann end­lich, gibt er den Befehl: Fenster im zweiten OG mit 4teil­iger Steck­leiter und Schieb­leiter anlei­tern, Dreh­leiter über Win­ter­garten in Stel­lung bringen. Trupps zur Men­schen­ret­tung vor. Die Feu­er­wehr­leute springen zu Ihren Fahr­zeugen und bringen die Lei­tern in Stel­lung, dann ist es soweit, der erste Feu­er­wehr­mann kommt die Leiter herauf. Er hat beru­hi­gend auf mich ein­ge­spro­chen und mir alles erklärt, wird der geret­tete Bewohner später den Repor­tern der Presse sagen. Dann ist es soweit, nachdem auch der zweite Feu­er­wehr­mann auf die Leiter gestiegen ist und der Bewohner mit einem Brust­bund Ret­tungs­knoten gesi­chert wurde, beginnt er unter Hil­fe­stel­lung über die Fens­terbrüstung zu steigen, die ersten Schritte sind noch zöger­lich, nahezu ängst­lich. Irgend­wann so nach dem 3. oder 4. Schritt habe ich aber gemerkt, die bringen mich sicher runter, hört man Ihn zu seinem her­bei­ge­eilten Sohn sagen. Überglücklich, schließt er seinen geret­teten Vater in die Arme und freut sich, das trotz allem alles so gut ver­laufen ist.

Unter­dessen kämpfen sich im Gebäude Feu­er­wehrmänner unter Atem­schutz zur Brand­stelle vor. Es ist kein ein­fa­cher Job, den diese Jungs leisten, sie sehen nur Rauch und hinter jeder Türe die sie öffnen, könnten Sie die Flammen erwarten, die unbarm­herzig sind, wenn Sie wieder Luft zum Atmen bekommen. Plötzlich schallt es Mayday, Mayday, Mayday aus dem 2m Funkgerät des Grup­penführes eines der Löschfahr­zeuge. Später erfahren wir vom Ein­satz­leiter, das ist ein Hil­feruf aus dem Gebäude. Ein Feu­er­wehr­mann hat sich beim Kampf gegen die Flammen ver­letzt und lag bewusstlos im ersten OG, sein Trupp­mann sitzt Fas­sungslos daneben und freut sich, als er den zur Hilfe kom­menden Ret­tungs­trupp wahr­nimmt. Gemeinsam retten Sie Ihren ver­unglückten Kame­raden und leisten erste Hilfe mit Beatmungs­beutel, Herz­druck­mas­sage und Frühde­fi­bri­lator. Dann kommt der Not­arzt, plötzlich wird es ganz still, dann bricht die Ruhe mit einem Atemzug des Kame­raden, zum Glück, wir haben ihn wieder. Zur Beob­ach­tung wird er wohl noch zwei Tage in der Klinik bleiben müssen, aber das ist zu Ver­schmerzen. Zum Glück ist nichts Schlim­meres pas­siert und das Feuer wurde auch noch gelöscht.

Am nächsten Tag lesen wir dann in der Presse:Ges­tern Abend ereig­nete sich ein Brand in einem Alten­heim in Bad Fried­richs­hall- Jagst­feld. Zwei Zimmer brannten kom­plett aus, bis auf einen leicht ver­letzten Feu­er­wehr­mann und einen hohen Sach­schaden, ver­lief der Ein­satz glückli­cher­weise ohne wei­tere Zwi­schenfälle. Das beherzte Ver­halten des Pfle­ge­per­so­nals sowie die umsichte Arbeit der Ret­tungs­dienste konnte glückli­cher­weise schlim­meres Ver­hin­der­nUnser geret­teter Bewohner und sein Sohn sitzen über der Zei­tung und sagen, zum Glück können wir heute gemeinsam hier sein, Danke an alle die uns geholfen haben!

Zum Glück war das alles nur eine Übung in der wir das Zusam­men­spiel mit unseren beiden Außenab­tei­lungen proben konnten. Als Übungs­ob­jekt wählten wir bewusst das momentan leer ste­hende Gebäude eines örtli­chen Alten­heimes, wel­ches demnächst abge­rissen werden soll. Solche Objekte bieten sich für groß ange­legte Übungen bes­tens an. Um wei­terhin unseren Ein­woh­nern eine zuverlässige und schnelle Hilfe gewähren zu können sind solche Übungs­abende not­wendig, bei Inter­esse, kommen Sie ruhig zum Zuschauen vorbei, wir freuen uns.

Mein Dank gilt allen die am Gelingen der Übung einen so großen Anteil hatten und uns unterstützt haben.