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Baubeschluss für Feuerwehrmagazin vertagt

Beilsteinvon Barbara Barth, HSt

Der Ent­wurf für das neue Beil­steiner Feu­er­wehr­ma­gazin wird noch einmal auf den Prüfstand gestellt, nach Ein­sparmöglich­keiten durch­forstet. Der Grund sind Mehr­kosten von 237 000 Euro gegenüber der Kos­tenschätzung, die ein zusätzlich ein­ge­schal­tetes Büro zur Kon­trolle mit 2,6 Mil­lionen Euro bezif­fert hatte. Dabei sind noch nicht einmal alle Gewerke aus­ge­schrieben.

Liste Der Vor­schlag zur Ver­ta­gung kam gleich zu Beginn der Gemein­de­rats­sit­zung von Bürger­meister Günter Hen­zler. Nach Überprüfung der rund neun­pro­zen­tigen Kostenüber­schrei­tung sehe man sowohl bei der Art der Durchführung wie bei ein­zelnen Bau­ele­menten Spar­po­ten­ziale. Bis zur Mai-Sit­zung soll den Räten von der Ver­wal­tung eine ent­spre­chende Liste gelie­fert werden. Eine Schürfung auf dem Bau­grund soll zudem Auf­schluss darüber geben, ob die berech­neten Massen nicht über­di­men­sio­niert sind. Bau­amts­leiter Horst Hägele erläuterte: "Dazu wird das Bau­feld frei­ge­legt und eine Schürfgrube aus­ge­hoben. Der Geo­loge ent­scheidet dann, wie viel Druck der Lehm-Löss-Boden verträgt." Wenn die Gründung für das Gebäude weniger Masse braucht, hat das kos­tenmäßig Aus­wir­kungen. Hen­zler: "Ich bin sicher, dass wir da einiges ein­sparen können." Die Preise seien in Ord­nung, aber die Massen könnten redu­ziert werden.

Außerdem tauchte in der Dis­kus­sion immer wieder der Übungs­turm als Ein­spar­po­ten­zial auf. Für die Freien Wähler bekräftigte Oliver Muth "die wich­tige Rolle der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr", unter­strich aber den "Zweckbau, bei dem zwi­schen Pflicht und Kür abge­wogen werden muss". SPD-Rat und Feu­er­wehr­kom­man­dant Bernd Kir­cher warnte davor, "zu sparen, um des Spa­rens willen". Der Ablauf dürfe nicht beeinträchtigt werden. Bürger­meister Hen­zler ver­sprach, dass "an der Funk­ti­onsfähig­keit kei­nerlei Abstriche gemacht werden". "Aus meiner Sicht kann das Sahnehäubchen Turm aber auch später erstellt werden." Dass es wünschens­wert ist, sei klar, aber "die 2,6 Mil­lionen Euro sollten nicht wesent­lich über­schritten werden". Dieter Rupp (FDP) kam sich ange­sichts der ver­tagten Ent­schei­dung wie ein Patient mit Zahn­schmerzen vor, der vor einer geschlos­senen Praxis steht: "Heute hat sie zu, aber der Schmerz kommt gewiss." Hans Sturm (FWV) fand 70 000 Euro für den Turm zu viel: "Die Hälfte reicht wahr­schein­lich auch."

Zah­len­spiel Archi­tekt Roland Kiderlen erklärte in mühsamen Zah­len­spielen, wo er welche Summe ein­sparen würde, doch Hen­zler bremste: "Ent­schieden ist noch nichts." Mit 1,1 Mil­lionen Euro sind die Erd-, Beton- und Mau­rer­ar­beiten der dickste Bro­cken der bisher aus­ge­schrie­benen Gewerke. Nach der Mas­sen­er­mitt­lung durch die Schürfung soll mit der Firma Müller, die günstigste Bie­terin der beschränkten Aus­schrei­bung war, ver­han­delt werden. Auch für die anderen Gewerke wird die Frist verlängert.

Bild: Das alte Feu­er­wehr­ma­gazin am ehe­ma­ligen Bahnhof hat aus­ge­dient. Ein 2,6 Mil­lionen Euro teurer Neubau ist geplant. (Foto: Bar­bara Barth)