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Brücke bleibt menschenleer

Möckmühlvon Steffen Heizereder, HSt

Voller Men­schen war die Jagstbrücke bei der Fußball-Welt­meis­ter­schaft nach den Siegen gegen Eng­land und Argen­ti­nien.

Aus­ge­lassen wurde in den ver­gan­genen Tagen gefeiert. Ganz anders vor­ges­tern Abend: Tris­tesse statt fei­ernder Fans. Das war das vor­herr­schende Bild am Mitt­woch­abend. Nie­mand wollte feiern. Ledig­lich ein ein­zelnes Auto mit Spa­nien-Fans fuhr hupend durch die Straßen − in einer Stadt, in der ansonsten Toten­stille herrschte. Wenige Minuten zuvor saß Möckmühl noch vor dem Fern­seher oder bei einer der Public-Vie­wing-Ver­an­stal­tungen.

Kame­rad­schafts­raum So auch die Feu­er­wehr. Regelmäßig zu den Deutsch­land­spielen trafen sich die Feu­er­wehr­leute in ihrem Kame­rad­schafts­raum zum gemein­samen Fußball­schauen. Der Raum bietet über 50 Leuten Platz und ist mit einer rie­sigen Lein­wand, Ven­ti­la­toren, die auch bei hit­zigen Spielen für Abkühlung sorgen, und jeder Menge WM-Deko­ra­tion aus­ge­stattet. "Wir wollen der Gas­tro­nomie aber keine Kon­kur­renz machen",sagte Kom­man­dant Uwe Thoma. Viel­mehr dienten die Fußball­abende dem kame­rad­schaft­li­chen Mit­ein­ander. Ein posi­tiver Neben­ef­fekt sei zudem, dass man so in Bereit­schaft sei: "Wenn was pas­siert, haben wir genügend Feu­er­wehr­leute und Mate­rial da",erklärte der Kom­man­dant. Regelmäßig schaute auch die Polizei zu diesen Fußball­abenden vorbei, bevor sie nach Spie­lende für Ord­nung sorgen musste.

Auch für das Halb­fi­nale hatte die Polizei Vor­be­rei­tungen getroffen. Meh­rere Strei­fen­wagen standen auf der Jagstbrücke bereit. Die Möckmühler Fans seien aber sehr dis­zi­pli­niert, sagte Poli­zei­haupt­kom­missar Wolf­gang Greiß, wenn­gleich schon mal zer­bro­chene Glas­fla­schen auf der Fahr­bahn landen. "Mir ist ein­fach wichtig, dass nie­mand auf die Straße läuft und ange­fahren wird",so Greiß. Doch schnell kam die Ent­war­nung. Außer den wenigen Fans, die gesenkten Hauptes nach Hause gingen, trafen die Poli­zisten nur eine men­schen­leere, ver­waiste Brücke an.

Ansturm Man­fred Hil­de­brandt, Pächter einer anlie­genden Tank­stelle, war zuvor guter Dinge gewesen. Ärger hatte er mit den Fans noch nie. Zu zweit mussten sie bei Deutsch­land­spielen in der kleinen Tank­stelle arbeiten, um dem Ansturm gerecht zu werden. Als echter Fan hat Hil­de­brandt alle Spiele im Internet ver­folgt. Für den städti­schen Bau­be­triebshof gab es nach dem ver­lo­renen Spiel der deut­schen Kicker gegen Spa­nien Ent­war­nung. Aufräumar­beiten im Bereich der Jagstbrücke oder des Ein­kaufs­zen­trums Waa­gerner Tal standen diesmal nicht auf der Tages­ord­nung.

Bilder: Feu­er­wehr Möckmühl

Die Feu­er­wehr Möckmühl schaut bei der Welt­meis­ter­schaft gemeinsam gerne Fußball. Auch Poli­zei­be­amte kommen während des Spiels vorbei.