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Einst jüngster Feuerwehrkommandant

Brackenheimvon Thomas Dorn, HSt

Ob ihm der Abschied schwer fällt? "Das weiß ich noch nicht", gibt Harald Zeyer offen zu. Aber eines weiß er: Der Zeit­punkt, das Amt des Feu­er­wehr­kom­man­danten in Bra­cken­heim nie­der­zu­legen, ist richtig. "Wir haben gute Führungskräfte, und die sind jetzt bereit, Ver­ant­wor­tung zu über­nehmen", sagt Zeyer. Ob das in ein paar Jahren noch der Fall wäre − Zeyer ist sich da nicht sicher. Und des­halb tritt er jetzt ins zweite Glied zurück. Der Wehr bleibt er aber erhalten, "als nor­maler Feu­er­wehr­mann".

Angekündigt Klar: Man­cher wun­dert sich, dass der Stadt­brand­meister abtritt. Mit 48. Aber ers­tens hat er schon vor vier Jahren angekündigt, dass 2010 Schluss sein wird. Und zwei­tens hat er das zeit­auf­wen­dige Amt mehr als 20 Jahre ausgeübt. Seit Dezember 1989.

Dass er damals jüngster Kom­man­dant im Land­kreis Heil­bronn wurde, kam zwei­fellos über­ra­schend. Zeyer war nur Grup­penführer, hatte noch nicht die erfor­der­li­chen Lehrgänge, gehörte nicht zur Führungs­ebene der örtli­chen Wehr. Aber nach Que­relen mit der Stadt­ver­wal­tung in Zusam­men­hang mit dem Neubau des Feu­er­wehr­hauses war der dama­lige Kom­man­dant zurückge­treten. Als auch sein etatmäßiger Nach­folger nicht mehr wollte, fiel der Blick auf Zeyer. Der gelernte Hei­zungs­bauer arbei­tete als Anla­genwärter im GKN in Neckar­west­heim, war zugleich Ein­satz­leiter in der Werk­feu­er­wehr. Er sagte zu, "weil wir eine gute Kame­rad­schaft hatten" − und weil er spürte, dass er von den Bra­cken­heimer Kol­legen akzep­tiert wurde.

Dass er sich der Wehr anschließen würde, stand für den Haber­schlachter früh fest. "Mein Vater war bei der Feu­er­wehr, und im Ort war die Erb­folge üblich", sagt Zeyer und lächelt. Der Fuhr­park im Stadt­teil − ein Anhänger − war aller­dings nicht der Renner. Der junge Mann war des­halb froh, dass er bald auch in der Kern­stadt Bra­cken­heim, wo er in der Grund­aus­bil­dung inter­es­sante tech­ni­sche Geräte ken­nen­ge­lernt hatte, Dienst schieben durfte.

Heute sind alle Stadt­teile gut aus­ge­stattet. Auch dank Harald Zeyer. Zehn Fahr­zeuge wurden in seiner Amts­zeit gewech­selt, alle Orts­teil­wehren mit Atem­schutzgeräten aus­ge­stattet. "Ich hab" nie was gefor­dert, was nicht berech­tigt war", sagt der Haupt­brand­meister.

Durch­schnitt­lich 30 Stunden pro Woche hat er für dieses Ehrenamt (mit kleiner Entschädigung) auf­ge­wendet. Die Ver­wal­tungs­ar­beiten sind im Lauf der Jahre ständig ange­wachsen: immer mehr Prüflisten, Nach­weise und Doku­men­ta­tionen, immer neue Vor­schriften, die man lesen und umsetzen und die Aus­bil­dung darauf abstellen muss.

Belas­tend "Man­ches ist Kampf", sagt Zeyer, "aber das Posi­tive über­wiegt." Manche Einsätze, vor allem tödliche Unfälle, gehen ihm nach wie vor unter die Haut: "Da stumpft man auch nach 20 Jahren nicht ab." Und es gibt Tief­punkte, auch bei der Per­so­nalstärke, aber "dann muss man werben", sagt Zeyer, der auf direkte Ansprache setzt. Zumin­dest in den Stadt­teilen gib es keine Nach­wuchs­pro­bleme, auch die Tages­verfügbar­keit stimmt. "Da können wir uns 'von' schreiben", sagt Zeyer.

Ein High­light war zuletzt das 150-Jahr-Jubiläum der Feu­er­wehr 2009. Zeyer hatte Bedenken gehabt, wegen der vielen Arbeit, doch dann zog die Truppe voll mit. "Ein Fest über vier Tage, und das Zelt immer voll − wo gibt es das sonst?", schwärmt er.

Künftig haben auch die Kinder, 11 und 15 Jahre alt, und Ehe­frau Bri­gitte wieder mehr vom Vater und Ehe­mann. Wobei die Gattin durchaus wusste, worauf sie sich einlässt: Ihr Vater war schon Zugführer, der Bruder Grup­penführer. Harald Zeyer grinst: "Und sie hat ja auch schon den Kom­man­danten gehei­ratet."

Bild: "Wir haben gute Leute, da kann ich ruhig schlafen": Harald Zeyer tritt bei der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Bra­cken­heim ins zweite Glied zurück. (Foto: Thomas Braun)