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Historische Tabakhallen werden ein Raub der Flammen

Einsatz der Feuerwehren Bad Wimpfen, Bad Rappenau, Neckarsulm und Werkfeuerwehr Solvay Fluor GmbHBrand landwirtschaftliches Anwesen am von Feuerwehr Bad Wimpfen; PP Heilbronn

Am Samstag, den 19. Juli um 00:42 Uhr wurde die Feu­er­wehr Bad Wimpfen zu einem Großbrand alar­miert. „Brand land­wirt­schaft­li­ches Anwesen Land­graben Bad Wimpfen Tabak­halle“ war auf den Funkal­arm­empfänger zu lesen. Durch den hellrot erleuch­teten Nacht­himmel über Bad Wimpfen wussten die Feu­er­wehr­leuten sofort - dies gibt eine lange, anstren­gende Nacht.

Schon auf der Anfahrt war klar, dass die Wimp­fener Ein­satzkräfte Verstärkung brau­chen würden. Ein­satz­leiter Mat­thias Elsasser for­derte je einen Löschzug aus Bad Rap­penau und Neckar­sulm sowie deren Abrollbehälter Wasser nach. Zusätzlich wurde das Großtanklöschfahr­zeug der Werk­feu­er­wehr Solvay mit wei­teren 6000 Liter Löschwasser ange­for­dert.

Beim Ein­treffen der Ein­satzkräfte brannten die Scheuen bereits lich­terloh. Da eine enorme Strah­lungswärme von dem Brand aus­ging, kon­zen­trierte sich die Feu­er­wehr sofort auf den Schutz der angren­zenden Häuser. Glückli­cher­weise kam eine leichte Brise aus nördli­cher Rich­tung, sodass der Rauch und vor Allem der enorme Fun­ken­flug, der von den Gebäuden aus­ging, in Rich­tung Rap­pen­auer Straße gedrückt wurde. Dies hatte zur Folge, dass die Kreis­strasse Rich­tung Bad Rap­penau gesperrt werden musste. Das angren­zende Getrei­de­feld brannte zum Teil ab, doch konnte eine wei­tere Aus­deh­nung ver­hin­dert werden. Zur wei­teren Absi­che­rung wurde mit einem Traktor eine Schneise gezogen.

Während die Feu­er­wehren Bad Wimpfen und Neckar­sulm vom Land­graben aus agierten, sicherten die Feu­er­wehr­ka­me­raden aus Bad Rap­penau mit ihrem Tanklöschfahr­zeug den hin­teren Bereich. Der mitt­ler­weile ein­ge­trof­fene Bürger­meister Claus Brechter sowie sein Stell­ver­treter Bernd Angel­berger mussten gegen 2 Uhr mit ansehen, wie die hin­tere Halle vollständig und die vor­dere zur Hälfte einstürzte. Aus Sicher­heitsgründen musste die rest­liche Holz­kon­struk­tion zum Ein­sturz gebracht werden. Hierfür wurde der Rüstwagen mit Seil­winde aus Neckar­sulm ein­ge­setzt. Da jetzt die größte Ein­sturz­ge­fahr gebannt war konnte mit dem Ablöschen der Brand­nester begonnen werden.

Gegen 4 Uhr mor­gens rückten die ersten Fahr­zeuge wieder ins Feu­er­wehrgerätehaus ein, vier Mann blieben aber als Brand­wache bis in die Mor­gen­stunden vor Ort. Während des gesamten Ein­satzes über­nahm der DRK-Orts­ver­band Bad Wimpfen die Ver­sor­gung und Ver­pfle­gung aller Ein­satzkräfte. Dank dem Ein­satz­leiter des DRK und Renate Funk gab es mor­gens um 4 Uhr sogar einen warmen Fleischkäse.

Im Ein­satz waren ca. 80 Feu­er­wehr­leute mit 15 Fahr­zeugen der Wehren Bad Wimpfen, Bad Rap­penau, Neckar­sulm und der Werk­feu­er­wehr Solvay. Das DRK war mit 2 Mann und die Polizei mit 3 Beamten vor Ort.

Poli­zei­be­richt:

Offen­sicht­lich Brand­stifter ließen in Bad Wimpfen in den frühen Mor­gen­stunden des 19.07.2014 zwei Scheu­nengebäude in Flammen auf­gehen. Nahezu zeit­gleich fingen die beiden Gebäude an zu brennen. Bei den Scheunen han­delt es sich um soge­nannte „Tabak­scheunen“. Die Gebäude stehen wohl schon seit langer Zeit leer und werden nicht mehr genutzt. Durch die Hitze der Flammen brannte ein dane­ben­lie­gendes Getrei­de­feld eben­falls zu großen Teilen ab. In diesem Zusam­men­hang fiel Zeugen ein verdächtiger Pkw auf, evtl. han­delte es sich um einen Opel Astra, der mit hoher Geschwin­dig­keit in Rich­tung Bon­feld davon­fuhr. Die Feu­er­wehren Neckar­sulm, Bad Wimpfen und Bad Rap­penau waren mit über 70 Ein­satzkräften im Ein­satz. Der Schaden kann im Moment noch nicht bezif­fert werden. Zeugen werden drin­gend gebeten sich beim Poli­zei­re­vier Neckar­sulm unter Telefon 07132/93710 zu melden. Die Ermitt­lungen in dieser Sache dauern an. Der Brand war um 03.00 Uhr unter Kon­trolle. Die Feu­er­wehr stellt zur Zeit noch Brand­wa­chen. Sobald wei­tere Erkennt­nisse vor­liegen wird nach­be­richtet.