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Bergung einer aufgetauchten Kindsleiche aus dem Neckar

Einsatz der Feuerwehr Bad FriedrichshallTechnische Hilfeleistung am

Am Mon­tag­abend gegen 22.00 Uhr bemerkte die Besat­zung eines holländi­schen Fracht­schiffes im Neckar bei Strom-Kilo­meter 105, Bereich Bad Fried­richs­hall, die Leiche eines Klein­kindes. Die Leiche konnte von der Mann­schaft mit einem Besen an das Schiff gezogen und dort im Wasser mit einem Tau gesi­chert werden.

Der Schiffsführer verständigte die Polizei, welche zur Ber­gung der Leiche die Feu­er­wehr anfor­derte. Die Leiche wurde von der Feu­er­wehr Bad Fried­richs­hall unter Ein­satz eines Schlauch­bootes und einer Korb­trage geborgen. Für die Ein­satztätig­keit und die poli­zei­li­chen Auf­nahmen wurde die Ein­satz­stelle mit zwei Licht­masten aus­ge­leuchtet.

Die Kinds­leiche ist nach ca. 2 Monaten nach dem Auf­tau­chen einer Frau­en­leiche im Neckar ent­deckt worden. Die Polizei geht davon aus, dass es sich mögli­cher­weise um den seit 9. April diesen Jahres ver­missten 2jährigen Sohn Kevin dieser Frau han­delt. Meh­rere Such­ak­tionen im Neckar­kanal zwi­schen Neckar­sulm und Kochen­dorf mit Poli­zei­tau­chern und auch der Ein­satz eines Lei­chenspürhundes ver­liefen Ende April erfolglos.

Die Mutter des Kindes war am 20.4.2004 an der Schleuse Kochen­dorf von der Feu­er­wehr Bad Fried­richs­hall tot aus dem Neckar geborgen worden. Nach den Ermitt­lungen der Polizei wurde sie Opfer eines Gewalt­ver­bre­chens. Ihr ehe­ma­liger Lebensgefährte, ein 26jähriger rus­si­scher Spätaus­siedler, wurde als Tat­verdächtiger am 24. April in Unter­su­chungs­haft genommen. Er bestreitet bis­lang die Tat.

Die Fund­orte beider Lei­chen liegen etwa 700 Meter aus­ein­ander.

Ergänzung 23.6.2004:

Die Staats­an­walt­schaft Stutt­gart und Poli­zei­di­rek­tion Böblingen geben am 23.6.2004 bekannt:

Leiche des Klein­kindes obdu­ziert

Die am Mon­tag­abend im Neckar gebor­gene Leiche eines Klein­kindes wurde am 22. Juni obdu­ziert. An dem Körper des männli­chen Kindes fehlt der Kopf. Auf­grund des stark fort­ge­schrit­tenen Ver­we­sungs­zu­standes wird mit an Sicher­heit gren­zender Wahr­schein­lich­keit davon aus­ge­gangen, dass sich dieser während der langen Lie­ge­zeit im Wasser vom Körper gelöst hat. Spuren einer äußeren Gewalt­ein­wir­kung waren nicht vor­handen.
Die Leiche war bekleidet mit einem dunklen, langärme­ligen Sweat­shirt mit der Auf­schrift "LOGG SPORT" und einer Ein­weg­windel. Darüber hinaus konnten keine wei­teren Gegenstände fest­ge­stellt werden.
Die Polizei geht nach wie vor davon aus, dass es sich um den ver­missten Kevin han­delt. Die erho­benen Befunde, wie etwa­iges Alter und ange­nom­mene Größe, bei der Obduk­tion erhärten dieses. Letzt­end­liche Sicher­heit über die Identität des Kindes wird aber erst die DNA-Aus­wer­tung bringen. Diese sowie eine toxi­ko­lo­gi­sche Unter­su­chung werden durchgeführt.