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Drei Tote bei Frontalzusammenstoß (Pressebericht)

Kirchardtvon Adrian Hoffmann, HSt

Es ist einer der schlimmsten Ver­kehrsunfälle im Land­kreis in den ver­gan­genen Jahren. Drei Tote, zwei Schwer­ver­letzte – so lautet die furcht­bare Bilanz eines Fron­tal­zu­sam­men­pralls zweier Autos auf der B39 bei Kirchardt.

Es geschah am Sams­tag­abend gegen 18 Uhr. Eine Gruppe von vier Männern im Alter von 17 bis 23 Jahren war auf der Heim­fahrt nach einem Fußball-Test­spiel des Kreis­li­gisten TSV Fürfeld beim TSV Steins­furt – offenbar alle­samt Fußball­spieler des Ver­eins aus dem Bad Rap­pen­auer Orts­teil.

Ins Schleu­dern geraten

Ver­mut­lich auf Grund überhöhter Geschwin­dig­keit geriet der Renault Clio der jungen Männer in einer Links­kurve auf den rechten Grünstreifen, nur wenige Hun­dert Meter von Kirchardts Orts­ein­fahrt ent­fernt. Beim Gegen­lenken verlor der 21-jährige Fahrer die Kon­trolle über sein Auto und schleu­derte auf die andere Straßenseite. Dort prallte der Renault frontal gegen den ent­ge­gen­kom­menden VW Beetle einer 19-Jährigen aus Kirchardt und über­schlug sich.

An der Unfall­stelle gestorben

Als die Feu­er­wehr­leute ein­trafen, stellten sie den Tod von dreien der vier Männer fest, 18, 21 und 23 Jahre alt. Sie waren im Auto ein­ge­klemmt. Ein 17-Jähriger wurde aus dem Wagen geschleu­dert, der Ret­tungs­dienst brachte ihn ins Kran­ken­haus – am Sonn­tag­mittag schwebte er noch in Lebens­ge­fahr. Die 19-jährige Fah­rerin des Beetle wurde beim Auf­prall in ihrem Auto ein­ge­klemmt und schwer ver­letzt, auch sie wurde sofort ins Kran­ken­haus gebracht. Ein Hub­schrauber, vier Notärzte und vier Ret­tungs­wagen waren im Ein­satz.

Freunde und Bekannte

Trauer, Ver­zweif­lung. Freunde, Bekannte und Angehörige der jungen Männer mussten die Sze­nerie lange mit ansehen. Der Clio war nur eines von meh­reren Autos, die gemeinsam über die Strecke von Steins­furt über Kirchardt nach Hause fahren wollten. Am Tag danach trägt die Web­site des TSV Fürfeld schwarz: „Wir sind tief bestürzt und können es noch gar nicht begreifen. Wir trauern um unsere Jungs.“ Auf der Ver­eins-Home­page ist auch ein Trau­er­buch ein­ge­richtet.

Kom­plett zerstört

Die Feu­er­wehr­leute hatten dem Ret­tungs­dienst zuvor Zugang zur noch lebenden Fah­rerin des VW ver­schafft. Mit einem Hydrau­likgerät ver­hin­derten sie außerdem, dass der auf der Seite lie­gende Renault Clio umkippte. Die Autos waren vom Zusam­men­prall kom­plett zerstört.

Man habe gleich nach dem Ein­treffen zusätzlich die Bad Rap­pen­auer Feu­er­wehr alar­miert, sagt Feu­er­wehr-Ein­satz­leiter Markus Bucher – auch, wenn sie zuletzt nicht mehr gebraucht wurde.

Zwölf Helfer von Not­fall­nach­sor­ge­dienst und Not­fall­seel­sorge waren vor Ort, um sich um Angehörige und Freunde der Ver­unglückten zu kümmern. Viele saßen völlig aufgelöst auf dem wenige Meter ent­fernten Park­platz an einem Wald­rand. Auch für die Feu­er­wehr­leute war es ein sehr schwie­riger Ein­satz. „So etwas ist immer sehr belas­tend“, sagte Kreis­brand­meister Uwe Vogel, der auch nach Kirchardt kam.

Betreuung im Rat­haus

Als Kirchardts Bürger­meister Rudi Kübler von der Schwere des Unfalls erfahren hatte, machte auch er sich auf den Weg. Nach einer kurzen Absprache mit den Hel­fern von der Not­fall­nach­sorge ent­schied er sich dazu, kurz­fristig den Ver­eins­raum im Rat­haus zu öffnen, wo einige der Men­schen, die all das mit ver­folgen mussten, später noch weiter betreut wurden.

Gut­achter vor Ort

Ein Gut­achter foto­gra­fierte am Abend bereits den Unfallort und rekon­stru­ierte den Ablauf des Gesche­hens, indem er unter anderem die Rei­fen­spuren mit einem Rad­messer nach­zeich­nete – das übliche Vor­gehen in sol­chen Fällen.

Es war nicht das erste Mal, dass es auf dieser Strecke zu einem schweren Unfall kam. Nach Angaben von Feu­er­wehr-Ein­satz­leiter Markus Bucher gab es das hier in der Ver­gan­gen­heit immer wieder, auch mit tödli­chem Ende.

Bild und Video: Adrian Hoff­mann, HSt