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500 Einsatzkräfte simulieren den Katastrophenfall

Heilbronnvon Carsten Friese, HSt

Mit einem Großauf­gebot an Ret­tungskräften haben Feu­er­wehr, Ret­tungs­dienst, Polizei, Tech­ni­sches Hilfs­werk, Not­fall­seel­sorger, Ret­tungs­hun­de­staffel und das Kli­nikum am Gesund­brunnen am Samstag einen rea­lis­ti­schen Kata­stro­phen­ein­satz geübt.

Ein Mas­sen­un­fall mit sechs Toten und mehr als 30 Ver­letzten, ein Gebäude­brand, ein Ammo­nia­kaus­tritt an einem Kes­sel­waggon auf Bahn­gleisen und eine ein­sturzgefährdete Fir­men­hal­len­wand waren die Grund­lage der Übung, zu der rund 500 Ein­satzkräfte ausrückten.

Realitätsnahe Szenen

Täuschend echt geschminkte Ver­letzte in einem umge­kippten Rei­sebus und einem vom Bus erfassten Renault vom Schrott­platz schrien in der Hafen­straße wild umher. Die Feu­er­wehr musste sich erst einmal den Weg ins Bus­in­nere frei­schneiden. Ret­tungskräfte ver­sorgten die Opfer auf dem Asphalt, legten Kom­pressen, erste Infu­sionen und brachten die Schwer­ver­letzten ins Kran­ken­haus, wo in der Unfall­chir­urgie neben dem Nor­mal­be­trieb die Ver­letz­ten­dar­steller realitätsnah an Beatmungsgeräte ange­schlossen wurden.

In Spe­zi­al­schutzanzügen drangen Feu­er­wehrkräfte zu der Rauch­wolke an dem Kes­sel­waggon auf den Gleisen vor, wo sie das Leck abdich­teten. Beim Brand in einem Werk­stattgebäude mussten Opfer aus dem Gebäude befreit werden.

Bürger­meister beein­druckt

Das Zusam­men­spiel der ein­zelnen Ein­heiten wurde in einem Ein­satz­stab-Con­tainer koor­di­niert. Beein­druckt zeigten sich Oberbürger­meister Helmut Him­mels­bach und Ord­nungsbürger­meister Harry Mergel am Ende von der Moti­va­tion der Ein­satzkräfte und der guten Leis­tung der Ver­letz­ten­dar­steller. Da weiß man, welche psy­cho­lo­gi­sche Belas­tung es für die Helfer in einem sol­chen Not­fall ist, sagte Him­mels­bach.

Heil­bronns Feu­er­wehr­kom­man­dant Eber­hard Jochim ver­hehlte nicht, dass es in allen Berei­chen Dinge gibt, die man ver­bes­sern kann. Schieds­richter notierten Details des Ein­satzes, Fotos und Video­auf­nahmen sollen detail­liert aus­ge­wertet werden.

Was in einem sol­chen Fall an Men­schen hier rum­laufen, war ein Feu­er­wehr­mann über­rascht. Dass es trotz der Masse und großen Unruhe noch so gut funk­tio­niere, sein schon erstaun­lich.

Behand­lungen im Schock­raum

Im Gesund­brunnen-Kli­nikum, wo acht Schwer­ver­letzte wie echte Ver­letzte im Schock­raum behan­delt wurden, zog Unfall­chir­urgie-Direktor Pro­fessor Wolf­gang Lin­hart eine posi­tive Bilanz. Das Zusam­men­spiel habe gut geklappt. Eine solche Übung macht für ihn absolut Sinn. Wenn aber noch mehr Ver­letzte zu ver­sorgen seien, komme man schon an Grenzen, sagte er.

Bilder: Volker Lang, Kreis­feu­er­wehr­ver­band