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Drehleiter leistet gute Dienste

Beilsteinvon Wolfgang Seybold, HSt

Obers­ten­feld (Lkr. Lud­wigs­burg) - Sirenen und Mar­tins­horn schre­cken am Don­ners­tag­abend die Obers­ten­felder Bürger auf. Die Frei­wil­lige Feu­er­wehr rückt kurz nach 19 Uhr mit ihren Fahr­zeugen vom Magazin an der Bot­twar in Rich­tung Lich­ten­berg­schule aus. Was ist pas­siert? Die Ein­satzkräfte proben den Ernst­fall. Es han­delt sich um eine über­ra­schend ange­setzte Alarmübung der Obers­ten­felder Wehr.

Kom­man­dant Jürgen Beck hat an der Schule Punkt 19 Uhr den Alarm bei der Ret­tungs­leit­stelle ausgelöst. "Eine Fett­ex­plo­sion in der Küche des Schulgebäudes hat einen Brand ver­ur­sacht", erklärt Beck die Gefah­ren­si­tua­tion. Da das "bren­nende" Haus hinter dem neuen Klein­spiel­feld steht, kann es nicht direkt von den Ret­tungs­fahr­zeugen ange­fahren werden. Einige Per­sonen sind im Ober­ge­schoss ein­ge­schlossen, der Fluchtweg über das ver­rauchte Trep­pen­haus ist abge­schnitten.

Aus der Ferne

Es muss also geübt werden, wie eine Ret­tung über das Spiel­feld hinweg möglich ist. Vier Minuten nach der Alar­mie­rung geht das neue Löschfahr­zeug (LF) 20/16 auf Posi­tion. Das Ein­satz­fahr­zeug, die Dreh­leiter und das LF 16/12 folgen mit Blau­licht und Mar­tins­horn. Auch die Feu­er­wehr aus Beil­stein leistet mit ihrem Tanklöschfahr­zeug (TLF) 16/25 und neun Mann Besat­zung Nach­bar­schafts­hilfe. Kurze Befehle der Truppführer bringen die Ret­tungs­mann­schaften auf Trab. Die Was­ser­ver­sor­gung mit Schlauch­lei­tungen steht in wenigen Minuten.

Inzwi­schen hat der Maschi­nist die Dreh­leiter über das Spiel­feld bis in das Ober­ge­schoss aus­ge­fahren. Rund zwölf Meter sind dabei zu überbrücken. Die Ein­ge­schlos­senen rufen laut um Hilfe. Die nächt­liche Sze­nerie mit Schein­werfer und zuckendem Blau­licht wirkt gespens­tisch. Immer drei Per­sonen auf einmal können von der Dreh­leiter in Sicher­heit gebracht werden.

Von den Ret­tungs­leuten des örtli­chen DRK erhalten die Ver­letzten Erste Hilfe. Not­arzt Dr. Thomas Rinkler kann in der Haupt­sache Rauch­ver­gif­tungen fest­stellen. "Wir ver­sorgen die Ver­letzten als Erst­helfer und bringen sie dann mit Ret­tungs­wagen in die Kran­kenhäuser", erklärt der Not­arzt das Vor­gehen.

Nach rund 20 Minuten meldet Truppführer Michael Herzer der Ein­satz­lei­tung: "Alle Per­sonen aus dem Gebäude gerettet." Feu­er­wehr­mann Martin Schick steht mit schwerem Atem­schutz bereit, mit seinen Kame­raden in das Haus vorzurücken und den Brand in der Küche zu löschen. Doch Kom­man­dant Beck beendet die Aktion, da der wesent­liche Übungs­teil, die Men­schen­ret­tung, gelungen ist.

Manöver­kritik

Beck fasst seine Eindrücke kurz so zusammen, dass die Tagespräsenz mit 34 Mann sehr gut sei. Das abseits der Straße ste­hende Schulgebäude könne gut erreicht werden. Und auch die Unterstützung durch die Beil­steiner Wehr sei immer pro­blemlos und effektiv.

Bild: Nächt­li­ches Ret­tungs­sze­nario: Über das Klein­spiel­feld hinweg werden ein­ge­schlos­sene Men­schen mit der Dreh­leiter eva­ku­iert. (Foto: Werner Kuhnle)