QR-Code zur Seite

Ende einer Feuerwehr-Ära

Bad Rappenauvon Peter Boxheimer, HSt

Es ist ein Gene­ra­ti­ons­wechsel, der an diesem Abend in der Heins­heimer Josef-Müller-Halle voll­zogen wird. Und das Ende einer Ära: Nach 26 Jahren ver­ab­schiedet die Bad Rap­pen­auer Feu­er­wehr ihren Stadt­kom­man­danten Wil­helm Bödinger. Auch Stell­ver­treter Bernd Gug­golz gibt sein Amt ab. Ein Mit­glied des neuen Führungs­teams spricht von einer „Zeit des Wan­dels und des Auf­bruchs“.

Klare Wahl­er­geb­nisse

An der Spitze der 441 Mit­glieder zählenden Hilfs­or­ga­ni­sa­tion steht seit 1. April der 24-jährige Felix Mann als erster haupt­amt­li­cher Kom­man­dant. Zwei Stell­ver­treter unterstützen ihn künftig bei seinen umfang­rei­chen Auf­gaben. Sie werden von den Flo­ri­ansjüngern mit großer Mehr­heit gewählt. Der 33-jährige Thomas Wachno aus der Kern­stadt bekommt als erster Vize 126, der 50 Jahre alte Axel Klum­bach aus Bon­feld als zweiter 121 von 131 Stimmen. Beide bringen langjährige Erfah­rungen als Abtei­lungs­kom­man­danten und Stell­ver­treter mit. „Der Reiz der Auf­gabe hat die Zweifel besiegt“, sagt Klum­bach.

Aus­zeich­nungen

Doch im Mit­tel­punkt des Abends steht das bis­he­rige Führungsduo. „Sie haben der Feu­er­wehr Bad Rap­penau Ihren Stempel auf­gedrückt, und Sie hin­ter­lassen große Spuren“, bekommt Wil­helm Bödinger von Oberbürger­meister Hans Heri­bert Blättgen beschei­nigt. Die Stadt zeichnet den langjährigen Wehr­chef mit der sil­bernen Ehren­me­daille aus. Vom Deut­schen Feu­er­wehr­ver­band gibt’s für Bödinger das gol­dene Ehren­kreuz. Am Ende sind dem hoch­de­ko­rierten 62-Jährigen die Lobes­hymnen fast schon zu viel. „Jetzt wird’s mal rei­chen dann“, schmun­zelt er in die Runde.

Aber 26 Amts­jahre müssen gewürdigt werden. Mehr als 2000 Einsätze dürfte Wil­helm Bödinger als Stadt­kom­man­dant geleitet haben. OB Blättgen preist ein „bewun­derns­wertes Enga­ge­ment“, das stets mit dem Blick für das Mach­bare ver­bunden gewesen sei. Kein Weg sei Bödinger zu weit, kein Tag zu lang gewesen. Der gesamte Fuhr­park der Stützpunkt­wehr und der acht Abtei­lungen wurden in seiner Amts­zeit erneuert und erwei­tert, alle Gerätehäuser reno­viert, opti­miert oder gar neu gebaut.

Dass es stadt­weit eine ein­heit­liche Fahr­zeug­aus­stat­tung gibt, ist dem Kom­man­danten zu ver­danken. Als die Bad Rap­pen­auer Blauröcke 2004 die Ver­ant­wor­tung für einen Stre­cken­ab­schnitt der A 6 bekamen, stellten sie sich unter Bödinger auch dieser Her­aus­for­de­rung – und damit Einsätzen, die zu den schwie­rigsten und psy­chisch belast­endsten zählen.

Ehrungen

18 Jubi­lare würdigte die Bad Rap­pen­auer Feu­er­wehr bei ihrer Jah­res­haupt­ver­samm­lung. Für 40 Dienst­jahre bekamen Roland Bohn (Grom­bach), Volker Dörzbach (Tresch­klingen), Klaus Ehe­mann, Werner Fritz, Gerd Mamber (alle Bon­feld), Bernd Gug­golz (Bad Rap­penau), Wolf­gang Karr und Kurt Lais (beide Fürfeld) das Ehren­zei­chen in Gold. Silber für 25 Jahre ging an Oliver Freyer, Hein­rich Michel­bach, Thomas Winkler (alle Tresch­klingen), Man­fred Guthörle, Achim Klein­hans, Erwin Stat­tel­mann (alle Ober­gim­pern), Willi Kühner (Bab­stadt), Rolf Noll, Michael Vogt (beide Fürfeld) und Sieg­fried Stettner (Wol­len­berg).

Bild 1: Ihre Erfah­rung zählt: Acht Jubi­lare nahmen für 40-jährigen Dienst bei der Bad Rap­pen­auer Hilfs­or­ga­ni­sa­tion das gol­dene Feu­er­wehr-Ehren­zei­chen in Emp­fang.Bild 2: Das alte und neue Feu­er­wehr-Kom­mando (von links): Wil­helm Bödinger, Bernd Gug­golz, Axel Klum­bach, Thomas Wachno und Felix Mann.