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Auf alles vorbereitet, nur nicht auf den Ruhestand

Werkfeuerwehr AUDI AGvon Christian Gleichauf, HSt

Nach 35 Jahren und elf Monaten ist heute sein letzter Arbeitstag ange­bro­chen. Morgen beginnt der Ruhe­stand für Man­fred Mezger, den langjährigen Leiter der Werk­feu­er­wehr und Chef des gesamten Werk­schutzes. "Er ist viel­leicht das letzte Urge­stein" bei Audi in Neckar­sulm, wie Kom­mu­ni­ka­ti­ons­chef Uwe Werner sagt.

Von der Bank weg Der Weg, auf dem der heute 60-Jährige zum Urge­stein und zur Respekts­person in einem Werk mit mehr als 13 000 Mit­ar­bei­tern geworden ist, war zu Beginn mit Sack­gassen und Umlei­tungen ver­sehen. Eine Lehre als Bank­kauf­mann in Biberach hat Mezger an den Anfang seiner Lauf­bahn gesetzt. "Dann noch dies und das" - mit der Feu­er­wehr kam er erst als 24-Jähriger bei Audi in Kon­takt. "Sie haben Mit­ar­beiter gesucht, weil sie von der Zwölf-Stunden- auf eine Acht-Stunden-Schicht redu­zieren mussten und damit vier statt nur drei Gruppen brauchten." Das war 1974.

1978 wurde Mezger Grup­pen­leiter, 1984 in den Manage­ment-Kreis berufen, 1988 über­nahm er dann die Ver­ant­wor­tung über die rund 80 Köpfe zählende Truppe, die für die Sicher­heit der "kleinen Stadt" auf dem Werksgelände zuständig ist. Inzwi­schen gehört dazu eine Ermitt­lungs­gruppe mit polizeiähnli­chen Auf­gaben, eine ständige Über­wa­chung der Außenbe­reiche mit 40 Kameras, der vor­beu­gende Brand­schutz - der schon mit der Pla­nung der Gebäude ein­setzt - und natürlich die Feu­er­wehr. Seit 1997 war Mezger sogar Herr über die bis zu 120 Dienst­wagen. Mit dem Umzug in ein neues Gebäude wurde der Fah­rer­ser­vice dem Werk­schutz zuge­ordnet.

Der letzte große Brand? "Das war vor meiner Zeit, das ist schon ewig her", sagt Mezger. Das Hoch­wasser 1978 war eine Kata­strophe, an die er sich erin­nern kann. Doch auch die Gefahr sei gebannt. Span­nende Momente gab es den­noch reich­lich. So fassten Mezger und seine Männer immer wieder Ein­bre­cher und Diebe, die sich die Luxus­ka­rossen ein­fach direkt beim Her­steller abholen wollten. Oder es gab Einsätze wie etwa zur 100-Jahr-Feier im ver­gan­genen Jahr - "das waren die Anlässe, wo er zur Hoch­form auf­lief", sagt Uwe Werner. Mit aus­ge­feilten Not­fall­kon­zepten ver­suchte Mezger, auf alles vor­be­reitet zu sein.

Neue Auf­gabe Doch auf eines hat er sich nicht vor­be­reitet: den Ruhe­stand. "Viel­leicht suche ich mir eine Auf­gabe im sozialen Bereich." Viel­leicht geht es auch öfter mal in den Urlaub, in den Schützen­verein oder zum Rad­fahren. So genau weiß das der Vater von zwei Töchtern und Großvater von zwei Enke­linnen nicht. "Ich habe nur meiner Frau zuge­si­chert, dass sie wei­terhin auch ihr Leben leben darf", sagt Mezger.

Bild 1: Man­fred Mezger vor der großen Moni­tor­wand im Leit­stand. (Foto: Chris­tian Gleichauf)Bild 2: Man­fred Mezger im Gespräch mit Kreis­brand­meister Uwe Vogel (Foto: Robert Hassis)