QR-Code zur Seite

Schilderbrücke nach Unfall nur noch Schrott

Einsatz der Feuerwehr HeilbronnVerkehrsunfall LKW am von Heike Kinkopf, HSt

Lkw-Fahrer ver­ur­sacht Unfall mit vier schwer Ver­letzten – Auto­fahrer stehen im Stau

Bei einem Unfall auf der A81 bei Mun­dels­heim sind am Frei­tag­vor­mittag vier Men­schen schwer ver­letzt worden. Stark beschädigt wurde außerdem eine Schil­derbrücke. Eine Spe­zi­al­firma aus Gag­genau baute sie ab. Die Auto­bahn in Rich­tung Heil­bronn war bis 19.15 Uhr gesperrt. Auf der Umlei­tungs­strecke brauchten Auto­fahrer enorm viel Geduld. Sie kamen nur äußerst schlep­pend voran. Der Fahrer eines Sat­tel­zuges mit Silo-Auf­lieger ist laut Polizei gegen 10.20 Uhr auf dem rechten Fahr­streifen zwi­schen den Anschluss­stellen Plei­dels­heim und Mun­dels­heim unter­wegs. Als er auf den vor­aus­fah­renden Lkw auffährt, zieht er nach links. Der Sat­telzug stellt sich quer und prallt gegen den Pfeiler einer Schil­derbrücke. Außerdem drückt er den BMW einer Auto­fah­rerin gegen die Mit­tel­leit­planke. Die Fah­rerin eines nach­fol­genden VW Golf prallt gegen den quer­ste­henden Silo-Auf­lieger und ihr Auto ver­keilt sich am Unter­fahr­schutz. Bei dem Crash wird die Schil­derbrücke derart beschädigt, dass die gesamte Kon­struk­tion auf die Unglücks­stelle, die Ver­letzten und die Ret­tungskräfte abzustürzen droht. Die Berufs­feu­er­wehr Heil­bronn eilt nach Angaben von Zugführer Kai Lind­heimer mit zehn Männern und einem Kran zur Unfall­stelle und sichert das Bau­werk ab. Spann­weite Mit sechs Mit­ar­bei­tern kommt die Spe­zi­al­firma Swarco Dam­bach aus Gag­genau vor Ort. Ihre Auf­gabe: die Demon­tage der beschädigten Schil­derbrücke. Diese besitzt eine Spann­weite von etwa 20 Metern über die Fahr­bahn, sagt Ober­bau­leiter Her­bert Lazar. Die Gesamtfläche der Schilder umfasse etwa 50 Qua­drat­meter. Obwohl zeit­in­tensiv, sei der Abbau der Anlage aber keine kniff­lige Auf­gabe. Zunächst mon­tieren die Mit­ar­beiter die beiden Hin­weis­ta­feln ab. Im nächsten Schritt wird der Quer­riegel, an dem die Hin­weis­ta­feln befes­tigt werden, abge­baut. Sein Gewicht: etwa zwei bis zwei­ein­halb Tonnen. Zum Schluss kommen die beiden Pfeiler an die Reihe, erklärt Lazar das Vor­gehen. Der linke sei durch den Auf­prall des Last­wa­gens so beschädigt und ver­zogen, dass sich die Schrauben im Boden nicht lösen lassen. Die Fach­leute schneiden den Pfeiler in Bodennähe mit einem Win­kel­schleifer ab. Pendler Marcus Krämer aus Heil­bronn ist der Geschäftsführer von Swarco. Die Firma beschäftigt 165 Mit­ar­beiter und hat einen Ver­trag mit dem Regie­rungspräsidium (RP) Stutt­gart abge­schlossen. Swarco ist für der­ar­tige Demon­tagen von Schil­derbrücken im Bereich des RP zuständig, wenn diese so wie bei diesem Unfall beschädigt werden. Etwa 20 der­ar­tige Einsätze im Jahr absol­viert die Firma auf Auto­bahnen und Land­straßen. Krämers Firma baut Schil­derbrücken. Dass für die Kon­struk­tion Alu­mi­nium und kein Stahl ver­wendet worden sei, habe dem Lkw-Fahrer womöglich das Leben gerettet, meint Krämer. Der Unfall und seine Folgen ver­langen Auto­fah­rern in Fahrt­rich­tung Heil­bronn viel Geduld ab. Sie werden an der Anschluss­stelle Plei­dels­heim aus­ge­leitet. Stoßstange an Stoßstange quälen sie sich durch die umlie­genden Orte. Einen längeren Stau gibt es auch in Fahrt­rich­tung Stutt­gart, weil auf Höhe der Unfall­stelle Teile der Gegen­fahr­bahn für die Ber­gungs­ar­beiten gesperrt sind. Nach Angaben von Andy Dor­roch, Kreis­brand­meister in Lud­wigs­burg, sind etwa 50 Angehörige der Feu­er­wehren aus Plei­dels­heim, Murr, Mar­bach, Großbot­twar und Heil­bronn im Ein­satz. Nun muss bei Mun­dels­heim eine neue Schil­derbrücke auf­ge­baut werden. Kosten: etwa 120 000 Euro.